idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
05/07/2026 10:34

Neuartiges Promotionsprogramm: Globale Köpfe für Start-ups in Berlin

Stefanie Terp Stabsstelle Kommunikation, Events und Alumni
Technische Universität Berlin

    DAAD fördert internationales Nachwuchsprogramm der Biotechnologie an der TU Berlin

    Die TU Berlin startet ein neues Promotionsprogramm, das internationale Nachwuchskräfte gezielt zu unternehmerischem Denken in der Forschung befähigt. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert die TU Berlin dabei im Rahmen seines Vorhabens „Academic Horizons – Attracting Global Minds“ aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 750.000 Euro über dreieinhalb Jahre. Die Promovierenden sollen dabei ihre Doktorarbeit von Beginn an mit der Entwicklung konkreter Ausgründungsideen verbinden. So soll die Position der TU Berlin als Start-up-Universität und Berlin als Standort weiter gestärkt werden. Das Programm beginnt als Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Biotechnologie; die gewonnenen Erfahrungen sollen perspektivisch in die gesamte Universität einfließen.

    Mit seinem „1.000-Köpfe-Plus-Programm“ will das BMFTR die Sichtbarkeit und Anziehungskraft deutscher Hochschulen im internationalen Wettbewerb gezielt stärken und herausragende Nachwuchskräfte frühzeitig für den Wissenschaftsstandort Deutschland begeistern. „Der DAAD fördert in diesem Rahmen mit seiner Initiative ‚Academic Horizons – Attracting Global Minds‘ neue Strukturen an Universitäten und stärkt sie gezielt in den Feldern der Hightech-Agenda“, erklärt Sibylle Groth, stellvertretende Referatsleiterin Internationale Wissenschaftskooperationen an der TU Berlin. Als eine von 20 Hochschulen erhält die TU Berlin nun vom DAAD Unterstützung für ihr Promotionsprogramm „GET Bio – Global Entrepreneurship Talents in Biotechnology“. „Mit dem Konzept sollen internationale Talente gewonnen werden, die ihre Forschung von Beginn an mit unternehmerischem Denken und Ausgründungen verbinden“, erklärt Prof. Dr. Juri Rappsilber, der das Programm wissenschaftlich-strategisch begleitet. Rappsilber leitet das Fachgebiet „Bioanalytik“ am Institut für Biotechnologie, ist Sprecher des Exzellenzclusters „UniSysCat“ an der TU Berlin und hat sich die Verbindung von Bioökonomie, Zukunftsmedizin und Entrepreneurship auf die Fahnen geschrieben. „GET Bio“ wurde gemeinsam von ihm, Sibylle Groth und Marius Mailänder vom Institut für Biotechnologie initiiert.

    Pilotprojekt startet in Zusammenarbeit mit dem Institut für Biotechnologie
    „Das Institut für Biotechnologie der TU Berlin ist für internationale Talente besonders attraktiv, weil unsere Forschung zentrale gesellschaftliche Zukunftsfelder adressiert“, sagt Prof. Dr. Juri Rappsilber. „Zu unseren Themen zählen etwa die Medikamentenentwicklung mit sogenannten Organoiden, also organähnlichen, im Labor gezüchteten Mikrogeweben oder die Aufklärung und gezielte Steuerung von Interaktionen zwischen unterschiedlichen Proteinen mit am Institut entwickelten Verfahren.“ Weitere Arbeitsschwerpunkte umfassen robotergestützte und KI-unterstützte Labore sowie pilzbasierte Baumaterialien.

    Diese Arbeiten stehen exemplarisch für zwei zentrale Entwicklungsachsen, die das Institut für Biotechnologie verfolgt: die Transformation industrieller Prozesse hin zu einer nachhaltigen Bioökonomie sowie der Übergang zu einer präzisen Medizin auf Basis humanrelevanter Modelle. „Vor dem Hintergrund dieser beiden Entwicklungsachsen – Bioökonomie und Zukunftsmedizin – ist Entrepreneurship integraler Bestandteil unserer Strategie: Wissenschaftliche Erkenntnisse werden gezielt in Anwendungen und Ausgründungen überführt“, sagt Rappsilber.

