Im Frühjahr dieses Jahres wurde ein Forschungsprojekt zur Programmgeschichte des DDR-Fernsehens an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Universität Leipzig abgeschlossen. In diesem Zusammenhang erschien die erste komplette Darstellung zur DDR-Fernsehgeschichte "Deutsches Fernsehen Ost". Nun werden Ergebnisse und Weiterführendes im Mitteldeutschen Multimediazentrum in Halle international diskutiert. Auf dem vierten Halleschen Medienkolloquium beschäftigen sich am 5. Juni Wissenschaftler aus Baltimore und Halle mit der Popmusik in der DDR und ihrer Präsenz in den Medien des Landes.
Der US-amerikanische Wissenschaftler Prof. Dr. Edward Larkey von der Universität in Baltimore eröffnet die Veranstaltung am Nachmittag des 5. Juni (14 Uhr) mit seinem Gastvortrag "Populäre Musik im Fernsehen der DDR: Pop als Propaganda". Gerade hat er den vielbeachteten Band "Rotes Rockradio" (Lit-Verlag) vorgelegt, wird sich aber in seinem Vortrag mit den Musikmagazinen im DDR-Fernsehen - quasi als Gegenstücke zum westdeutschen Beatclub -befassen und zahlreiche Beispiele zeigen.
Prof. Dr. Georg Maas, Musikpsychologe an der MLU, stellt die Entwicklung der populären Musik in Filmen der DEFA vor. Besonderes Augenmerk gilt den beliebten Musikfilmen "Heißer Sommer" und "Die Legende von Paul und Paula". Zwei Mitarbeiter aus dem halleschen Forschungsprojekt zur DDR-Fernsehgeschichte stellen zudem Ergebnisse ihrer Forschung vor. Thomas Wilke erläutert den besonderen Zusammenhang von Rundfunk und Diskothek in der DDR, vor dem Hintergrund einer zentralistisch organisierten Musikproduktion. Den Wandel der Darstellung von Jugendkultur und Popmusik in den Familienserien des DDR-Fernsehens untersucht schließlich Sascha Trültzsch und stellt die Entwicklung anhand von Ausschnitten aus den Serien dar.
Das 4. Hallesche Medienkolloquium ist eine weitere Präsentation der Ergebnisse der sechsjährigen Forschung, die gerade im Band "Deutsches Fernsehen Ost" (Verlag Berlin Brandenburg) publiziert wurden. MLU-Professor Reinhold Viehoff, neben Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz von der Universität Leipzig Sprecher des Forschungsprojektes, betont die Bedeutung der Unterhaltungssendungen: "Da sich das DDR-Fernsehen ständig in Konkurrenz zu den Sendungen von ARD und ZDF sah, war es entscheidend, gute Unterhaltungssendungen anzubieten, damit die Bürger nicht zum 'Klassenfeind' umschalteten. Konsequenterweise mussten auch für Jugendliche Angebote in Radio und Fernsehen mit populärer Musik von hoher Qualität vorhanden sein - denn die westliche Unterhaltungsindustrie hatte viel Attraktives zu bieten. Ein ungleicher Wettbewerb, den die DDR und ihre Medien kaum gewinnen konnten."
4. Hallesches Medienkolloquium
Zur Popmusik in der DDR und ihren medialen Repräsentationen
Donnerstag, 5. Juni 2008, 14 bis 18:30 Uhr
Mitteldeutsches Multimediazentrum MMZ, Raum 102
Mansfelder Str. 56
06108 Halle
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Reinhold Viehoff
Tel.: 0345 55 23571
E-Mail: reinhold.viehoff@medienkomm.uni-halle.de
Sascha Trültzsch
Tel: 0345 55 23586
E-Mail: trueltzsch@medienkomm.uni-halle.de
Cover "Deutsches Fernsehen Ost"
Criteria of this press release:
Media and communication sciences, Social studies
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications, Scientific conferences, Scientific Publications
German

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