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04/09/2008 08:49

Katalog der deutschsprachigen mittelalterlichen Handschriften der Universitäts- und Landesbibliothek Halle erschienen

Dipl.-Journ. Carsten Heckmann Öffentlichkeitsarbeit
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

    Die Universitäts- und Landesbibliothek Halle hat als 89. Band der hauseigenen Schriftenreihe zum Bibliotheks- und Büchereiwesen in Sachsen-Anhalt einen umfangreichen Katalog ihrer deutschen und niederländischen Handschriften des Mittelalters vorgelegt. "Mit dem nun erschienenen Katalog, dessen Erarbeitung zwischen 2002 und 2006 großzügig von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurde, schließen wir eine lange bestehende Lücke in der Beschreibung unserer wertvollen Altbestände", erklärt der Direktor der Universitäts- und Landesbibliothek, Dr. Heiner Schnelling.

    Auf insgesamt fast 550 Seiten, ergänzt um einen umfangreichen Abbildungsteil, beschreibt die Handschriftenspezialistin Dr. Brigitte Pfeil über 70 deutschsprachige sowie einige niederländische Codices und Fragmente nach modernen Standards der Handschriftenkatalogisierung. Bei den nun untersuchten Handschriften handelt es sich um Textüberlieferungen, die überwiegend dem 15. bis frühen 16. Jahrhundert entstammen. Inhaltlich dominiert die Sachliteratur, die durch zahlreiche Sachsenspiegel und Rechtshandschriften, historisch-chronikalische Textzeugen sowie medizinisch-alchemistische Sammlungen vertreten ist. Aber auch einige literarische Texte, mehrere Gebetbücher sowie theologische Handschriften wurden im Zuge der Katalogisierung zum Gegenstand einer ersten genaueren wissenschaftlichen Untersuchung.

    Da lediglich ein Teil dieser halleschen Handschriften durch ältere Kurzverzeichnisse erfasst worden war, gelangen in diesem Bestand zahlreiche Neufunde und bemerkenswerte Wiederentdeckungen verschollen geglaubter Handschriften. Als einen Glücksfall für die literaturwissenschaftliche Forschung darf man sicherlich die Wiederentdeckung der seit 100 Jahren verschollen geglaubten sogenannte "Bechsteinschen-Liederhandschrift" bezeichnen, die neben zahlreichen mittelalterlichen Liebesgedichten auch eine von insgesamt nur drei erhaltenen Abschriften des bekannten "Liederbuches der Klara Hätzlerin" enthält.

    In das exotische Gebiet der mittelalterlichen Alchemie hingegen führt beispielsweise eine zuvor nur in Teilen erschlossene mehr als 300 Blatt starke kleinformatige Pergamenthandschrift des 15. Jahrhunderts. Sie stammt wohl aus dem böhmisch-sächsischen Gebiet und bietet nicht nur viele wenig bekannte alchemistisch-mineralurgische Traktate, sondern auch einige besonders schmuckvolle Initialen.

    Interessant für Rechts- und Landeshistoriker dürfte sodann vor allem der Neufund einiger Magdeburger Schöffensprüche für die Stadt Alsleben sein, da diese erstmals belegen, dass Alsleben im Mittelalter dem Magdeburger Obergericht unterstand. "Mit solchen Entdeckungen, aber auch durch die grundlegende Erschließung der Handschriften selbst stellen wir reiches Untersuchungsmaterial für künftige weitere Forschungen an den halleschen Handschriften bereit", erläutert Dr. Schnelling.

    Brigitte Pfeil: Katalog der deutschen und niederländischen Handschriften des Mittelalters in der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle (Saale).
    Halle (Saale) 2007. 2 Bände; 545 S. (Schriften zum Bibliotheks- und Büchereiwesen in Sachsen-Anhalt Bd. 89/1 + 89/2). brosch. Preis: 60 €.

    Erhältlich über:
    Universitäts- und Landesbibliothek,
    06098 Halle/Saale,
    Tel.: 0345 55 22183
    E-Mail: winther@bibliothek.uni-halle.de

    Ansprechpartner:
    Dr. Heiner Schnelling
    Tel.: 0345 55 22000
    E-Mail: heiner.schnelling@bibliothek.uni-halle.de


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    Schmuckinitiale aus einer alchemistisch-metallurgischen Sammelhandschrift (Böhmisch-sächsischer Raum, um 1450-1460).
    Schmuckinitiale aus einer alchemistisch-metallurgischen Sammelhandschrift (Böhmisch-sächsischer Raum ...
    Source: Foto: ULB Halle


    Criteria of this press release:
    History / archaeology, Language / literature
    regional
    Scientific Publications
    German


     

    Schmuckinitiale aus einer alchemistisch-metallurgischen Sammelhandschrift (Böhmisch-sächsischer Raum, um 1450-1460).


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