Bildung und Weiterbildung sind für Menschen, die ihre Schullaufbahn in
Hamburg im Jahr 1979 abgeschlossen hatten, zur ersten Bürgerpflicht
geworden. Zu diesem Ergebnis kommt nun eine fast 30 Jahre umfassende
Längsschnittstudie einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern um Prof. Dr. Harry Friebel vom Department Wirtschaft und
Politik zum Thema Bildungsbeteiligung und -benachteiligung.
Von 1980 bis 2006 verfolgten die Forscherinnen und Forscher in 17 Feldphasen
die Lebenswege von 130 Schulabgängerinnen und -abgängern aus Hamburg.
Fragestellungen der Längsschnittstudie mit dem Titel "Hamburger Biografie-
und Lebenslauf-Panel" sind: Wer ist Gewinner, wer ist Verlierer des
Bildungsbooms? Wie regiert die soziale Herkunft und das Geschlecht in den
Lebens- und Bildungsweg hinein? Was sind Chancen und Risiken von Bildung und
Weiterbildung? Die aktuelle Befragung der mittlerweile 42 bis 47jährigen
macht deutlich, dass sie Bildung und Weiterbildung für entscheidend für ihr
berufliches Fortkommen ansehen. Bei der Auswertung der biografischen Daten
zeigt sich, dass die soziale Herkunft, das Geschlecht und auch der
Arbeitsplatz Einfluss auf die Bildungsbeteiligung und darüber auf den
Lebenslauf der Beteiligten hatten. Gleichzeitig verstehen sich die Befragten
selbst aber als eigentliche Konstrukteure ihrer Handlungen, d.h., sie gehen
davon aus, dass sie ihre Beteiligung an Bildung und Weiterbildung
individuell steuern, ohne von ihrem Umfeld beeinflusst zu sein.
So zeigen die Ergebnisse zur Weiterbildung, dass Mitarbeiter(innen) größerer
Unternehmen, die häufig ein betriebliches Weiterbildungsangebot haben,
signifikant häufiger an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen als
Mitarbeiter(innen) kleinerer und mittlerer Unternehmen ohne ein solches
Angebot. In beiden Fällen gaben die Befragten aber mehrheitlich an, sich
allein zur Teilnahme an der Weiterbildung entschieden zu haben.
Die europaweit einzigartige Längsschnittstudie kombinierte methodisch
quantitativ auswertbare Fragebögen mit qualitativen Interviews. Die 130
untersuchten Hamburger Schulabgänger(innen) sind kontinuierlich seit 1980
bei der Befragung dabei. 1980 waren sie Jugendliche, heute sind sie im
mittleren Erwachsenenalter und haben größtenteils Kinder. Neben Bildungs-
und Weiterbildungsbiografien und persönlichen Wunschträumen werden auch die
zentralen Lebensbereiche Berufsausbildung und berufliche Entwicklung
einerseits sowie Familiengründung und Familienentwicklung andererseits
thematisiert.
Die Ergebnisse sind in folgenden aktuellen Veröffentlichungen ausführlich
dargestellt:
Friebel, Harry: Die Kinder der Bildungsexpansion und das lebenslange Lernen,
Hergensweiler (Ziel-Verlag) 2008
Friebel, Harry u.a.: Kinder der Bildungsexpansion: Weiterbildungsteilnahme
im Lebenszusammenhang, Pädagogische Rundschau, August 2008
Friebel, Harry: The Children of the Educational Expansion Era in Germany:
Education and Further Training Participation in the Life-Course, British
Journal of Sociology of Education, Volume 29, Number 5/ 2008
Für Rückfragen:
Prof. Dr. Harry Friebel
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Department Wirtschaft und Politik
Telefon: 42838-3205
E-mail: Harry.Friebel@wiso.uni-hamburg.de
Criteria of this press release:
Social studies, Teaching / education
transregional, national
Research results, Scientific Publications
German

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).