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06/16/2009 16:22

Rektorat unterstützt streikende Studierende: Kürzungspläne "skandalös"

Dipl.-Journ. Carsten Heckmann Pressestelle
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

    Zahlreiche Studierende der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) beteiligen sich derzeit an der bundesweiten Aktion "Bildungsstreik 2009". Sie haben ein Bildungscamp auf dem Universitätsplatz errichtet und einige Universitätsgebäude besetzt. Für morgen (Mittwoch, 17. Juni 2009) haben sie zu einer großen Demonstration aufgerufen. Das Rektorat der MLU zeigt großes Verständnis für die Proteste und teilt das Anliegen der Studierenden, die Unterfinanzierung der Hochschulen zu beenden. Die in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Kürzungspläne des Landesfinanzministers seien skandalös.

    Im Zuge der Hochschulstrukturreform 2004 wurde das MLU-Budget um 12,3 Prozent gekürzt - und für die Bologna-Reform nicht erhöht. Die Universität ist derzeit im Umfang von 88 Stellen unterfinanziert. Für das Jahr 2010 fehlen ihr nach ersten Schätzungen 12,6 Millionen Euro, für 2011 rund 14,2 Millionen. "Vor diesem Hintergrund halten wir die neuen Kürzungspläne des Landesfinanzministers für skandalös. Wenn es zu diesen Kürzungen kommt, ist die Martin-Luther-Universität in ihrer Existenz bedroht", sagt MLU-Rektor Prof. Dr. Wulf Diepenbrock. Zudem sei eine in den Bachelor-/Master-Studiengängen angestrebte bessere Betreuungsrelation bei fortschreitender Unterfinanzierung kaum zu realisieren.

    Die Proteste der Studierenden erhielten somit zusätzlichen Zündstoff. "Natürlich sollten Besetzungen in einem friedlichen Rahmen ablaufen. Auch sollten Studierende und Mitarbeiter, die ihrer Arbeit nachgehen wollen, nicht daran gehindert werden", sagt MLU-Rektor Prof. Dr. Wulf Diepenbrock. "Aber grundsätzlich ist festzuhalten: Die Sorgen der Studierenden sind berechtigt. Und mit ihren bisherigen Protestaktionen haben sie Kreativität bewiesen."

    Diepenbrock besucht täglich das Bildungscamp, um mit den Studierenden ins Gespräch zu kommen. Ihren kritischen Fragen stellte er sich zudem zusammen mit Prof. Dr. Christoph Weiser, Prorektor für Studium, Lehre, Weiterbildung und internationale Beziehungen, in einem offenen Plenum. "Das Rektorat kann sich nicht an die Spitze der Bewegung stellen, es bleibt ein studentischer Protest. Aber wenn es um die Frage der Unterfinanzierung geht, ist dieser Protest ungeteilt zu unterstützen", sagt Diepenbrock.

    Auch die studentische Kritik am Bologna-Prozess lasse das Rektorat nicht kalt. "Ich zweifle zwar nicht an der Sinnhaftigkeit der neuen Studienstruktur. Aber ein Teil der Studienprogramme scheint überfrachtet und nicht hinreichend wissenschaftlich ausgerichtet zu sein. Das ist in der Tat ein Problem, dem wir uns stellen müssen", erklärt der Rektor. "Mit der neuen Evaluationsordnung werden wir einen wichtigen Schritt tun, um die Studienabläufe zu optimieren."

    Ansprechpartner:
    Prof. Dr. Wulf Diepenbrock
    Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
    Telefon: 0345 55 21001
    E-Mail: rektor@uni-halle.de


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    interdisciplinary
    regional
    Science policy
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