idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Thema Corona

Imagefilm
Science Video Project
idw-News App:

AppStore



Share on: 
11/10/2020 15:48

DFG bewilligt über vier Millionen Euro für die Fortsetzung des Graduiertenkollegs »Identität und Erbe«

Claudia Weinreich Universitätskommunikation
Bauhaus-Universität Weimar

    Das Graduiertenkolleg »Identität und Erbe«, das im Oktober 2016 von der Technischen Universität Berlin und der Bauhaus-Universität Weimar gemeinsam eingerichtet worden ist, geht in seine zweite Förderperiode. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat am 6. November 2020 Mittel in Höhe von etwa 4,1 Mio. Euro für weitere viereinhalb Jahre Grundlagenforschung bewilligt.

    Neben je sechs Promotionsstellen in Berlin und Weimar sind erstmals auch die Fachhochschulen in Erfurt und Dessau mit je einer Doktorandenstelle beteiligt und im Team vertreten. Die interdisziplinäre Ausrichtung des Kollegs – Denkmalpflege, Bauforschung, Kunstgeschichte, Architektur, Geschichte, Soziologie, Stadtplanung und Stadtforschung – wird in der neuen Förderperiode um die Archivwissenschaft und die Wissenschaftsphilosophie erweitert.

    Im Zentrum des Kollegs steht weiterhin die Erforschung der Zusammenhänge zwischen dem Affirmationsbedarf von Gemeinwesen und der Aneignung von Kulturerbe, welches für Geschichts- und Identitätspolitiken mobilisiert wird. »Die letzten Jahre haben die Aktualität dieser Thematik nochmals verstärkt vor Augen geführt, denkt man beispielsweise an die Übernahme des Identitätsbegriffs durch nationalistische Bewegungen, an die gezielte Zerstörung von Kulturerbe in kriegerischen Konflikten oder auch an die Angriffe auf Denkmäler des Kolonialismus«, veranschaulicht Prof. Hans-Rudolf Meier, neuer Sprecher des Graduiertenkollegs und Professor für Denkmalpflege und Baugeschichte an der Fakultät Architektur und Urbanistik der Bauhaus-Universität Weimar.

    In der zweiten Förderperiode sollen daher vermehrt Identitäts- und Erbefragen im Zusammenhang mit Macht, Gewalt, Konflikten und gezielter Zerstörung von Kulturerbe in den Blick genommen werden. Als Mittel der Kriegsführung in Konflikten eingesetzt, zielt die Zerstörung von Kulturgut ausdrücklich auf Destabilisierung, Verunsicherung, Negierung der Geschichte und Kultur sowie der Selbstverortung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Diese Vorgänge sollen im Einzelfall untersucht werden. Ebenfalls forscherisch im Graduiertenkolleg zu beleuchten sind unterschiedliche Formen von Anteilnahme und Protest in Folge von Kulturgutzerstörung. Dies können zum Beispiel weltweite Unterstützungsbewegungen, solidarische transnationale Verlustgemeinschaften, aber auch Betroffenheits- und Deutungskonkurrenzen sein.


    Contact for scientific information:

    Bei Rückfragen können Sie sich gerne wenden an Prof. Hans-Rudolf Meier, Sprecher des Graduiertenkollegs, Professur Denkmalpflege und Baugeschichte, Bauhaus-Universität Weimar: Tel. +49(0)3643 / 58 31 30, E-Mail: hans-rudolf.meier@uni-weimar.de


    More information:

    http://www.identitaet-und-erbe.org
    http://www.dfg.de


    Criteria of this press release:
    Journalists
    Construction / architecture, Cultural sciences, History / archaeology, Philosophy / ethics, Social studies
    transregional, national
    Research projects
    German


    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).