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02/26/2026 16:12

Leuchtturm der Quantenforschung: Universität Paderborn eröffnet hochmodernes „PhoQS Lab“ für die Zukunft der Photonik

Nina Reckendorf Stabsstelle Presse, Kommunikation und Marketing
Universität Paderborn

    Nach drei Jahren Bauzeit wurde das „Photonic Quantum Systems Laboratory“ (PhoQS Lab) der Universität Paderborn, ein hochspezialisiertes Forschungszentrum auf dem Gebiet der Quantentechnologien, am 26. Februar offiziell eröffnet. Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Rolf-Dieter Jungk, Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, sowie Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, haben die feierliche Einweihung des neuen Forschungsbaus begleitet und Glückwünsche überbracht.

    Am PhoQS Lab, das nun das „Institut für Photonische Quantensysteme“ (PhoQS) beherbergt, arbeiten Wissenschaftler*innen verschiedener Fachexpertisen zusammen, um Grundlagenforschung in die Anwendung zu bringen und künftige Schlüsseltechnologien zu entwickeln.

    Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft würdigten die Paderborner Spitzenforschung im Bereich der Quantenphotonik, die das Potenzial hat, die digitale Welt grundlegend zu verändern. Denn photonische Anwendungen, also solche, die auf Licht basieren, sind besonders wichtig für die künftige Kommunikation, den Datentransfer oder die Sensorik. Durch den Aufbau eines wissenschaftlichen Ökosystems entstehen nationale sowie internationale Partnerschaften mit führenden Institutionen und Unternehmen, die die Innovationskraft der Region steigern. „Mit dem PhoQS Lab eröffnen wir in Nordrhein-Westfalen ein einzigartiges Forschungsgebäude für eine der wichtigsten Zukunftstechnologien unserer Zeit. Quantentechnologien werden unsere Wirtschaft, unsere Kommunikation und unseren Alltag grundlegend verändern. Hier in Paderborn entstehen die Ideen und Innovationen, die über technologische Wettbewerbsfähigkeit, neue Arbeitsplätze und nachhaltigen Wohlstand entscheiden. Nordrhein-Westfalen zeigt damit: Wir wollen die technologische Revolution aktiv mitgestalten und international Maßstäbe setzen. Mit gezielten Investitionen in Spitzenforschung stärken wir unseren Standort nachhaltig und schaffen die Grundlage dafür, dass Zukunftstechnologie ‚Made in NRW‘ weltweit gefragt ist. Das PhoQS Lab steht exemplarisch für unseren Anspruch, Nordrhein-Westfalen als führendes Innovations- und Technologieland in Europa weiter auszubauen und für unser Ziel, die technologische Souveränität unseres Landes zu stärken“, so Ministerpräsident Wüst.

    Staatssekretär Dr. Jungk erklärte: „Quantentechnologien sind die Schlüsseltechnologie von morgen, gewürdigt auch in der Hightech Agenda Deutschland. Die außergewöhnlichen Effekte auf kleinster Ebene bieten größtes Potenzial für Anwendungen, die heute noch undenkbar sind. Mit dem PhoQS Lab bekommt die Universität Paderborn eine einzigartige Infrastruktur mit besten Bedingungen für Forscherinnen und Forscher. Paderborn wird zum Leuchtturm der photonischen Quantentechnologien – dort wird das Licht gezähmt, um damit zu rechnen, zu kommunizieren und zu messen.“

    Wissenschaftsministerin Brandes hält fest: „Quanten-Spitzenforschung ist in Nordrhein-Westfalen zuhause. Mit dem PhoQS Lab haben wir einen herausragenden Forschungsbau geschaffen, der neue Maßstäbe für die photonische Quantenforschung setzt. Quantentechnologien werden beispielsweise dabei helfen, präzisere und schnellere medizinische Diagnosen zu treffen oder unsere Kommunikation sicherer zu verschlüsseln als jemals zuvor. Damit werden die Quantentechnologien unsere digitale Welt revolutionieren. Als Land Nordrhein-Westfalen investieren wir in die Zukunftstechnologien, die den Menschen ein fortschrittliches und besseres Leben ermöglichen.“

