Die Forschungsgruppe Astrophysik der Jacobs University Bremen unter der Leitung von Marcus Brüggen, Professor of Astrophysics, steht an der Spitze eines Konsortiums deutscher Universitäten und Forschungseinrichtungen, das sich an dem Aufbau des weltgrößten digitalen Radioteleskop LOw Frequency ARray (LOFAR) beteiligt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, unterstützt den deutschen LOFAR-Beitrag mit insgesamt rund 1,3 Mio. Euro für die nächsten drei Jahre. Von dem Geld soll sowohl ein Antennenfeld aufgebaut werden, als auch komplizierte Verfahren zur Analyse und Verarbeitung der Daten entwickelt werden.
Radioteleskop LOFAR
LOFAR ist der Wegbereiter für eine neue Generation von digitalen Radioteleskopen. Im Gegensatz zu den klassischen Systemen haben diese Teleskope keine beweglichen Parabolantennen, um den Himmel zu scannen, sondern bestehen aus einem Netz fest am Boden installierter Antennenfelder, die zum Teil hunderte Kilometer voneinander entfernt sind. Jedes Antennenfeld ist circa fussballfeldgross und besteht aus hunderten Antennen. Über Glasfaserkabel mit Übertragungsraten von 3 Gb/s ist jedes Antennenfeld mit dem zentralen Supercomputer verbunden, der die digitalisierten Signale der einzelnen Antennenfelder zu einem Bild zusammenfügt. LOFAR ist in der Lage in mehrere Richtungen gleichzeitig zu "blicken" und so mehrere Astronomen-Teams mit Daten zu versorgen.
LOFAR wird von dem niederländischen Institut ASTRON in Dwingeloo entwickelt. Das Herzstück des Teleskops wird derzeit in der Nähe von Exloo in den Niederlanden errichtet; mindestens sieben weitere Stationen in ganz Europa sind außerdem geplant. LOFAR ermöglicht erstmals die Messung langwelliger Radiostrahlung von bis zu 10 m Wellenlänge. Die Wissenschaftler wollen so beispielsweise Strahlung von Wasserstoffgas aus der Frühzeit des Universums auffangen, um Einblicke in die Entstehung der ersten Sterne zu erhalten. Darüber hinaus erwarten sich die Wissenschaftler Aufschlüsse über extragalaktische Magnetfelder, Informationen über Schwarze Löcher und extrasolare Planeten. Auch die Radiostrahlung von Eruptionen auf der Sonne lässt sich mit LOFAR mit einer bislang unerreichten Präzision verfolgen und erlaubt so ein besseres Verständnis von Prozessen auf der Sonnenoberfläche und deren Einfluss auf das Leben auf der Erde.
Deutsche Beteiligung
An dem vom BMBF geförderten LOFAR-Forschungskonsortium beteiligen sich neben der Jacobs University Forscher der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Bonn, der Universität Hamburg, des Astrophysikalischen Instituts Potsdam und der Thüringer Landessternwarte Tautenburg. Allein das Fördervolumen für die Jacobs University beträgt in den kommenden drei Jahren 860.000 Euro. Neben Forschungspersonal wird der Aufbau eines Antennenfelds in der Nähe von Jülich gefördert. "Dieses Teleskop öffnet ein völlig neues Fenster ins Universum und wird schon in den ersten Jahren Millionen neuer Galaxien entdecken", kommentiert der Leiter des Konsortiums, Marcus Brüggen, die Möglichkeiten des neuen Riesenteleskops.
Fragen zum Projekt beantwortet:
Prof. Dr. Marcus Brüggen
Professor of Astrophysics
Tel: +49 (0)421 200-3251
m.brueggen@jacobs-university.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geowissenschaften, Mathematik, Physik / Astronomie
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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