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Wissenschaft
Stuttgarter Hochschule der Medien entwickelt mit Förderung der Klaus Tschira Stiftung ein neues Dialogformat zu Zukunftsfragen.
Stuttgart/Heidelberg, 21. Juli 2026. Was braucht es, damit Menschen wirklich ins Gespräch kommen darüber, was für die gemeinsame Zukunft wichtig ist – und nicht bloß lautstark Meinungen austauschen? Darum geht es im Projekt „Our Common Future“, das von der Klaus Tschira Stiftung gefördert wird.
Die Projektleitung hat Alexander Mäder. Er ist Professor für digitalen Journalismus an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Er und sein Team entwickeln neuartige Beteiligungsformate der Wissenschaftskommunikation – in öffentlichen Räumen, bei Veranstaltungen oder auch auf Marktplätzen.
Über 15 interaktive Bürgerdialoge hinweg soll es im Projekt um Zukunftsthemen gehen, beispielsweise um die Frage, ob uns technische Lösungen in der Klimakrise retten können. Die Debatte wird zunächst in Präsenz im so genannten „Unterhausformat“ geführt und anschließend digital fortgesetzt. Das Format ist nach dem britischen Parlament benannt, weil sich das Publikum in zwei Fraktionen gegenübersitzt, während es diskutiert.
Mit der Bewegung im Raum sortiert sich auch der Kopf neu
Nach kurzen Infoblöcken vom Moderationsteam mit Studien, Beispielen und anderen Fakten werden den Teilnehmenden alltagsnahe Fragen gestellt. Mit der Antwort entscheiden sich die Teilnehmenden für die Ja- oder Nein-Seite im Raum. „Obwohl sich die Menschen gegenübersitzen, entsteht eine konstruktive Debatte“, weiß Mäder aus der Erfahrung von über 50 solcher Dialoge, die er mit Carina Frey und Rainer Kurlemann moderiert hat.
Wie geht das? Es bleibt nicht bei der zu Anfang gewählten Seite. Im Verlauf des Dialogs werden Entscheidungen diskutiert, erklärt, revidiert. Alle kommen zu Wort, Gemeinsamkeiten werden entdeckt, strittige Punkte herausgearbeitet – und nicht selten lässt sich jemand überzeugen und wechselt die Seite, verändert also im wahrsten Sinn des Worts seine Position. „Mit der Bewegung im Raum sortiert sich auch im Kopf einiges neu“, sagt Mäder und lächelt. Ihm und dem Team geht es auch um die Vielfalt der Perspektiven. Es kann kontrovers, soll aber immer konstruktiv diskutiert werden.
Von der Begegnung, ins Netz und in die Öffentlichkeit
Im Verlauf der Debatte erläutert das Publikum eigene Erfahrungen und skizziert erste Lösungsideen und Szenarien. In der Diskutier-App „Background“, die Sebastian Bock und Lawrence Fulton für dieses Projekt weiterentwickelt haben, wird die Diskussion dann vertieft. Mit den Teilnehmenden aus verschiedenen Orten entsteht eine diverse Community mit dem gemeinsamen Interesse eines lebendigen Austauschs.
Darüber hinaus werden Beiträge bei RiffReporter.de, einer genossenschaftlich verwalteten Online-Plattform, publiziert und die Ergebnisse in Politik und Gesellschaft zurückgespielt. Während des ganzen Projekts werden die Teilschritte evaluiert und schrittweise verbessert. Zum Schluss soll ein Handbuch entstanden sein, das den Transfer des Dialogformats ermöglicht.
„Wir möchten, dass unser Publikum am Ende urteilt: Wir haben nicht nur gut miteinander geredet, sondern auch etwas bewirkt“, so Projektleiter Mäder. Das stärkt seiner Ansicht nach die Demokratie, weil so Bürgerinnen und Bürger merken, dass ihre Meinung relevant ist.
Derzeit werden in ganz Deutschland Orte und Plätze gesucht sowie Organisationen und Verbände angesprochen, um „Our Common Future“ niederschwellig anzubieten und auch gezielt neue Gruppen anzusprechen, die bisher schwer erreichbar waren.
Autorin: Kirsten Baumbusch (kirsten.baumbusch@klaus-tschira-stiftung.de)
Kontakt:
Hochschule der Medien/Studiengang Crossmedia-Redaktion/Public Relations
Prof. Dr. Alexander Mäder
Tel.: 0711-8923-2687
E-Mail: maeder@hdm-stuttgart.de
Klaus Tschira Stiftung
Dr. Verena Viarisio (Programm Managerin Wissenschaftskommunikation)
Tel.: 06221 533-111
E-Mail: verena.viarisio@klaus-tschira-stiftung.de
Anja Heinzelmann (Leitung Kommunikation)
Tel.: 06221-533 118
E-Mail: anja.heinzelmann@klaus-tschira.stiftung.de
Die Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart ist eine staatliche Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Mit rund 30 akkreditierten Bachelor- und Masterstudiengängen bietet sie ein breites Studienangebot in den Bereichen Medien, Kommunikation, Information und IT. Das Fächerspektrum reicht von Druck- und Medientechnik, Informatik und Webentwicklung über Design, Verlagswesen sowie Bibliotheks- und Informationswissenschaft bis hin zu Unternehmenskommunikation, Werbung und Verpackungstechnik. Rund 5.500 Studierende sind derzeit an der Hochschule eingeschrieben.
RiffReporter ist eine mehrfach ausgezeichnete Genossenschaft für Qualitätsjournalismus, die sich im Besitz der Autor:innen befindet, die für sie schreiben. Derzeit engagieren sich dort etwa 100 zumeist freiberuflich arbeitende Journalist:innen aus mehr als 20 Ländern. Das Themenspektrum des Online-Magazins umfasst Umwelt, Forschung, Gesundheit und gesellschaftliche Veränderungen.
Die Klaus Tschira Stiftung (KTS) fördert Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik und möchte zur Wertschätzung dieser Fächer beitragen. Sie wurde 1995 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940–2015) mit privaten Mitteln ins Leben gerufen. Ihre drei Förderschwerpunkte sind: Bildung, Forschung und Wissenschaftskommunikation. Das bundesweite Engagement beginnt im Kindergarten und setzt sich in Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen fort. Die Stiftung setzt sich für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ein. Weitere Informationen unter: www.klaus-tschira-stiftung.de.
BU: Debatte in der Stadtbibliothek Bremen: Professor Alexander Mäder interviewt Teilnehmende. Im von ...
Source: Foto: Sven Goldmann
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
Environment / ecology, Media and communication sciences
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications, Transfer of Science or Research
German

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