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05/13/2026 12:31

Closed-Loop-Recycling: Besseres Kunststoffrecycling aus Autos

Anja Lapac Corporate Communications Center
Technische Universität München

    Vier bis sechs Millionen Autos werden in der EU jährlich verschrottet – dabei gehen Rohstoffe verloren. Die EU-Altfahrzeugverordnung soll künftig sicherstellen, dass diese zurückgewonnen und in Neuwagen eingesetzt werden. Forschende der Technischen Universität München (TUM) haben nun einen im Forschungsprojekt Car2Car entwickelten Prozess untersucht, mit dem Kunststoff im Kreislauf gehalten werden kann. Die Studie zeigt eine mögliche Klimaentlastung sowie Potenzial, die EU-Vorgaben zu erreichen.

    Geht ein Wagen außer Betrieb, ist er schnell nicht mehr wiederzuerkennen: Batterien, Räder, Katalysatoren und Airbags werden ausgebaut, Flüssigkeiten abgelassen. Was dann noch übrig ist, geht in den Schredder. Zurück bleibt ein bunter Mix aus Metallen, Textilien, Kunststoffen, Schaumstoffen und Verbundmaterialien. Aus diesem Gemisch verwertbare Kunststoffe herauszulösen ist zwar komplex, gewinnt aber für Autobauer und Zulieferer zunehmend an Bedeutung, denn die EU plant aktuell eine neue Verordnung zur Entsorgung von Altfahrzeugen. Nach Inkrafttreten der Verordnung soll der Anteil in Neuwagen verbauten Kunststoffs, der aus Post-Consumer-Recycling stammt, schrittweise auf 25 Prozent steigen.

    Ein Teil davon muss aus „Closed-Loop-Recycling“ stammen, also aus dem Recycling von Altfahrzeugen. Gemäß EU-Vorschlag soll dieser Anteil mindestens 20 Prozent des geforderten Recyclinganteils entsprechen. „Das klingt zunächst wenig, aber pro Altwagen fallen künftig etwa 200 Kilogramm Kunststoff an. Zudem spielt Kunststoffrecycling in der Autoindustrie bislang nur eine Nebenrolle, man steht also in dieser Hinsicht noch ganz am Anfang einer nachhaltigeren Autoindustrie“, sagt Magnus Fröhling, Professor für Circular Economy and Sustainability Assessment am TUM Campus Straubing.

    Im Industriemaßstab getestet

    Fröhling und sein Team untersuchten in einer Studie, inwieweit die geforderten Rezyklatquoten künftig erfüllt werden könnten. Die Forschenden bauten somit auf Ergebnissen einer Expertengruppe des Konsortiums Car2Car auf. Diese Gruppe hatte sich auf die in der Verschrottung entstehenden sogenannten Ersatzbrennstoffe konzentriert – ein Gemisch aus zerkleinerten Kunststoffen, Textilien und Gummiresten.

    Diese Reststoffe werden heute überwiegend in Industrieanlagen verbrannt und verursachen somit Treibhausgase. Das Team entwickelte einen Sortierprozess, in dem diese Reststoffe zerkleinert, gesiebt und schließlich mittels Sensoren im mittleren Infrarotbereich sortiert werden. Das Verfahren wurde an mehr als 400 Altwagen verschiedener Antriebsarten getestet und führte zu potenziell wieder einsetzbaren Kunststoff-Rezyklaten, wenn zusätzliche Aufbereitungsstufen erfolgen.

    Pragmatismus und Ambition kombinieren

    Das Team um Fröhling entwickelte mit diesen Daten ein Stoffstrommodell und untersuchte, wie sich Demontageumfang, Fahrzeugzusammensetzung und das neu entwickelte Sortierverfahren auf die diskutierten EU-Quoten auswirken und welche klimaentlastenden Effekte möglich sind. In einzelnen Szenarien könnte der verbesserte Sortierprozess die zukünftig von der EU geforderte Automotive-Closed-Loop-Quote von 3 Prozent im Jahr 2035 bereits erfüllen. Zudem könnten durch den Sortierprozess die sonst in der Verbrennung entstehenden Treibhausgasemissionen um 29 Prozent gesenkt werden.

    Magnus Fröhling betont jedoch: „Unser Versuch unterlag gewissen Einschränkungen, da alle Fahrzeuge vom gleichen Hersteller stammten und ein ähnliches Alter hatten. Dennoch sehen wir die Ergebnisse als Erfolg, denn aktuell kommt es vor allem darauf an, einen pragmatischen Einstieg in eine nachhaltigere Autoindustrie zu finden. Hierfür braucht es verschiedene Ansätze, die nicht erst bei der Verschrottung beginnen. Fahrzeuge müssen teilweise anders konstruiert werden, und an einigen Stellen braucht es andere Materialien oder besser recycelbare Komponenten. Ich bin überzeugt, dass hier viel möglich ist, wenn man nun mit einer gesunden Mischung aus Pragmatismus und Ambition an die Sache rangeht.“


    Contact for scientific information:

    Prof. Dr. Magnus Fröhling
    Technische Universität München
    Lehrstuhl für Circular Economy and Sustainability Assessment
    Tel. +49 9421 187-190
    magnus.froehling@tum.de
    https://cec.cs.tum.de/de/


    Original publication:

    Reichert, D.; Maeder, M.; Hahn, I. (et al.): Closed-loop recycled plastics from end-of-life vehicles: Sensor-based sorting of automotive shredder residues and simulation of closed-loop rates. Waste Management 2026, DOI: https://doi.org/10.1016/j.wasman.2026.115408


    More information:

    https://Magnus Fröhling ist Mitglied des TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit.
    https://Die Studie wurde im vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Forschungsprojekt Car2Car durchgeführt, einem Konsortium aus Industrie und Wissenschaft, das Grundlagenarbeit für Kreislaufwirtschaft im Automobilbau zum Ziel hatte.
    https://www.tum.de/aktuelles/alle-meldungen/pressemitteilungen/details/besseres-...


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    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists
    Environment / ecology, Traffic / transport
    transregional, national
    Research results
    German


     

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