    Summer School bereitet internationale Talente auf die Promotion vor
    Das Promotionsprogramm startet im Sommer 2027 und wird in drei Zyklen durchgeführt. Es beginnt jeweils mit einer 90-tägigen Summer School „From Lab to Venture“ am Institut für Biotechnologie. Sie vermittelt wissenschaftsbasiertes Unternehmertum am Beispiel Biotechnologie – vom Molekül bis zum Markt – und dient zugleich als Phase zur Projektentwicklung, Themenfindung und zur Abstimmung zwischen Promovierenden und Betreuenden. Pro Jahr wird die Teilnahme von fünf internationalen Graduierten an der Summer School unterstützt. Dieser Kreis wird gezielt durch weitere Teilnehmende aus dem lokalen und nationalen Umfeld erweitert.

    „Parallel zur Summer School arbeiten die Teilnehmenden im Labor an Forschungsvorhaben, vertiefen ihr wissenschaftliches Profil und erarbeiten – mit Unterstützung potenzieller Betreuer*innen – Anträge auf Promotionsstipendien, etwa von privaten Stiftungen oder anderen DAAD-Programmen“, erklärt Sibylle Groth.

    Unterstützung von der Promotion bis zur Start-up-Gründung
    Haben sich Betreuer*in und Doktorand*in gefunden und ist die Finanzierung gesichert, unterstützt das Programm die Teilnehmenden umfassend. Dazu gehört zum Beispiel Hilfe bei Visa- und Aufenthaltsfragen sowie bei administrativen Prozessen. Für die Dauer der Summer School stehen vorreservierte Unterkünfte im Gästehaus der TU Berlin zur Verfügung; zusätzlich wird die Wohnungssuche während der Promotionsphase unterstützt. Soziale und kulturelle Veranstaltungen sowie ein fachbezogenes Peer-to-Peer-Mentoring runden die Einstiegshilfen in die Promotion ab.

    „Während der Doktorarbeit profitieren die Forschenden von der ausgewiesenen Expertise der TU Berlin im Bereich Entrepreneurship und Ausgründungen sowie von der exzellenten regionalen Vernetzung des Instituts für Biotechnologie“, sagt Groth. „Durch Schulungen zur Start-up-Gründung, die Teilnahme an Business-Angel-Events und den Zugang zu Venture-Capital-Netzwerken werden die Promovierenden gezielt befähigt, eigene biotechnologische Ausgründungen zu realisieren.“

    Werbung für das Programm in aller Welt
    „GET Bio – Global Entrepreneurship Talents in Biotechnology“ bietet ein in Deutschland neuartiges Programm, um internationale Talente im wissenschaftlichen Nachwuchs zu gewinnen, zu integrieren und zu befähigen, innovative Biotechnologie-Start-ups in Deutschland zu gründen. Geworben wird dafür von der Abteilung Internationales der TU Berlin weltweit, insbesondere in Oxford, Singapur und Chicago im Rahmen der Berlin University Alliance (BUA), an der TU Wien sowie an Universitäten der ENHANCE-Allianz und an technischen Universitäten in Indien. Die im Projekt gewonnenen Erfahrungen sollen künftig in bestehende Serviceprogramme der TU Berlin wie das Welcome Center, das Center for Junior Scholars sowie das Centre for Entrepreneurship einfließen.

    Zusätzliche Informationen:
    Pressemitteilung des DAAD: https://www.daad.de/de/pressemitteilungen/2026/daad-foerdert-20-hochschulen-bei-...

    Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:
    Sibylle Groth
    Stv. Referatsleiterin Internationale Wissenschaftskooperationen
    Abteilung für Internationales
    Technische Universität Berlin
    Tel.: +49 (0)30 314-27344
    E-Mail: sibylle.groth@tu-berlin.de

    Prof. Dr. Juri Rappsilber
    Fachgebiet Bioanalytik
    Institut für Biotechnologie
    Fakultät III – Prozesswissenschaften
    Technische Universität Berlin
    Tel.: +49 (0)30 314-72905
    E-Mail: juri.rappsilber@tu-berlin.de

    Marius Mailänder
    Fachgebiet Bioanalytik
    Institut für Biotechnologie
    Fakultät III – Prozesswissenschaften
    Technische Universität Berlin
    Tel.: +49 (0)30 314-72906
    E-Mail: mailaender@tu-berlin.de


    Images

    Criteria of this press release:
    Journalists
    Biology
    transregional, national
    Studies and teaching
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).