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07/02/2026 10:15

Raten durch Wissen ersetzen: Zur Notwendigkeit eines Bildungsverlaufsregisters in Deutschland

Iris Meyer Stabsbereich Kommunikation
Leibniz-Institut für Bildungsverläufe

    Ein neues Webinar für politische Entscheidungsträger:innen zeigt, wie ein Bildungsverlaufsregister zur Basis für eine evidenzbasierte Bildungspolitik werden kann: Prof. Dr. Corinna Kleinert und Dr. Felix Bittmann vom Leibniz Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) erläutern darin Ziele, Erkenntnispotenziale, Erfahrungen und Zukunftsperspektiven.

    Entstanden ist das Webinar im Rahmen des internationalen Projekts LEARN (Longitudinal Educational Achievements: Reducing iNequalities), das von der Europäischen Kommission im Programm „Horizon Europe“ gefördert wird. Ein Ziel dieser Kooperation europäischer Spitzenforschungseinrichtungen ist die Entwicklung politischer Werkzeuge, um Bildungsungleichheiten wirksam zu bekämpfen.

    Vom Foto zum Film: Warum Daten-„Inseln“ nicht ausreichen

    Die LIfBi-Expert:innen verdeutlichen, dass die derzeitige Datenlandschaft in Deutschland mit Querschnittsstudien wie PISA zwar gute „Schnappschüsse“ liefert, aber oft keine verlässlichen Aussagen über individuelle Bildungsverläufe und die Ursachen von Veränderungen erlaubt. Wichtige Fragen zu regionalen Unterschieden, der Wirksamkeit von Reformen oder der Situation spezifischer Risikogruppen wie Schulabbrecher:innen bleiben aufgrund zu kleiner Stichproben oder der Selektivität freiwilliger Längsschnittbefragungen oft unbeantwortet. Ein Bildungsverlaufsregister würde diese „blinden Flecken“ füllen, indem es Daten von der Kita über die Schule bis in den Arbeitsmarkt flächendeckend verknüpft und so den „Film“ der individuellen Bildungsbiografien sichtbar macht.

    Lernen von den Nachbarn: Europäische Vorbilder

    Im Video wird zudem ein Blick auf europäische Nachbarländer geworfen, in denen solche Register bereits erfolgreich etabliert sind, und das unter Einhaltung strenger datenschutzrechtlicher Vorgaben. Beispielsweise wird in Österreich ein solches Register bereits aktiv für Forschung und Administration genutzt. Auch die Niederlande dienen mit dem „Nationaal Cohortonderzoek Onderwijs“ (NCO) als Vorbild für eine integrierte Datenvision.

    Die Vision: Mut zur Transparenz und eine datengestützte Bildungspolitik der Zukunft

    Die Kernbotschaft ist deutlich: Ein Bildungsverlaufsregister ist technisch machbar und datenschutzrechtlich lösbar. Eine Öffnung der Daten für die Wissenschaft würde zudem eine kontinuierliche Qualitätskontrolle für die Politik gewährleisten. „Verlässliche Daten sind die Grundlage für den Ausgleich von Bildungsungleichheit“, so das Fazit der Expert:innen.


    Contact for scientific information:

    https://www.lifbi.de/de-de/Start/Institut/Personen/Person/account/41?name=Kleine... Prof. Dr. Corinna Kleinert
    https://www.lifbi.de/de-de/Start/Institut/Personen/Person/account/2967?name=Bitt... Dr. Felix Bittmann


    More information:

    https://www.lifbi.de/de-de/Start/Forschung/Alle-Projekte/LEARN#Webinar Zum Webinar (30 Min.)


    Images

    Prof. Dr. Corinna Kleinert und Dr. Felix Bittmann
    Prof. Dr. Corinna Kleinert und Dr. Felix Bittmann

    Copyright: LIfBi


    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
    Economics / business administration, Law, Politics, Social studies, Teaching / education
    transregional, national
    Schools and science, Science policy
    German


     

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