DAAD fördert internationales Nachwuchsprogramm der Biotechnologie an der TU Berlin
Die TU Berlin startet ein neues Promotionsprogramm, das internationale Nachwuchskräfte gezielt zu unternehmerischem Denken in der Forschung befähigt. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert die TU Berlin dabei im Rahmen seines Vorhabens „Academic Horizons – Attracting Global Minds“ aus Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 750.000 Euro über dreieinhalb Jahre. Die Promovierenden sollen dabei ihre Doktorarbeit von Beginn an mit der Entwicklung konkreter Ausgründungsideen verbinden. So soll die Position der TU Berlin als Start-up-Universität und Berlin als Standort weiter gestärkt werden. Das Programm beginnt als Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Biotechnologie; die gewonnenen Erfahrungen sollen perspektivisch in die gesamte Universität einfließen.
Mit seinem „1.000-Köpfe-Plus-Programm“ will das BMFTR die Sichtbarkeit und Anziehungskraft deutscher Hochschulen im internationalen Wettbewerb gezielt stärken und herausragende Nachwuchskräfte frühzeitig für den Wissenschaftsstandort Deutschland begeistern. „Der DAAD fördert in diesem Rahmen mit seiner Initiative ‚Academic Horizons – Attracting Global Minds‘ neue Strukturen an Universitäten und stärkt sie gezielt in den Feldern der Hightech-Agenda“, erklärt Sibylle Groth, stellvertretende Referatsleiterin Internationale Wissenschaftskooperationen an der TU Berlin. Als eine von 20 Hochschulen erhält die TU Berlin nun vom DAAD Unterstützung für ihr Promotionsprogramm „GET Bio – Global Entrepreneurship Talents in Biotechnology“. „Mit dem Konzept sollen internationale Talente gewonnen werden, die ihre Forschung von Beginn an mit unternehmerischem Denken und Ausgründungen verbinden“, erklärt Prof. Dr. Juri Rappsilber, der das Programm wissenschaftlich-strategisch begleitet. Rappsilber leitet das Fachgebiet „Bioanalytik“ am Institut für Biotechnologie, ist Sprecher des Exzellenzclusters „UniSysCat“ an der TU Berlin und hat sich die Verbindung von Bioökonomie, Zukunftsmedizin und Entrepreneurship auf die Fahnen geschrieben. „GET Bio“ wurde gemeinsam von ihm, Sibylle Groth und Marius Mailänder vom Institut für Biotechnologie initiiert.
Pilotprojekt startet in Zusammenarbeit mit dem Institut für Biotechnologie
„Das Institut für Biotechnologie der TU Berlin ist für internationale Talente besonders attraktiv, weil unsere Forschung zentrale gesellschaftliche Zukunftsfelder adressiert“, sagt Prof. Dr. Juri Rappsilber. „Zu unseren Themen zählen etwa die Medikamentenentwicklung mit sogenannten Organoiden, also organähnlichen, im Labor gezüchteten Mikrogeweben oder die Aufklärung und gezielte Steuerung von Interaktionen zwischen unterschiedlichen Proteinen mit am Institut entwickelten Verfahren.“ Weitere Arbeitsschwerpunkte umfassen robotergestützte und KI-unterstützte Labore sowie pilzbasierte Baumaterialien.
Diese Arbeiten stehen exemplarisch für zwei zentrale Entwicklungsachsen, die das Institut für Biotechnologie verfolgt: die Transformation industrieller Prozesse hin zu einer nachhaltigen Bioökonomie sowie der Übergang zu einer präzisen Medizin auf Basis humanrelevanter Modelle. „Vor dem Hintergrund dieser beiden Entwicklungsachsen – Bioökonomie und Zukunftsmedizin – ist Entrepreneurship integraler Bestandteil unserer Strategie: Wissenschaftliche Erkenntnisse werden gezielt in Anwendungen und Ausgründungen überführt“, sagt Rappsilber.
