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07/20/2026 09:52

Neue Studie zu Elektroautos: Verkaufspreise sinken um 18 Prozent, Modellvielfalt nimmt stark zu

Dr. Jacob Leidenberger Pressestelle
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

    Elektrofahrzeuge in Deutschland sind zwischen 2020 und 2025 real um rund 18 Prozent günstiger geworden – obwohl die nominalen Durchschnittspreise auf den ersten Blick gestiegen sind. Das zeigt eine neue gemeinsame Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI. Gleichzeitig hat sich die Zahl der verfügbaren Elektromodelle auf dem deutschen Markt mehr als vervierfacht. Die Studie basiert auf mehr als 100.000 Einzelangaben aus einer Datenbank des ADAC und umfasst sechs Segmente von Klein- bis Luxuswagen.

    »Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich der Markt für Elektroautos in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt hat. Die Fahrzeuge bieten heute im Durchschnitt größere Reichweiten und mehr Motorleistung, während die realen Preise vergleichbarer Modelle gesunken sind«, so Dr. Peter Mock, Geschäftsführer des ICCT in Europa.

    Durchschnittspreise steigen durch veränderten Fahrzeugmix, Modelle an sich werden günstiger

    Der mittlere Listenpreis für Elektrofahrzeuge stieg zwischen 2020 und 2025 nominal von rund 37.000 Euro auf etwa 53.000 Euro. Dieser Anstieg spiegelt jedoch keine höheren Preise für vergleichbare Fahrzeuge wider, sondern eine Verschiebung im Modellangebot: Der Anteil der mittleren und oberen Mittelklasse am Elektrofahrzeugangebot stieg von 2020 bis 2025 erheblich und macht heute 73 Prozent aller Elektromodelle aus. Werden dagegen einzelne Modelle über die Zeit beobachtet und Fahrzeugeigenschaften wie Gewicht, Motorleistung und Reichweite sowie die Inflation berücksichtigt, sanken die Preise vergleichbarer Elektrofahrzeuge im selben Zeitraum um rund 18 Prozent. Die realen Preise für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor stiegen hingegen im selben Zeitraum um rund 2 Prozent an.

    Batteriepreise gesunken – Einsparungen noch nicht vollständig weitergegeben

    Die globalen Batteriepreise gingen zwischen 2020 und 2025 nominal um 21 bis 24 Prozent zurück – von rund 165–185 Euro pro Kilowattstunde auf etwa 130–140 Euro. Inflationsbereinigt entspricht dies einer Preisreduktion von etwa 35 bis 37 Prozent. In den Fahrzeugpreisen schlagen sich die günstigeren Batteriepreise bislang nur begrenzt nieder. Die durchschnittliche Reichweite von Elektrofahrzeugen stieg im Untersuchungszeitraum jedoch um etwa ein Drittel an, was darauf hindeutet, dass die Einsparungen in Fahrzeugverbesserungen investiert oder zur Deckung von Forschungs- und Entwicklungskosten genutzt wurden.

    »Die deutlich gesunkenen Batteriekosten sind noch nicht vollständig in günstigeren Listenpreisen angekommen. Das bedeutet: Das Potenzial für weitere Preissenkungen bei Elektrofahrzeugen ist noch nicht ausgeschöpft«, erklärt Prof. Dr. Patrick Plötz, Leiter der Abteilung Energietechnologien und Energiesysteme am Fraunhofer ISI und einer der Autoren der Studie.

    Modellvielfalt nimmt zu, Nachholbedarf im Kleinwagensegment

    Die Zahl der verfügbaren Elektromodelle stieg von 38 im Jahr 2020 auf 159 im Jahr 2025. Das Angebot an Modellen mit Verbrennungsmotor ging im gleichen Zeitraum von 275 auf 194 zurück.

    »Die Zahl der Elektrofahrzeugmodelle hat sich in nur fünf Jahren vervierfacht. Im mittleren und oberen mittleren Segment stehen den Verbrauchern mittlerweile etwa ebenso viele Elektrofahrzeuge zur Auswahl wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor«, erklärt Kyle Morrison, Wissenschaftler am ICCT und Mitautor der Studie.

    Im Mini- und Kleinwagensegment besteht weiterhin eine Diskrepanz: 2025 standen dort 19 Elektromodelle 35 Verbrenner-Modellen gegenüber. Verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen, darunter langfristig stabile CO2-Flottengrenzwerte, bleiben zentral, um Investitionen in die Elektrifizierung aller Fahrzeugsegmente sowie in die Batteriefertigung zu sichern.

    Medienkontakt:
    Dr. Jacob Leidenberger & Anne-Catherine Jung
    Leitung Presse und Kommunikation
    Telefon +49 721 6809-172
    E-Mail: presse@isi.fraunhofer.de

    Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der fundierten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.


    Contact for scientific information:

    Prof. Dr. Patrick Plötz
    Leiter der Abteilung Energietechnologien und Energiesysteme
    Telefon +49 721 6809-289
    patrick.ploetz@isi.fraunhofer.de

    Dr.-Ing. Steffen Link
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter
    Telefon +49 721 6809-571
    steffen.link@isi.fraunhofer.de


    Original publication:

    Plötz, P.; Link, S.; Morrison, K.; Tietge, U.; Li, E.; Mock, P. (2026): Price and market trends of battery electric and internal combustion engine vehicles in Germany, 2020–2025. Berlin: International Council on Clean Transportation.


    More information:

    https://theicct.org/publication/price-and-market-trends-of-battery-electric-and-... zur Studie: Price and market trends of battery electric and internal combustion engine vehicles in Germany, 2020 to 2025
    https://publica.fraunhofer.de/handle/publica/519580 ergänzende technische Studie
    https://www.isi.fraunhofer.de/de/presse/verteiler/anmeldung-presseverteiler.html Anmeldung für Presseverteiler des Fraunhofer ISI


    Images

    Nominale sowie reale Preisentwicklung zwischen 2020 und 2025, bereinigt um Fahrzeugmerkmale und Inflation.
    Nominale sowie reale Preisentwicklung zwischen 2020 und 2025, bereinigt um Fahrzeugmerkmale und Infl ...

    Copyright: ICCT / Fraunhofer ISI


    Criteria of this press release:
    Journalists
    Traffic / transport
    transregional, national
    Research projects, Scientific Publications
    German


     

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