Der menschliche Organismus wird täglich mit vielen Krankheitserregern konfrontiert. Bei ihrer Abwehr spielen die T-Zellen des Immunsystems eine zentrale Rolle. Eine Fehlregulation ihrer Aktivität führt entweder zu Immunschwäche oder aber zu überschießender Reaktion mit schweren Folgen, wie Autoimmunerkrankungen und Allergien. Deshalb sind Kenntnisse wichtig, wie derartige Fehlsteuerungen vermieden oder korrigiert werden können. Dieser Aufgabe widmet sich das nationale Forschungsprojekt "Systemanalyse von regulatorischen Netzwerken in T-Helfer-Zellen".
Koordiniert von Dr. habil. Ria Baumgrass, Arbeitsgruppenleiterin am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ), führt das interdisziplinäre Projekt experimentelle Immunologen und biologisch ausgerichtete Theoretiker zusammen. Sie gehören 5 verschiedenen Institutionen an: dem DRFZ (Prof. Dr. Andreas Radbruch, Dr. habil. Ria Baumgrass), der Charité Berlin (Prof. Dr. Hanspeter Herzel, Prof. Dr. Max Löhnig), dem Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin Berlin (Prof. Dr. Nikolaus Rajewsky), dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (Prof. Dr. Thomas Höfer) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (PD Dr. habil. Stephan König).
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das im Mai 2008 gestartete Forschungsvorhaben im Rahmen der Förderinitiative "Forschungseinheiten Systembiologie (FORSYS)" mit 2,04 Mio. Euro über einen Zeitraum von drei Jahren. Das erste Treffen der Projektpartner am 5. November 2008 am DRFZ in Berlin legte den weiteren Fortschritt der Arbeiten fest. Ziel ist, die Aktivierung und Differenzierung von T-Zellen und die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen genauer zu charakterisieren. Vorrangig interessiert, welche Gene wodurch und auf welche Weise aktiviert werden und wie dies die intrazelluläre Regulation und damit die Funktion der T-Zelle bestimmt. Damit lässt sich verstehen, wie sich Art und Menge von Einflussfaktoren auf den Entwicklungsweg einer T-Zelle auswirken und wie entschieden wird, ob sich die T- Zelle zu einer Effektor- oder Suppressorzelle wandelt oder ob sie gar abstirbt.
Von bisherigen Forschungsansätzen hebt sich das Projekt durch die enge Verbindung experimenteller Methoden mit mathematischen Modellen ab. Dadurch beschränkt sich die Betrachtung nicht auf Einzelprozesse. Vielmehr sollen regulatorische Netzwerke des intrazellulären Geschehens beschrieben werden, angefangen mit der Informationsübermittlung von Zellwandrezeptoren über die Aktivierung verantwortlicher Gene und Expression von Transkriptionsfaktoren bis hin zur Auslösung funktioneller Effekte.
Mit Hilfe dieser Netzwerke werden sich Schaltstellen und Schlüsselfaktoren der T-Zell-Aktivierung und -Differenzierung identifizieren lassen. Sie könnten den Weg zu neuen und Erfolg versprechenden Strategien zur Behandlung von Erkrankungen des Immunsystems eröffnen.
Kontakt
Projektmanagerin Dr. Sonja Kimmig
Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin
Charitéplatz 1, 10117 Berlin
E-Mail: kimmig@drfz.de
Tel.: 030 28460 732
Criteria of this press release:
Biology, Nutrition / healthcare / nursing
regional
Research projects, Transfer of Science or Research
German

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