Aktuelle Forschungserkenntnisse zu den Eis- und Sandwüsten der Erde stehen im Mittelpunkt eines Symposiums am 23./24. April 2009 in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Anhand von Beispielen aus dem Alpenraum, der Zentral-Sahara, den Polargebiete und den afrikanischen Nebelwüsten informieren Fachvorträge über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Ökosysteme von Extremgebieten.
"Wenn das Eis schmilzt und die Wüste wächst..." - unter dieses Motto haben die Kommission für Glaziologie und die Kommission für Geomorphologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ihr internationales Symposium gestellt. Gibt es einen kausalen Zusammenhang zwischen den schmelzenden Eismassen und den wachsenden heißen Wüsten? Wachsen diese Wüsten wirklich? Was steuert die natürlichen Lebensräume in den Extremlandschaften der Erde? Diese und weitere Fragen des Klimawandels und seine Auswirkungen auf die Ökosysteme der Extremgebiete diskutieren die Experten in den Sektionen "Eiswüsten", "Sandwüsten" und "Vermessung".
Auch der öffentliche Abendvortrag "Vom Polareis zur Hitzewüste. Klima- und Landschaftswandel in Extremgebieten" (23. April, 18.00 Uhr) verknüpft die Frage des aktuellen globalen Wandels mit Rückblicken in die Klima- und Landschaftsgeschichte der jüngsten Jahr(zehn)tausende. Den Vortrag begleiten die "Marktstände der Wissenschaft", die mit anschaulichen Beispielen den Forschungsalltag von Glaziologien und Geomorphologen zeigen.
Programm:
Donnerstag, 23.4.2009
14.00 Uhr
Begrüßung (Dietmar Willoweit, BAdW München)
14.15 Uhr
Eiswüsten - Trockenwüsten und die Bedeutung der Gebirge in diesen klimatischen Extremzonen (Bruno Messerli, Universität Bern)
15.00 Uhr
Glaziologische Polarforschung seit dem Internationalen Geophysikalischen Jahr 1957/58 (Hans Oerter, AWI Bremerhaven)
15.45 Uhr
Die Rolle der Geophysik in der modernen Glaziologie, neue Erkenntnisse aus den Gebirgen und Polarregionen (Christoph Mayer, BAdW München)
18.00 Uhr
Vom Polareis zur Hitzewüste - Klima- und Landschaftswandel in Extremgebieten
(Wolf Dieter Blümel, Universität Stuttgart)
Freitag, 24.4.2009
9.15 Uhr
Bardai - Geschichte einer Forschungsstation (Jörg Grunert, Universität Mainz)
10.00 Uhr
Die Ostsahara, der Garten Eden in der Eiszeit (Hans-Jürgen Pachur, FU Berlin)
11.15 Uhr
Gletschervermessung im Umbruch: Hat die Photogrammetrie ausgedient?
(Konrad Eder, TU München)
12.00 Uhr
Remote Sensing of Cold and Hot Environments: Glacier Changes in the Alps and Land Use Change in Africa (Petri Pellikka, Universität Helsinki)
12.45 Uhr
Bilderreigen aus dem Leben der Jubilare (Ludwig Braun, BAdW München)
Gleichzeitig werden mit der zweitägigen Veranstaltung die Verdienste von Horst Hagedorn, Oskar Reinwarth und ihrem kürzlich verstorbenen Kollegen Hermann Rentsch gewürdigt. Ihre Namen sind eng mit den beiden Akademiekommissionen verbunden. Die Extremlandschaften waren über Jahrzehnte ihre wissenschaftlichen Forschungsgebiete.
Vertreter der Medien sind herzlich zu dem Symposium eingeladen (Anmeldung per Mail an presse@badw.de oder per Fax 089/23031-1281).
Termin: Donnerstag, 23.April 2009, ab 14.00 Uhr und 24. April 2009, ab 9.00 Uhr
Ort: Bayerische Akademie der Wissenschaften, Plenarsaal, Alfons-Goppel-Str. 11, 80539 München (in der Residenz).
Criteria of this press release:
Environment / ecology, Geosciences, Oceanology / climate
transregional, national
Research results, Scientific conferences
German

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