Steuerungsgruppe Forschungsrating entwickelt Bewertungskriterien
für geisteswissenschaftliche Forschung
Die für die Weiterentwicklung des Forschungsratings verantwortliche Steuerungsgruppe hat die Entscheidung des Verbands der Historiker und Historikerinnen Deutschlands, das Forschungsrating nicht zu unterstützen, mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Der Verband verzichtet damit auf die Gelegenheit, stellvertretend für die Geisteswissenschaften an der Entwicklung eines angemessenen Ratingverfahrens maßgeblich mitzuwirken. Die Steuerungsgruppe vertritt die Auffassung, dass eine Verständigung über disziplinäre Standards und die Entwicklung geeigneter Bewertungsverfahren und -kriterien notwendig ist, wollen die Geisteswissenschaften den an sie bislang herangetragenen Kriterien wie Drittmittel- und Publikationsstatistiken nicht länger alternativlos ausgesetzt bleiben.
Angesichts der Vorbehalte, die der Historikerverband gegenüber einer exemplarischen Erprobung des Forschungsratings in den Geschichtswissenschaften geltend gemacht hat, hat die Steuerungsgruppe nun beschlossen, zunächst fächerübergreifend geeignete Bewertungskriterien für ein Ratingverfahren in den Geisteswissenschaften zu entwickeln. Zu diesem Zweck wird sie eine Unterarbeitsgruppe einsetzen, die geeignete Rahmenbedingungen der Bewertung geisteswissenschaftlicher Forschung definieren und fachspezifisch angemessene Bewertungskriterien erarbeiten soll. Um die Vielfalt der Forschungspraktiken berücksichtigen zu können, werden Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Geisteswissenschaften eingeladen, sich daran zu beteiligen. Die Unterarbeitsgruppe soll ihre Arbeit im Herbst dieses Jahres aufnehmen und im Frühjahr 2010 Ergebnisse vorlegen.
Bei dem Forschungsrating handelt es sich um ein vom Wissenschaftsrat entwickeltes, neuartiges Verfahren zur wissenschaftsgeleiteten und fachspezifischen Bewertung von Forschungsleistungen. Es wurde in einer Pilotstudie in den Fächern Soziologie und Chemie erprobt und wird derzeit in der Elektro- und Informationstechnik weiterentwickelt. Weitere Informationen sind unter www.forschungsrating.de verfügbar.
Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung.
Ansprechpartnerin: Dr. Christiane Kling-Mathey
Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates, Brohler Straße 11, 50968 Köln
Telefon: 0221/3776 - 243, Telefax: 0221/38 84 40, E-Mail: kling-mathey@wissenschaftsrat.de
Pressemitteilungen und Informationen: http://www.wissenschaftsrat.de
Criteria of this press release:
History / archaeology
transregional, national
Science policy
German

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