idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
07/01/2026 17:00

Komplexe Nahrungsnetze stärken Ökosystem-Funktionen

Dr. Volker Hahn Abteilung Impact
Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

    Basierend auf einer Pressemitteilung der University of Waikato, Neuseeland

    Gesunde Ökosysteme brauchen nicht nur viele Arten. Entscheidend sind die komplexen Beziehungen zwischen ihnen. Das zeigt eine internationale Studie unter Leitung der University of Waikato und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv).

    Die in Nature veröffentlichte Studie zeigt: Je höher die Artenvielfalt eines Ökosystems ist, desto besser erfüllt es wichtige Funktionen. Besonders entscheidend ist dabei die Vielfalt der Räuber. Sie trägt dazu bei, natürliche Prozesse wie Schädlingskontrolle, Klimaregulation sowie die Stabilität von Ökosystemen aufrechtzuerhalten.

    Nahrungsnetze stabilisieren Ökoystem-Funktionen

    „Ökosysteme funktionieren durch die Beziehungen zwischen Arten“, sagt Erstautor und iDiv-Alumnus Dr. Andrew Barnes von der University of Waikato. Entscheidend sei, wie Energie durch das Nahrungsnetz fließt und welche Rolle Räuber dabei spielen, das ökologische Gleichgewicht zu erhalten.

    „Verschwinden Räuber – etwa durch Lebensraumverlust, Umweltverschmutzung oder den Klimawandel –, hat das Folgen für das gesamte Nahrungsnetz. Diese Veränderungen können sich durch das gesamte Ökosystem fortpflanzen und wichtige Ökosystemfunktionen schwächen“, so Barnes.

    Globale Analyse vieler Ökosysteme

    Für die Studie untersuchte das internationale Forschungsteam mehr als 300 Nahrungsnetze verschiedener Ökosysteme – darunter Meere, Seen, Fließgewässer und Böden. Beteiligt waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehr als 20 Forschungseinrichtungen.

    Laut der Analyse spielen Räuber eine Schlüsselrolle für funktionierende Ökosysteme – von winzigen Bodenmilben bis zu Haien. In artenreichen Ökosystemen war die Häufigkeit von Räuber-Beute-Interaktionen bis zu 70-mal höher als in Ökosystemen mit geringerer Artenvielfalt.

    Die Studie zeigt so umfassend wie keine zuvor, welchen Einfluss Biodiversität auf ganze Nahrungsnetze hat. Frühere Untersuchungen betrachteten meist nur einzelne Organismengruppen.

    Komplexität entscheidend

    „Arten existieren nicht isoliert voneinander – Ökosysteme funktionieren als Netzwerke vielfältiger Wechselwirkungen“, sagt Senior-Autor Dr. Benoit Gauzens von iDiv und der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Wenn wir die Folgen des Biodiversitätswandels verstehen und vorhersagen wollen, dürfen wir uns nicht darauf beschränken, Arten vor dem Aussterben zu bewahren. Wir müssen auch die ökologischen Beziehungen schützen, die Ökosysteme produktiv und widerstandsfähig machen.“


    Contact for scientific information:

    Dr. Andrew Barnes
    Alumnus des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig – iDiv
    Jetzt an der University of Waikato in Neuseeland
    Telefon: +64 7 838 4460
    E-Mail: andrew.barnes@waikato.ac.nz
    Webseite: https://profiles.waikato.ac.nz/andrew.barnes

    Dr. Volker Hahn
    Leiter Impact und Pressesprecher
    Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig – iDiv
    Telefon: +49 341 97 33197
    E-Mail: volker.hahn@idiv.de


    Original publication:

    Barnes, A. D., Brose, U., Eisenhauer, N., Berti, E., Brauns, M., Eggert, S. L., Garcia-Callejas, D., Giling, D. P., Hall, R. O., Hines, J., Jochum, M., Korobushkin, D. I., Kortsch, S., Kratina, P., Manca, M., Mor, J.-R., Nordström, M. C., O'Gorman, E. J., Ott, D., Perkins, D. M., Rosenbaum, B., Saifutdinov, R. A., Saito, V. S., Tanentzap, A. J., Vinagre, C., & Gauzens, B. (2026). Food web complexity underlies biodiversity effects on ecosystem functioning. Nature. https://doi.org/10.1038/s41586-026-10710-5


    Images

    Nahrungsnetze prägen die Funktionsweise von Ökosystemen. Das Foto zeigt eine räuberische Bodenmilbe und einen Pauropoden (Zwergfüßer), der sich von Pilzen und abgestorbenem organischem Material ernährt.
    Nahrungsnetze prägen die Funktionsweise von Ökosystemen. Das Foto zeigt eine räuberische Bodenmilbe ...
    Source: Andy Murray
    Copyright: Nutzung nur im Zusammenhang mit dieser Meldung


    Criteria of this press release:
    Journalists
    Biology, Environment / ecology, Oceanology / climate, Zoology / agricultural and forest sciences
    transregional, national
    Research results, Scientific Publications
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).