Das Forschungskolleg Mecila untersucht sozialen Zusammenhalt und das Zusammenleben im Kontext wachsender Ungleichheiten und gesellschaftlicher Polarisierung in Lateinamerika / Insgesamt 2,39 Millionen Euro über drei Jahre
Das Maria Sibylla Merian Centre „Conviviality–Inequality in Latin America“ (Mecila) ist ein in São Paulo ansässiges Forschungskolleg mit Beteiligung der Universität zu Köln. Seit 2017 wird die Kooperation deutscher und lateinamerikanischer Partnerinstitutionen vom Bundeministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Für die Schlussphase erhält Mecila von April 2026 bis März 2029 insgesamt weitere 2,39 Millionen Euro. 700.000 Euro davon fließen in das Teilprojekt „[Hi]Stories of Conviviality“ an der Universität zu Köln.
Das Forschungskolleg untersucht aus interdisziplinärer und historischer Perspektive die sogenannte „Konvivalität“: den sozialen Zusammenhalt und das Zusammenleben im Kontext wachsender Ungleichheiten und gesellschaftlicher Polarisierung. In der neuen Förderphase stehen zwei Forschungsschwerpunkte im Vordergrund: die Folgen der Digitalisierung und die damit verbundenen Ungleichheiten für den sozialen Zusammenhalt sowie die Auswirkungen der Klimakrise für das Zusammenleben von Menschen untereinander sowie mit anderen Lebewesen.
Die Kölner Research Area „[Hi]Stories of Conviviality“ leitet die Forschung zur historischen Dimension von Konvivialität. Forschende analysieren dafür das Verhältnis zwischen sozialem Miteinander und Ungleichheit in unterschiedlichen geschichtlichen Kontexten. Die beteiligten Wissenschaftler*innen untersuchen, wie sich das Zusammenleben in (pluralen) Gesellschaften, die von Ungleichheit geprägt sind, kulturell, sozioökonomisch und rechtlich dargestellt und verändert hat. Das Kölner Teilprojekt übernimmt zudem eine zentrale Rolle im Aufbau und der Etablierung einer Forschungsdatenmanagement(infra)struktur.
Das Kolleg fördert internationale Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Institutionen verschiedener Weltregionen sowie zwischen Forschenden unterschiedlicher Disziplinen und Karrierestadien. Der Kölner Forschungsbereich fördert zudem Wissenschaftler*innen durch Post-Doc Fellowships. Die Mehrsprachigkeit des Kollegs – geforscht und gearbeitet wird auf Deutsch, Englisch, Portugiesisch und Spanisch – ermöglicht die Integration verschiedener, für das Forschungsprogramm einschlägiger Wissenskreise.
„Mecila ist ein einzigartiges, internationales Konsortium, verankert im Globalen Süden mit hoher Kölner Beteiligung“, sagt Professorin Dr. Gesine Müller, Leiterin der Kölner Abteilung, über das Forschungskolleg, das aus drei deutschen und vier lateinamerikanischen Institutionen besteht. Dazu gehören die Freie Universität Berlin (koordinierende Institution), die Universität zu Köln und das Ibero-Amerikanische Institut (Stiftung Preußischer Kulturbesitz), in Deutschland; die Universidade de São Paulo und das Centro Brasileiro de Análise e Planejamento in Brasilien sowie das Colegio de México in Mexiko und das Instituto de Investigaciones en Humanidades y Ciencias Sociales (CONICET / Universidad Nacional de La Plata) in Argentinien.
Aufbauend auf den etablierten KooperatioSnsstrukturen wird Mecila nach dem Auslaufen der BMFTR-Förderung im Jahr 2029 verstetigt.
Sofie Steinberger
mecila-info@uni-koeln.de
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, Students
Cultural sciences, History / archaeology, Social studies
transregional, national
Cooperation agreements, Research projects
German

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