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04/07/2021 09:05

Ökonom Hartmut Lehmann stellvertretender Direktor des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung

Franz Kurz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung Regensburg (IOS)

    Der Ökonom Prof. Dr. Hartmut Lehmann ist seit April stellvertretender Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS). Lehmann ist einer der profiliertesten Kenner der Arbeitsmärkte im östlichen Europa. Zu seinen vorrangigen Aufgaben am IOS gehören die Weiterentwicklung der aktuellen Forschungsstrategie sowie die Etablierung langfristiger Forschungsprojekte.

    Hartmut Lehmann war zuletzt als Professor an der Universität von Bologna tätig. Außerdem ist er Programmdirektor am Institut zur Zukunft der Arbeit für den Bereich „Arbeitsmärkte in Schwellen- und Transformationsländern“. Er zählt zu den international renommiertesten Arbeitsökonomen mit Schwerpunkt östliches Europa. „Für das IOS ist es eine ausgezeichnete Nachricht, dass wir zusammen mit unserem Stiftungsrat Hartmut Lehmann als Kollegen gewinnen konnten. Er wird das IOS nicht nur als Ökonom mit exzellentem Ruf voranbringen, er passt auch mit seinem umfassenden Verständnis des östlichen Europas hervorragend zu unserem Institut“, erklärt der Historiker Prof. Dr. Ulf Brunnbauer, Wissenschaftlicher Direktor des IOS. Ulf Brunnbauer, Hartmut Lehmann und Verwaltungsleiterin Angelika Zausinger bilden ab sofort den Vorstand des Instituts.

    Am IOS mit Sitz in Regensburg arbeiten Forschende unter anderem aus Geschichte, Ökonomie und Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Ost- und Südosteuropa. Lehmann wird künftig die Ausrichtung des wirtschaftswissenschaftlichen Bereichs lenken, er hat aber auch vertiefte historische Kenntnisse, aufgrund seines akademischen Werdegangs. Lehmann absolvierte zunächst ein Magister-Studium in Osteuropäischer Geschichte und Slawistik. Danach erst wandte er sich der Ökonomie zu, studierte in den USA und promovierte an der London School of Economics and Political Science. Es folgten berufliche Stationen unter anderem am ifo Institut in München und an der Heriot-Watt University in Edinburgh. Zudem ist er bis heute „Leading Research Fellow“ am Zentrum für Arbeitsmarkstudien der Higher School of Economics in Moskau und hat langjährige Erfahrung als Berater für die Weltbank und die OECD.

    Lehmanns Forschung bringt seine doppelte akademische Ausbildung im Grunde wieder zusammen. Sein Interesse gilt insbesondere den Arbeitsmärkten in den Transformationsländern Osteuropas, speziell Polen, Russland und Ukraine. In zahlreichen Publikationen und Projekten befasste er sich unter anderem mit der Arbeitsmarktpolitik nach dem Ende des Sozialismus, mit den Konsequenzen des Arbeitsplatzverlustes infolge des wirtschaftlichen Wandels oder mit informeller Beschäftigung.

    Die Faszination für das östliche Europa ist für Lehmann auch drei Jahrzehnte nach Ende des Ostblocks ungebrochen. „Die Region ist bis heute enorm spannend. Die Arbeitsmärkte in den ehemals planwirtschaftlichen Gesellschaften sind immer noch mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Gleichzeitig realisiert sich der ökonomische und gesellschaftliche Wandel, den wir weltweit beobachten, in Osteuropa in besonders pointierter und beschleunigter Form. Hier wird deutlich, wie Modernisierung im Arbeitsleben nicht nur zu gesteigerter Produktivität führt, sondern auch zu Polarisierung und größerer Ungleichheit in Einkommen, oft mit verheerenden Auswirkungen auf das politische Leben der Gesellschaft.“

    Am IOS wird Lehmann, 72, für zwei Jahre als stellvertretender Direktor tätig sein, die Stelle war bislang vakant. In dieser Zeit wird er vor allem langfristige empirische Forschung über das Verhalten von Haushalten und Firmen in Osteuropa auf den Weg bringen. Parallel wird Lehmann an der Universität Regensburg Vorlesungen halten. Das Institut selbst kennt er seit Langem gut: Er war in Regensburg unter anderem als Gastwissenschaftler tätig oder als Festredner auf Konferenzen. Lehmann: „Das IOS genießt in der Forschung zu Ost- und Südosteuropa einen sehr hohen Stellenwert – in Deutschland und international. Ich freue mich darauf, hier mit hervorragenden Kolleg*innen aus der Ökonomie, aber auch aus anderen Disziplinen zusammenzuarbeiten.“

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    Mit rund 70 Mitarbeiter*innen aus über einem Dutzend Ländern ist das Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) mit Sitz in Regensburg eine der größten Einrichtungen seiner Art. Aufgabe ist die Analyse historischer und gegenwärtiger Dynamiken in Ost- und Südosteuropa – und zwar aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Am IOS forschen Geschichts-, Wirtschafts- und Politikwissenschaftler*innen gemeinsam. Daneben veröffentlicht das Institut Fachzeitschriften und Buchreihen, fördert den akademischen Nachwuchs und beherbergt eine international führende Fachbibliothek. Mehr auf: www.leibniz-ios.de


    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, all interested persons
    Economics / business administration, History / archaeology, Politics
    transregional, national
    Personnel announcements
    German


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