idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
05/12/2009 17:52

Was passiert in den winzigen Poren technischer "Schwämme"?

Dr. Bärbel Adams Pressestelle
Universität Leipzig

    Leipziger Wissenschaftler schufen neuen Zugang zur Moleküldynamik in
    nanoporösen Festkörpern

    Mit dem Einsatz eines speziellen mikroskopischen Verfahrens, der Interferenzmikroskopie, gelang Wissenschaftlern des Profilbildenden Forschungsbereichs 1 der Universität Leipzig ein völlig neuer Zugang zur Erforschung der Geschwindigkeit des Stofftransportes in nanoporösen Festkörpern. Diese Ergebnisse veröffentlichten die Leipziger Forscher kürzlich in den führenden Journalen ihrer Fachrichtung, so unter anderem den renommierten Zeitschriften "Physical Review Letters" und "Angewandte Chemie, International Edition".

    Die untersuchten nanoporösen Festkörper - winzige Kristalle, die aber im technischen Einsatz Anlagen von vielen Kubikmetern füllen - bestehen aus der Natur nachgebauten Mineralien und gleichen Schwämmen. Deren Poren sind allerdings mit dem bloßen Auge nicht erkennbar, sondern bewegen sich in molekularen Größenordnungen. Zum Schauplatz eines Stofftransportes werden sie beispielsweise dann, wenn Erdöl verarbeitet werden soll. Das Öl, bzw. geeignet ausgewählte Bestandteile, werden dazu mit dem Mini-Poren-Festkörper in Kontakt gebracht. Während dieses Kontaktes - das kann beispielsweise ein Durchströmen sein - verändert sich die Molekülstruktur dieser Bestandteile. "Durch ihre Poren von Molekülgröße taugen solche Festkörper als Instrument für vielfältige umweltschonende Prozesse in der chemischen Industrie", erläutert Jörg Kärger, Professor für Experimentalphysik an der Universität Leipzig. "Insbesondere bei der Stoffwandlung durch spezielle Formen der Katalyse und der Stofftrennung durch selektive Adsorption, also oberflächliche Anreicherung, spielen sie eine wichtige Rolle."

    Doch nicht dieses längst angewande Verfahren entwickelten die Leipziger Wissenschaftler, sondern sie gingen seiner Funktionsweise auf den Grund. "Es geht hier um Grundlagenforschung im klassischen Sinne: Um Prozesse in der Praxis zu optimieren, also beispielsweise ressourcensparender oder umweltschonender ablaufen zu lassen, muss man in der Theorie so genau wie möglich wissen, was wirklich passiert und welche Parameter entscheidend sind", so Kärger. "Und hier hilft uns die Interferenzmikroskopie. Dieses Verfahren macht sich zunutze, dass sich mit der Konzentration von "Gast"-Molekülen auch die optischen Eigenschaften der untersuchten "Wirts"-Materialien verändern. Auf diesem Wege werden die zeitlichen Veränderung der Konzentrationsprofile in ihrem Inneren aufgezeichnet." Diese Art der Betrachtung über die Interferenz - also der Überlagerungserscheinungen bei Lichtwellen - wurde bisher noch nicht genutzt.

    Eine Serie von Veröffentlichungen in den "Königs-Journalen" von Physik und Chemie, so beispielsweise über die Molekül-"Einfang"-Wahrscheinlichkeit an Festkörperoberflächen, zum Zusammenhang zwischen intrakristalliner Diffusion und Oberflächenpermeation, zum Auftreten von "Gitter-Gasen" und zu den Mechanismen des Stofftransportes im Porenraum, dokumentiert den reichen wissenschaftlichen Ertrag, der mit diesem neuen Verfahren erzielt werden konnte. Nicht von ungefähr bilden daher diese Themen einen Schwerpunkt in der Arbeit des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gemeinsam mit ihrer niederländischen Partnerorganisation geförderten Internationalen Graduiertenkollegs "Diffusion in porösen Materialien".

    Weitere Informationen:
    Prof. Dr. Jörg Kärger
    Telefon: +49 341 97-32502
    E-Mail: kaerger@physik.uni-leipzig.de


    More information:

    http://www.grenzflaechenphysik.de


    Images





    Criteria of this press release:
    Chemistry, Physics / astronomy
    transregional, national
    Research results
    German


     


    For download

    x

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).