    „Herausragende Wissenschaft im Bereich der Quantentechnologien und eine Infrastruktur, die nahezu einzigartig ist, stärken nicht nur den Forschungsstandort Nordrhein-Westfalen, sondern die nationale und internationale Forschung auf einem Gebiet, das für unserer aller Zukunft immer wichtiger wird“, sagte Prof. Dr. Matthias Bauer, Präsident der Universität. Photonische Anwendungen, beispielsweise die der Quantenkryptografie, können u. a. Banktransaktionen, Regierungsdaten und ähnliche Informationen abhörsicher verschlüsseln und damit sensible Daten schützen.

    Prof. Dr. Christine Silberhorn, Sprecherin des PhoQS, präsentierte mit einem photonischen Quantenchip eines der Herzstücke der Paderborner Forschung. Die Chips im Miniaturformat können auf lange Sicht ein Quanteninternet mit Netzwerk-Quantenrechnern möglich machen. Dafür gibt es am PhoQS Lab jetzt die passende Infrastruktur: Mit einer Bruttogrundfläche von 7.950 Quadratmetern umfasst es vier Vollgeschosse und ein Teilgeschoss für die technischen Anlagen. Eine Besonderheit ist die statische Trennung von Büro- und Labortrakt durch eine schallentkoppelnde Setzfuge, die schwingungsfreie Messungen im Laborbereich garantiert. Die empfindlichsten Messgeräte ruhen auf speziell entkoppelten Fundamenten, die direkt auf dem felsigen Untergrund liegen und Vibrationen minimieren. Ein rund 1.000 Quadratmeter großer Reinraumbereich gewährleistet eine saubere Umgebung mit präziser Kontrolle von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Partikelfreiheit. Denn ein winziges Staubkorn kann die Arbeit monatelanger Forschung ruinieren. „Das PhoQS Lab ist ein Meilenstein für die internationale Quantenforschung. Wir können hier extrem aufwendige Experimente durchführen mit dem Ziel, neue Forschungsansätze in der Technologieentwicklung zu photonenbasierten Quantenanwendungen und einer skalierbaren Quantenphotonik umzusetzen“, so Prof. Silberhorn.

    Den Festvortrag zum Thema „Wenn Licht Maßstäbe setzt – Photonik und Quantentechnologien als Schlüsseltechnologien für Wirtschaft und Gesellschaft“ hielt Prof. Dr. Cornelia Denz, Präsidentin der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Braunschweig.

    Das PhoQS Lab wurde bereits in der Projekt- und Antragsphase vom Wissenschaftsrat, der Empfehlungen für die Forschungspolitik gibt, mit der Bestnote „herausragend“ bewertet. Auf dieser Grundlage erfolgte im Mai 2020 die Genehmigung durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK). In der GWK wirken die Wissenschafts- und Finanzministerien von Bund und Ländern mit dem Ziel zusammen, die Leistungsfähigkeit des Forschungsstandorts Deutschland zu fördern. Ihr Beschluss ist Ausweis der überregionalen Bedeutung des PhoQS Lab. Die Gesamtbaukosten von etwa 82,7 Millionen Euro haben das Land NRW und der Bund gemeinsam getragen, der Bund unterstützte das Vorhaben mit einer Fördersumme von 24,69 Millionen Euro. Die Universität Paderborn beteiligte sich an diesen Kosten mit rund 3,3 Millionen Euro. Geplant und umgesetzt wurde das Gebäude vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW).

    Hören Sie dazu im Paderborner Podcast „Wissen2Wirtschaft…und zurück“: Wie Quantenphotonik Zukunftstechnologien ermöglicht (Link: wissen2wirtschaft.podigee.io/7-wie-quantenphotonik-zukunftstechnologien-ermoglicht)


    Contact for scientific information:

    Prof. Dr. Christine Silberhorn, Institut für Photonische Quantensysteme (PhoQS) an der Universität Paderborn, Fon: +49 5251 60-5884, E-Mail: christine.silberhorn@uni-paderborn.de


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    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars
    Physics / astronomy
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Organisational matters
    German


     

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