idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
10.11.2008 15:17

Systembiologie verspricht besseres Verständnis komplexer Immunprozesse - Ein Weg zu neuen Therapieansätzen?

Jacqueline Hirscher Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin

    Der menschliche Organismus wird täglich mit vielen Krankheitserregern konfrontiert. Bei ihrer Abwehr spielen die T-Zellen des Immunsystems eine zentrale Rolle. Eine Fehlregulation ihrer Aktivität führt entweder zu Immunschwäche oder aber zu überschießender Reaktion mit schweren Folgen, wie Autoimmunerkrankungen und Allergien. Deshalb sind Kenntnisse wichtig, wie derartige Fehlsteuerungen vermieden oder korrigiert werden können. Dieser Aufgabe widmet sich das nationale Forschungsprojekt "Systemanalyse von regulatorischen Netzwerken in T-Helfer-Zellen".

    Koordiniert von Dr. habil. Ria Baumgrass, Arbeitsgruppenleiterin am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ), führt das interdisziplinäre Projekt experimentelle Immunologen und biologisch ausgerichtete Theoretiker zusammen. Sie gehören 5 verschiedenen Institutionen an: dem DRFZ (Prof. Dr. Andreas Radbruch, Dr. habil. Ria Baumgrass), der Charité Berlin (Prof. Dr. Hanspeter Herzel, Prof. Dr. Max Löhnig), dem Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin Berlin (Prof. Dr. Nikolaus Rajewsky), dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (Prof. Dr. Thomas Höfer) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (PD Dr. habil. Stephan König).
    Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das im Mai 2008 gestartete Forschungsvorhaben im Rahmen der Förderinitiative "Forschungseinheiten Systembiologie (FORSYS)" mit 2,04 Mio. Euro über einen Zeitraum von drei Jahren. Das erste Treffen der Projektpartner am 5. November 2008 am DRFZ in Berlin legte den weiteren Fortschritt der Arbeiten fest. Ziel ist, die Aktivierung und Differenzierung von T-Zellen und die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen genauer zu charakterisieren. Vorrangig interessiert, welche Gene wodurch und auf welche Weise aktiviert werden und wie dies die intrazelluläre Regulation und damit die Funktion der T-Zelle bestimmt. Damit lässt sich verstehen, wie sich Art und Menge von Einflussfaktoren auf den Entwicklungsweg einer T-Zelle auswirken und wie entschieden wird, ob sich die T- Zelle zu einer Effektor- oder Suppressorzelle wandelt oder ob sie gar abstirbt.
    Von bisherigen Forschungsansätzen hebt sich das Projekt durch die enge Verbindung experimenteller Methoden mit mathematischen Modellen ab. Dadurch beschränkt sich die Betrachtung nicht auf Einzelprozesse. Vielmehr sollen regulatorische Netzwerke des intrazellulären Geschehens beschrieben werden, angefangen mit der Informationsübermittlung von Zellwandrezeptoren über die Aktivierung verantwortlicher Gene und Expression von Transkriptionsfaktoren bis hin zur Auslösung funktioneller Effekte.
    Mit Hilfe dieser Netzwerke werden sich Schaltstellen und Schlüsselfaktoren der T-Zell-Aktivierung und -Differenzierung identifizieren lassen. Sie könnten den Weg zu neuen und Erfolg versprechenden Strategien zur Behandlung von Erkrankungen des Immunsystems eröffnen.

    Kontakt
    Projektmanagerin Dr. Sonja Kimmig
    Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin
    Charitéplatz 1, 10117 Berlin
    E-Mail: kimmig@drfz.de
    Tel.: 030 28460 732


    Bilder





    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege
    regional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


     


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).