Summer School bereitet internationale Talente auf die Promotion vor
Das Promotionsprogramm startet im Sommer 2027 und wird in drei Zyklen durchgeführt. Es beginnt jeweils mit einer 90-tägigen Summer School „From Lab to Venture“ am Institut für Biotechnologie. Sie vermittelt wissenschaftsbasiertes Unternehmertum am Beispiel Biotechnologie – vom Molekül bis zum Markt – und dient zugleich als Phase zur Projektentwicklung, Themenfindung und zur Abstimmung zwischen Promovierenden und Betreuenden. Pro Jahr wird die Teilnahme von fünf internationalen Graduierten an der Summer School unterstützt. Dieser Kreis wird gezielt durch weitere Teilnehmende aus dem lokalen und nationalen Umfeld erweitert.
„Parallel zur Summer School arbeiten die Teilnehmenden im Labor an Forschungsvorhaben, vertiefen ihr wissenschaftliches Profil und erarbeiten – mit Unterstützung potenzieller Betreuer*innen – Anträge auf Promotionsstipendien, etwa von privaten Stiftungen oder anderen DAAD-Programmen“, erklärt Sibylle Groth.
Unterstützung von der Promotion bis zur Start-up-Gründung
Haben sich Betreuer*in und Doktorand*in gefunden und ist die Finanzierung gesichert, unterstützt das Programm die Teilnehmenden umfassend. Dazu gehört zum Beispiel Hilfe bei Visa- und Aufenthaltsfragen sowie bei administrativen Prozessen. Für die Dauer der Summer School stehen vorreservierte Unterkünfte im Gästehaus der TU Berlin zur Verfügung; zusätzlich wird die Wohnungssuche während der Promotionsphase unterstützt. Soziale und kulturelle Veranstaltungen sowie ein fachbezogenes Peer-to-Peer-Mentoring runden die Einstiegshilfen in die Promotion ab.
„Während der Doktorarbeit profitieren die Forschenden von der ausgewiesenen Expertise der TU Berlin im Bereich Entrepreneurship und Ausgründungen sowie von der exzellenten regionalen Vernetzung des Instituts für Biotechnologie“, sagt Groth. „Durch Schulungen zur Start-up-Gründung, die Teilnahme an Business-Angel-Events und den Zugang zu Venture-Capital-Netzwerken werden die Promovierenden gezielt befähigt, eigene biotechnologische Ausgründungen zu realisieren.“
Werbung für das Programm in aller Welt
„GET Bio – Global Entrepreneurship Talents in Biotechnology“ bietet ein in Deutschland neuartiges Programm, um internationale Talente im wissenschaftlichen Nachwuchs zu gewinnen, zu integrieren und zu befähigen, innovative Biotechnologie-Start-ups in Deutschland zu gründen. Geworben wird dafür von der Abteilung Internationales der TU Berlin weltweit, insbesondere in Oxford, Singapur und Chicago im Rahmen der Berlin University Alliance (BUA), an der TU Wien sowie an Universitäten der ENHANCE-Allianz und an technischen Universitäten in Indien. Die im Projekt gewonnenen Erfahrungen sollen künftig in bestehende Serviceprogramme der TU Berlin wie das Welcome Center, das Center for Junior Scholars sowie das Centre for Entrepreneurship einfließen.
Zusätzliche Informationen:
Pressemitteilung des DAAD: https://www.daad.de/de/pressemitteilungen/2026/daad-foerdert-20-hochschulen-bei-...
Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:
Sibylle Groth
Stv. Referatsleiterin Internationale Wissenschaftskooperationen
Abteilung für Internationales
Technische Universität Berlin
Tel.: +49 (0)30 314-27344
E-Mail: sibylle.groth@tu-berlin.de
Prof. Dr. Juri Rappsilber
Fachgebiet Bioanalytik
Institut für Biotechnologie
Fakultät III – Prozesswissenschaften
Technische Universität Berlin
Tel.: +49 (0)30 314-72905
E-Mail: juri.rappsilber@tu-berlin.de
Marius Mailänder
Fachgebiet Bioanalytik
Institut für Biotechnologie
Fakultät III – Prozesswissenschaften
Technische Universität Berlin
Tel.: +49 (0)30 314-72906
E-Mail: mailaender@tu-berlin.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Biologie
überregional
Studium und Lehre
Deutsch

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