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11/10/2008 13:07

Signale im Labyrinth der zellulären Membranen

Dr. Anne Hardy Marketing und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    Sammet-Gastprofessor Peter Walter aus San Francisco erklärt Schülern die Kommunikation zwischen Zell-Organellen/weitere öffentliche Vorträge

    FRANKFURT. Wie finden Proteine innerhalb der Zelle ihr Ziel? Funktioniert das Qualitätsmanagement der Zelle besser als das der Banken? Und, kommen Eisosomen von einem anderen Stern? Einblicke in diese faszinierenden Fragen seines Forschungsgebiets gibt der diesjährige Gastprofessor des Rolf Sammet-Fonds Peter Walter während seines einwöchigen Aufenthaltes an der Goethe-Universität. Ganz im Sinne der Bürgeruniversität richten sich zwei seiner Vorträge an ein interessiertes Laienpublikum: Am 17. November spricht er anlässlich der Vergabe der Rolf Sammet-Gastprofessur im Frankfurt Institut for Advanced Studies (FIAS) und am 20. November erklärt er seine Arbeit für Frankfurter Oberstufenschüler im Casino des Campus Westend. Als Höhepunkt des Frankfurt-Aufenthaltes von Peter Walter veranstaltet die Universität ein hochkarätig besetztes internationales Symposium am 21. und 22. November. Der Rolf Sammet-Fonds der Aventis Foundation ermöglicht seit 1985 jährlich, herausragende Forscher auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften an die Goethe-Universität einzuladen.

    Peter Walter, ein international herausragender Zellbiologe und Biochemiker, ist Leiter der Abteilung für Biochemie und Biophysik an der University of California in San Francisco. Er gehört renommierten wissenschaftlichen Gesellschaften wie der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der National Academy of Sciences und der European Molecular Biology Organization an. Der gebürtige Berliner, der schon mit 12 Jahren Wissenschaftler werden wollte, studierte bis zum Vordiplom Chemie an der Freien Universität Berlin. Dann wechselte er an die Vanderbilt University in Nashville, Tennessee, wo er seinen Abschluss in organischer Chemie machte.

    Sein Interesse für die Biochemie der Zellorganellen entdeckte er als Doktorand im Labor des Nobelpreisträgers Günter Blobel an der Rockefeller University in New York. Walters Beiträge zum Verständnis der Proteinsynthese im Endoplasmatischem Reticulum (ER) sind von großer medizinischer Bedeutung. Störungen in diesem Mechanismus führen zu einer Reihe von Krankheiten, darunter Krebs, Diabetes, Zystische Fibrose sowie Gefäßkrankheiten und neurodegenerative Erkrankungen.

    Bereits während seiner Doktorarbeit entdeckte Peter Walter ein Signalerkennungspartikel (SRP), das sich an entstehende Polypeptidketten heftet. Das sind Vorstufen von Proteinen, deren Synthese an freien Ribosomen der Zelle beginnt. In ihre dreidimensionale Form sollen sie sich aber erst im ER falten, wo auch eine strenge Qualitätskontrolle stattfindet. Deshalb unterbindet das SRP die weitere Produktion der Polypeptidkette, indem es sich an das Ribosom heftet. An der Membran des ER angekommen, wird das SRP von einem Rezeptor erkannt und löst sich vom Ribosom. Dieses nimmt die Produktion der Polypeptidkette wieder auf, wobei diese nun durch eine Pore in der Membran das ER direkt an den Zielort gelangt. In den 1990er Jahren studierten Walter und seine Mitarbeiter auch die Schutzmechanismen der Zelle im Fall fehlgefalteter Proteine. Die Fehlfaltung löst mehrere Signale aus, deren Balance zwischen Leben und apoptotischen Tod der Zelle entscheiden.

    "Peter Walter ist ein Meister der Proteinkomplexe; Aufgrund seiner thematischen und technischen Ausrichtung gibt es zahlreiche Anknüpfungspunkte zur Goethe-Universität mit ihrem international beachteten Forschungsschwerpunkt in der Proteinforschung", erklärt Prof. Enrico Schleiff, der die diesjährige Rolf Sammet-Gastprofessur koordiniert.

    Zu Ehren des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Hoechst AG, Prof. Rolf Sammet, wurde 1985 die Rolf Sammet-Stiftung ins Leben gerufen. Der heutige Rolf Sammet-Fonds der Aventis Foundation ist mit einem Stiftungsvermögen von rund 500.000 € ausgestattet und vergibt jährlich eine Gastprofessur in Zusammenarbeit mit der Universität Frankfurt. "Mit dieser Gastprofessur soll der internationale wissenschaftliche Austausch der Universität in Forschung und Lehre, insbesondere im Bereich der Lebenswissenschaften gefördert werden" sagt Prof. Dr. Günther Wess, Mitglied des Kuratoriums des Rolf Sammet-Fonds.

    Die Aventis Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main und wurde im Oktober 1996 von der Hoechst AG unter dem Namen Hoechst Foundation gegründet. Im Jahr 2000 wurde die Stiftung in Aventis Foundation umbenannt. Sie dient der Förderung von Kultur, gesellschaftlichen Projekten mit dem Schwer-punkt Gesundheitswesen sowie der Wissenschaft, Forschung und Lehre.

    Preisverleihung und Festvortrag
    Montag, 17. November 2008 um 17:00 Uhr im Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS)

    Perspective Lecture
    Dienstag, 18. November 2008, 18:00 Uhr, Klinikum der Goethe-Uni, Theodor-Stern-Kai 7, Neues Hörsaalgebäude, Hörsaal 22-1.

    Science goes to School
    Donnerstag, 20. November 2008, 11:00 Uhr, Festsaal Casino Campus Westend, Grüneburgplatz 1.

    Informationen: Prof. Enrico Schleiff, Tel: 069/798-29287, schleiff@bio.uni-frankfurt.de, Molekulare Zellbiologie der Pflanzen, Campus Niederrad.

    Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigte sie sich als eine der forschungsstärksten Hochschulen.

    Herausgeber: Der Präsident
    Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
    60054 Frankfurt am Main
    Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation
    Telefon (069) 798 - 2 92 28, Telefax (069) 798 - 2 85 30,
    E-Mail hardy@pvw.uni-frankfurt.de
    Internet: www.uni-frankfurt.de


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    Criteria of this press release:
    Biology
    regional
    Miscellaneous scientific news/publications, Schools and science
    German


     

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