International bekannt wurde Patrick Cramer durch die Aufklärung der dreidimensionalen Struktur eines zentralen Enzyms höherer Zellen, der RNA-Polymerase II. Es übersetzt die in der DNA kodierten Gene in RNA, mit deren Hilfe die Zelle Proteine herstellt. Mit der Struktur wurde erstmals der Mechanismus klar, durch den diese Übersetzung (Transkription) vonstattengeht. Wann die Zelle welche Gene aktiviert, ist seitdem zentrales Forschungsthema des heutigen Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft. Im Rahmen seiner Rolf-Sammet-Stiftungsgastprofessur an der Goethe-Universität wird Cramer in sechs Vorträgen über Gentranskription und -regulation sprechen.
FRANKFURT. Die DNA enthält zwar den Bauplan des Lebens, doch damit sich das Leben auch entfalten kann, muss dieser Bauplan gelesen und – in zeitlich wohl koordinierter Weise – in Proteine umgesetzt werden. Einige dieser Proteine sind Teil von Strukturen, die meisten jedoch setzen als Enzyme biochemische Reaktionen in Gang. So sorgen sie zum Beispiel für Stoffwechsel und Kommunikation, für Wachstum und die zahlreichen Spezialaufgaben, die Zellen in höheren Organismen übernehmen.
Nichts weniger als dieses „System Leben“ ist das Forschungsgebiet von Prof. Patrick Cramer, Chemiker und Strukturbiologe, Direktor am Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften und seit 2023 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Nach der Aufklärung der dreidimensionalen Struktur der RNA-Polymerase II lieferten er und sein Labor viele grundlegende Beiträge zum Verständnis der Transkription von Genen in höheren – eukaryotischen – Zellen, aus denen Pflanzen, Tiere und auch der Mensch bestehen. Seine Arbeitsgruppe verbindet moderne Strukturbiologie mit der funktionellen Analyse des Zusammenspiels aller Gene, um zu verstehen, wie Gene an- und abgeschaltet werden und wie Störungen dieser Prozesse zu Krankheiten beitragen.
Kurz nach Ausbruch der COVID-19-Pandemie machte sein Team sichtbar, wie das SARS-CoV2-Virus sein Erbgut in menschlichen Zellen vermehrt, indem es die Struktur der SARS-CoV2-Polymerase charakterisierte. Damit schufen Cramer und sein Labor eine Grundlage für die Entwicklung antiviraler Therapien.
Einblicke in die neue Welt der Wissenschaft sowie in die Gentranskription und -regulation wird er in einer öffentlichen Vortragsreihe vom 15. bis 16. Januar und am 12. und 13. Februar an der Goethe Universität und bei Sanofi vorstellen. Besonders hingewiesen sei auf die beiden Vorträge:
Verleihung der Gastprofessur
durch Dekan Prof. Clemens Glaubitz und Prof. Dieter Steinhilber
und Vorlesung „Die neue Welt der Wissenschaft“
Donnerstag, 15. Januar 2026, 17:00 Uhr
Hörsaal Chemie N/H1
Max-von-Laue-Str. 7, 60438 Frankfurt (Campus Riedberg)
Bürgervorlesung
„Wie Gene funktionieren“
Donnerstag, 12. Februar 2026, 18:00 Uhr
Hörsaal 3, Otto-Stern-Zentrum
Ruth-Moufang-Str. 2, 60438 Frankfurt (Campus Riedberg)
Am 16. Januar hält Patrick Cramer zudem auf dem Campus Riedberg je eine Vorlesung für Studierende und für Wissenschaftler*innen sowie am 12. Februar eine Vorlesung auf dem Campus Niederrad für Mediziner*innen. Zum Abschluss der Gastprofessur spricht Patrick Cramer am 13. Februar beim Biopharma-Unternehmen Sanofi im Industriepark Höchst.
Die Rolf Sammet-Gastprofessur, gestiftet von der Aventis Foundation, ist eine der ältesten Stiftungsgastprofessuren an der Goethe-Universität. Sie wurde 1985 von der Hoechst AG gegründet zu Ehren ihres langjährigen Vorstandsvorsitzenden, Prof. Rolf Sammet, der seit 1975 auch Honorarprofessor an der Goethe-Universität war. Seit Januar 2015 wird sie von der Universität in Eigenregie weitergeführt. Die Aventis Foundation hat dafür den Rolf Sammet-Stiftungsfonds an der Goethe-Universität mit einer Million Euro ausgestattet. Jedes Jahr wird ein international renommierter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Naturwissenschaften nach Frankfurt eingeladen, um sein Forschungsgebiet und seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte in kompakter Form vorzustellen.
Bilder zum Download:
https://mpg.canto.de/b/HBTKR
Bildtext: Prof. Dr. Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Foto: Katrin Binner / MPG
Prof. Dr. Dieter Steinhilber
Institut für Pharmazeutische Chemie
Goethe-Universität Frankfurt
Tel.: 069 798-29324
Steinhilber@em.uni-frankfurt.de
https://www.uni-frankfurt.de/46321548/Rolf_Sammet_Stiftungsgastprofessur Programm der Rolf-Sammet-Stiftungsgastprofessur 2025
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
Biology, Chemistry, Medicine
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications, Studies and teaching
German

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