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03.09.2008 14:40

Kinder der Bildungsexpansion - Ergebnisse einer Längsschnittstudie zum lebenslangen Lernen

Viola Griehl Pressestelle
Universität Hamburg

    Bildung und Weiterbildung sind für Menschen, die ihre Schullaufbahn in
    Hamburg im Jahr 1979 abgeschlossen hatten, zur ersten Bürgerpflicht
    geworden. Zu diesem Ergebnis kommt nun eine fast 30 Jahre umfassende
    Längsschnittstudie einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen und
    Wissenschaftlern um Prof. Dr. Harry Friebel vom Department Wirtschaft und
    Politik zum Thema Bildungsbeteiligung und -benachteiligung.

    Von 1980 bis 2006 verfolgten die Forscherinnen und Forscher in 17 Feldphasen
    die Lebenswege von 130 Schulabgängerinnen und -abgängern aus Hamburg.
    Fragestellungen der Längsschnittstudie mit dem Titel "Hamburger Biografie-
    und Lebenslauf-Panel" sind: Wer ist Gewinner, wer ist Verlierer des
    Bildungsbooms? Wie regiert die soziale Herkunft und das Geschlecht in den
    Lebens- und Bildungsweg hinein? Was sind Chancen und Risiken von Bildung und
    Weiterbildung? Die aktuelle Befragung der mittlerweile 42 bis 47jährigen
    macht deutlich, dass sie Bildung und Weiterbildung für entscheidend für ihr
    berufliches Fortkommen ansehen. Bei der Auswertung der biografischen Daten
    zeigt sich, dass die soziale Herkunft, das Geschlecht und auch der
    Arbeitsplatz Einfluss auf die Bildungsbeteiligung und darüber auf den
    Lebenslauf der Beteiligten hatten. Gleichzeitig verstehen sich die Befragten
    selbst aber als eigentliche Konstrukteure ihrer Handlungen, d.h., sie gehen
    davon aus, dass sie ihre Beteiligung an Bildung und Weiterbildung
    individuell steuern, ohne von ihrem Umfeld beeinflusst zu sein.

    So zeigen die Ergebnisse zur Weiterbildung, dass Mitarbeiter(innen) größerer
    Unternehmen, die häufig ein betriebliches Weiterbildungsangebot haben,
    signifikant häufiger an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen als
    Mitarbeiter(innen) kleinerer und mittlerer Unternehmen ohne ein solches
    Angebot. In beiden Fällen gaben die Befragten aber mehrheitlich an, sich
    allein zur Teilnahme an der Weiterbildung entschieden zu haben.

    Die europaweit einzigartige Längsschnittstudie kombinierte methodisch
    quantitativ auswertbare Fragebögen mit qualitativen Interviews. Die 130
    untersuchten Hamburger Schulabgänger(innen) sind kontinuierlich seit 1980
    bei der Befragung dabei. 1980 waren sie Jugendliche, heute sind sie im
    mittleren Erwachsenenalter und haben größtenteils Kinder. Neben Bildungs-
    und Weiterbildungsbiografien und persönlichen Wunschträumen werden auch die
    zentralen Lebensbereiche Berufsausbildung und berufliche Entwicklung
    einerseits sowie Familiengründung und Familienentwicklung andererseits
    thematisiert.

    Die Ergebnisse sind in folgenden aktuellen Veröffentlichungen ausführlich
    dargestellt:
    Friebel, Harry: Die Kinder der Bildungsexpansion und das lebenslange Lernen,
    Hergensweiler (Ziel-Verlag) 2008
    Friebel, Harry u.a.: Kinder der Bildungsexpansion: Weiterbildungsteilnahme
    im Lebenszusammenhang, Pädagogische Rundschau, August 2008
    Friebel, Harry: The Children of the Educational Expansion Era in Germany:
    Education and Further Training Participation in the Life-Course, British
    Journal of Sociology of Education, Volume 29, Number 5/ 2008

    Für Rückfragen:
    Prof. Dr. Harry Friebel
    Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
    Department Wirtschaft und Politik
    Telefon: 42838-3205
    E-mail: Harry.Friebel@wiso.uni-hamburg.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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