TUM-Satellit ins All gestartet

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Share on: 
12/04/2018 10:46

TUM-Satellit ins All gestartet

Dr. Ulrich Marsch Corporate Communications Center
Technische Universität München

    Studierende der Technischen Universität München (TUM) haben im Projekt MOVE-II einen voll funktionsfähigen Kleinsatelliten entwickelt. Eine Falcon 9 Rakete, die von Kalifornien aus startete, brachte den Satelliten gestern in die Erdumlaufbahn. Dort wird der Satellit unter anderem Forschungsdaten sammeln.

    MOVE-II ist ein würfelförmiger Satellit, ein sogenannter CubeSat, mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern. Die Studierendengruppe WARR (Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt) hat ihn mit Unterstützung von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen des Lehrstuhls für Raumfahrttechnik innerhalb von drei Jahren entwickelt und gebaut. Insgesamt 200 Studierende waren an dem Projekt beteiligt.

    „Für uns steht dabei die Ausbildung im Vordergrund“, erklärt Doktorand Martin Langer, der das Team fachlich unterstützt. „Die Studierenden können an einem echten Raumfahrtprojekt mitarbeiten, von der Idee bis zum Start in den Orbit und anschließend auch am Missionsbetrieb. Das bringt einerseits Erfahrung für spätere Projekte in der Industrie, andererseits ist es natürlich auch ein ungemeiner Motivationsfaktor.“

    Vier Flügel sammeln Solarenergie

    Der 1,2 kg schwere Satellit ist mit einigen technologischen Innovationen ausgestattet: Er besitzt vier ausklappbare Solarflügel und kann so durchschnittlich mehr Strom produzieren als andere Satelliten derselben Größe. Zum Ausklappen dieser Flügel wird ein auf Formgedächtnislegierungen basierender Mechanismus verwendet. Die Verformung solcher Legierungen kann durch Temperaturerhöhung rückgängig gemacht und der Mechanismus daher immer wieder ausgelöst werden. Dies ist vor allem für die Tests vor dem Flug wichtig. Außerdem trägt MOVE-II leistungsfähige Solarzellen, welche auf das Sonnenspektrum im Weltraum optimiert sind und zum ersten Mal im All getestet werden.

    „Es gibt auch eine Reihe von Subsystemen im Inneren des Satelliten, die technologisches Neuland für uns sind“, sagt Langer „Beispielsweise die beiden Transceiver, also die Kommunikationssysteme des Satelliten. Hier nutzen wir die Software Defined Radio Technologie. Die Sende- und Empfangsparameter können mithilfe der Software sehr flexibel eingestellt und theoretisch auch noch im Orbit, also nach dem Start des Satelliten, angepasst werden.“

    Der Satellit wird außerdem vom Boden aus mit einer Missionskontrollsoftware und einem zugehörigen Interface gesteuert, das von den Studierenden entwickelt wurde. „Alle diese Systeme werden wir testen, die Ergebnisse auswerten, und dann weitere Verbesserungen an den Systemen vornehmen“, sagt Langer. MOVE-II wird maximal zehn Jahre im All bleiben und dann restlos in der Atmosphäre verglühen.

    Neue Fakultät garantiert weiterhin exzellente Ausbildung

    Die Ausbildung ist ein wichtiger Fokus der neuen TUM-Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie in Ottobrunn/Taufkirchen. Dort sollen 30 neue Professorinnen und Professoren berufen werden. Die Fakultät wirkt damit der Abwanderung der Expertise in den Bereichen entgegen und trägt zur Zukunftssicherung des Standorts Münchens und Bayerns bei. Zusätzlich wird ein exzellentes Ausbildungsprogramm für zukünftige Ingenieure und Ingenieurinnen aufgebaut.

    Die Gründung der Fakultät hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder in seiner Regierungserklärung am 18. April dieses Jahres angekündigt.

    Mehr Informationen

    Das Projekt MOVE-II wird von der Raumfahrt-Agentur des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unter dem Förderkennzeichen 50 RM 1509 gefördert.


    Contact for scientific information:

    Dipl.-Ing. Martin Langer
    Technische Universität München
    Lehrstuhl für Raumfahrttechnik
    +49 (89) 289 - 15995
    martin.langer@tum.de


    More information:

    http://Hochauflösende Bilder: https://mediatum.ub.tum.de/1467260


    Criteria of this press release:
    Journalists
    Physics / astronomy
    transregional, national
    Advanced scientific education, Research projects
    German


    Der Kleinsatellit MOVE-II


    For download

    x

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).

    Cookies optimize the use of our services. By surfing on idw-online.de you agree to the use of cookies. Data Confidentiality Statement
    Okay