idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
06/25/2008 10:44

Jacobs University leitet deutschen Beitrag zum Aufbau des größten Teleskops der Welt

Dagmar Becker Corporate Communications & Media Relations
Jacobs University Bremen

    Die Forschungsgruppe Astrophysik der Jacobs University Bremen unter der Leitung von Marcus Brüggen, Professor of Astrophysics, steht an der Spitze eines Konsortiums deutscher Universitäten und Forschungseinrichtungen, das sich an dem Aufbau des weltgrößten digitalen Radioteleskop LOw Frequency ARray (LOFAR) beteiligt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, unterstützt den deutschen LOFAR-Beitrag mit insgesamt rund 1,3 Mio. Euro für die nächsten drei Jahre. Von dem Geld soll sowohl ein Antennenfeld aufgebaut werden, als auch komplizierte Verfahren zur Analyse und Verarbeitung der Daten entwickelt werden.

    Radioteleskop LOFAR
    LOFAR ist der Wegbereiter für eine neue Generation von digitalen Radioteleskopen. Im Gegensatz zu den klassischen Systemen haben diese Teleskope keine beweglichen Parabolantennen, um den Himmel zu scannen, sondern bestehen aus einem Netz fest am Boden installierter Antennenfelder, die zum Teil hunderte Kilometer voneinander entfernt sind. Jedes Antennenfeld ist circa fussballfeldgross und besteht aus hunderten Antennen. Über Glasfaserkabel mit Übertragungsraten von 3 Gb/s ist jedes Antennenfeld mit dem zentralen Supercomputer verbunden, der die digitalisierten Signale der einzelnen Antennenfelder zu einem Bild zusammenfügt. LOFAR ist in der Lage in mehrere Richtungen gleichzeitig zu "blicken" und so mehrere Astronomen-Teams mit Daten zu versorgen.

    LOFAR wird von dem niederländischen Institut ASTRON in Dwingeloo entwickelt. Das Herzstück des Teleskops wird derzeit in der Nähe von Exloo in den Niederlanden errichtet; mindestens sieben weitere Stationen in ganz Europa sind außerdem geplant. LOFAR ermöglicht erstmals die Messung langwelliger Radiostrahlung von bis zu 10 m Wellenlänge. Die Wissenschaftler wollen so beispielsweise Strahlung von Wasserstoffgas aus der Frühzeit des Universums auffangen, um Einblicke in die Entstehung der ersten Sterne zu erhalten. Darüber hinaus erwarten sich die Wissenschaftler Aufschlüsse über extragalaktische Magnetfelder, Informationen über Schwarze Löcher und extrasolare Planeten. Auch die Radiostrahlung von Eruptionen auf der Sonne lässt sich mit LOFAR mit einer bislang unerreichten Präzision verfolgen und erlaubt so ein besseres Verständnis von Prozessen auf der Sonnenoberfläche und deren Einfluss auf das Leben auf der Erde.

    Deutsche Beteiligung
    An dem vom BMBF geförderten LOFAR-Forschungskonsortium beteiligen sich neben der Jacobs University Forscher der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Bonn, der Universität Hamburg, des Astrophysikalischen Instituts Potsdam und der Thüringer Landessternwarte Tautenburg. Allein das Fördervolumen für die Jacobs University beträgt in den kommenden drei Jahren 860.000 Euro. Neben Forschungspersonal wird der Aufbau eines Antennenfelds in der Nähe von Jülich gefördert. "Dieses Teleskop öffnet ein völlig neues Fenster ins Universum und wird schon in den ersten Jahren Millionen neuer Galaxien entdecken", kommentiert der Leiter des Konsortiums, Marcus Brüggen, die Möglichkeiten des neuen Riesenteleskops.


    Fragen zum Projekt beantwortet:
    Prof. Dr. Marcus Brüggen
    Professor of Astrophysics
    Tel: +49 (0)421 200-3251
    m.brueggen@jacobs-university.de


    More information:

    http://www.lofar.org


    Images

    Criteria of this press release:
    Geosciences, Mathematics, Physics / astronomy
    transregional, national
    Research projects
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).