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06/30/2026 10:31

Wie Kommunikation Konflikte entschärft: Forschungsprojekt K3VR überführt Erkenntnisse zur Deeskalation in VR-Trainings

Nadine Huntemann Referat für Kommunikation und Marketing
Akkon Hochschule für Humanwissenschaften

    Wie lassen sich Konflikte und Krisensituationen durch Kommunikation entschärfen? Mit dieser Frage hat sich in den vergangenen Jahren das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Forschungsprojekt K3VR („Krisen und Konflikte durch Kommunikation deeskalieren“) beschäftigt. Auf der Abschlussveranstaltung am 29.06.2026 präsentieren die Projektpartner*innen ihre zentralen Ergebnisse. Das Projekt liefert neue wissenschaftliche Erkenntnisse über kommunikative Eskalations- und Deeskalationsprozesse und zeigt zugleich das Potenzial virtueller Trainingsumgebung für die Vermittlung kommunikativer Kompetenzen.

    Das Projekt wurde von einem interdisziplinären Konsortium aus der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften, dem Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut (HHI), und der Aspekteins GmbH durchgeführt. Unterstützt wurde das Vorhaben durch enge Kooperationen mit Praxispartner*innen, insbesondere Polizeibehörden sowie dem Bayerischen Zentrum für besondere Einsatzlagen (BayZBE).

    Kommunikationsmuster in Konfliktsituationen identifiziert:

    Im Mittelpunkt der Forschung stand die Analyse von Kommunikationsprozessen zwischen Polizeivollzugsbeamt*innen und Bürger*innen. Dabei identifizierte das Forschungsteam spezifische Kommunikationsmarker, die mit Eskalations- beziehungsweise Deeskalationsverläufen in Zusammenhang stehen. Zudem wurden Risikokonstellationen, situative Rahmenbedingungen und weitere Einflussfaktoren konfliktbehafteter Interaktionen untersucht. Innovativ ist dabei die Erfassung unbewusster Körperreaktionen, die über eine KI-gestützte Sensorauswertung nutzbar gemacht wurden und einen grundlegend neuen Ansatz der Mensch-Maschine-Interaktion darstellt.

    Ergänzend analysierte das Projekt die Erfahrungen von Polizeivollzugsbeamt*innen aus Bayern und Berlin. Eine repräsentative Bevölkerungsbefragung zur Wahrnehmung polizeilicher Kommunikation sowie ein VR-Experiment ergänzten und validierten die Forschungsergebnisse. Dadurch konnten unterschiedliche Perspektiven auf Kommunikation und Konfliktdynamiken berücksichtigt werden.

    „Kommunikative Deeskalation entscheidet in vielen Konflikt- und Krisensituationen darüber, ob eine Lage entschärft oder weiter verschärft. Mit dem Projekt K3VR konnten wir erstmals wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu den kommunikativen Dynamiken solcher Situationen gewinnen und diese zugleich in eine innovative virtuelle Trainingsformate überführen. Damit schaffen wir eine wichtige Grundlage, um Deeskalationskompetenzen künftig noch gezielter zu erforschen, zu trainieren und in die Praxis zu übertragen.“ sagt Prof. Dr. Andreas Bock, Projektleiter K3VR und Präsident der Akkon Hochschule.

    Forschungsergebnisse in virtuelle Trainingsumgebung übertragen:

    Ein besonderer Projekterfolg besteht in der Übertragung ausgewählter Forschungsergebnisse in eine virtuelle Trainingsumgebung. Die identifizierten Kommunikationsmarker wurden in einem VR-Demonstrator integriert und gemeinsam mit Praxispartner*innen evaluiert. Darüber hinaus entwickelten die Forschenden Verfahren, mit denen Sprache, Gestik und ausgewählte physiologische Parameter in einer virtuellen Umgebung synchron erfasst und analysiert werden können. Zudem entstanden erste Ansätze für eine kontextsensitive Gestenerkennung.

    Das Projekt K3VR („Krisen und Konflikte durch Kommunikation deeskalieren“) verbindet sozialwissenschaftliche Forschung und innovative VR-Technologien, um kommunikative Deeskalation besser zu verstehen, wissenschaftlich zu untersuchen und praxisnah zu vermitteln. Die Verbindung sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse mit innovativen Virtual-Reality-Technologie eröffnet neue Möglichkeiten für die Untersuchung und Vermittlung kommunikativer Deeskalation. Das Projekt zeigt, welches Potenzial virtuelle Trainingsumgebungen für die Erforschung und Vermittlung kommunikativer Deeskalationskompetenzen besitzen. Das Interesse weiterer potenzieller Anwendungsfelder außerhalb des Polizeikontextes verdeutlicht die Übertragbarkeit der entwickelten Ansätze.

    Über die Akkon Hochschule für Humanwissenschaften:

    Die Akkon Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin ist seit 2009 Deutschlands erste Hochschule für Humanwissenschaften. Die staatlich anerkannte Hochschule der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. bietet interdisziplinäre Studiengänge in den Fachbereichen Pflege und Medizin, Pädagogik und Soziales sowie Humanitäre Hilfe und Bevölkerungsschutz. In der praxisorientierten Lehre und angewandten Forschung arbeitet die Akkon Hochschule eng mit nationalen und internationalen sozialen und humanitären Organisationen, Verbänden sowie öffentlichen Institutionen zusammen.


    More information:

    https://akkon-hochschule.de/k3vr/


    Images

    Bayerische Polizei testet immersive VR-Umgebung im Projekt K3VR
    Bayerische Polizei testet immersive VR-Umgebung im Projekt K3VR


    Criteria of this press release:
    Journalists
    Information technology, Media and communication sciences, Psychology
    transregional, national
    Research projects, Transfer of Science or Research
    German


     

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