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06/15/2026 15:46

Die Kritische Theorie nach Habermas

Dr. Dirk Frank Public Relations und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    Symposium an der Goethe-Universität diskutiert Dringlichkeit seines Denkens

    FRANKFURT. Das Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität und der Suhrkamp Verlag laden für den 19. Juni 2026 zu einem internationalen Symposium in Erinnerung an den im März verstorbenen Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas ein. Unter dem Titel „Dass niemand wirklich frei ist, bevor es nicht alle sind“ diskutieren renommierte Wissenschaftler*innen sein Denken und die Zukunft der Kritischen Theorie. An der Veranstaltung wird der hessische Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Timon Gremmels, teilnehmen und ein Grußwort sprechen. Sie ergänzt die Gedenkfeier in der Paulskirche am selben Tag, zu der die Stadt Frankfurt in Kooperation mit der Goethe-Universität und dem Suhrkamp-Verlag einlädt und bei der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Gedenkrede hält.

    Gegen Ende seines Lebens sah Jürgen Habermas die Demokratie in einer tiefen Krise. Ihre Erosion schreite voran, „seitdem die Politik gegenüber den Märkten mehr oder weniger abgedankt hat“, sagte er in einem seiner letzten Interviews. Angesichts des Rechtsrucks, des technologischen Wandels durch Künstliche Intelligenz und der steigenden sozialen Ungleichheit ist sein Plädoyer für eine auf kommunikativer Vernunft fußende Demokratie heute dringlicher denn je. Was können wir von seinem Denken bezüglich der Frage lernen, wie wir uns gegen aktuelle Angriffe auf die Demokratie und die Menschenwürde wappnen können? Welcher Veränderungen bedürfte es, um seiner Idee der Emanzipation durch kommunikative Vernunft gerecht zu werden? Und wohin steuert die Kritische Theorie nach dem Verlust ihres wichtigsten Denkers? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, diskutieren bei der Veranstaltung

    „Dass niemand wirklich frei ist, bevor es nicht alle sind.“
    International Symposium in Memory of Jürgen Habermas
    am Freitag, den 19. Juni 2026, von 15:00 bis 20:15 Uhr
    im Hörsaal 2 des Hörsaalzentrums auf dem Campus Westend
    weltweit führende Sozial- und Geisteswissenschaftler*innen über Habermas’ Theorie der Demokratie sowie seine wichtigsten theoretischen Innovationen in Philosophie und Soziologie.

    Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und ist öffentlich. Der Eintritt ist frei.

    Das Symposium umfasst zwei Podiumsdiskussionen sowie eine abschließende Keynote. Das erste Panel richtet einen gesellschaftskritischen Blick auf den Aufstieg des Autoritarismus, der Demokratien weltweit bedroht. Darüber diskutieren die Politikwissenschaftler*innen Simone Chambers und Michael Zürn mit dem Historiker Peter Gordon. Das zweite Panel widmet sich der kommunikativen Wende, im Zuge derer Habermas Philosophie und Soziologie auf neue Bahnen gelenkt hat. Über Bedeutung und Wirkung dieses Paradigmenwechsels sprechen die politische Philosophin Seyla Benhabib, der Soziologe Hauke Brunkhorst und die Sozialpsychologin Vera King. Den Abschluss bildet eine Keynote des Sozialphilosophen Axel Honneth. Unter dem Titel „Der normative Eigensinn des Anderen. Habermas im Dialog mit Adorno“ beschäftigt er sich mit der Frage, was das Denken von Habermas und Theodor W. Adorno eint.

    Organisiert und moderiert wird die Veranstaltung von Rainer Forst und Klaus Günther (beide Goethe-Universität) sowie Peter Niesen (Universität Hamburg).

    Das Programm im Überblick:

    15:00 – 15:20 Words of Welcome and Introduction

    15:20 – 16:50 Panel „Democracy in Times of Authoritarianism“
    Prof. Dr. Simone Chambers (UC Irvine)
    Prof. Dr. Peter Gordon (Harvard University)
    Prof. Dr. Michael Zürn (Social Science Center Berlin)
    Chair: Prof. Dr. Peter Niesen (University of Hamburg)

    17:15 – 18:45 Panel „The Communicative Turn in Philosophy and Sociology“
    Prof. Dr. Seyla Benhabib (Yale University/Columbia University)
    Prof. Dr. Hauke Brunkhorst (Flensburg University)
    Prof. Dr. Vera King (Goethe University/Sigmund-Freud Institute)
    Chair: Prof. Dr. Klaus Günther (Goethe University)

    19:00 – 20:15 Keynote: „Der normative Eigensinn des Anderen. Habermas im Dialog mit Adorno“ (German language)
    Prof. Dr. Axel Honneth (Columbia University)
    Chair: Prof. Dr. Rainer Forst (Goethe University)

    Details zum Programm: https://normativeorders.net/veranstaltungen/

    Weitere Informationen
    Rebecca C. Schmidt
    Geschäftsführerin des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universitaet
    rebecca.schmidt@normativeorders.net; 069/798-31401


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    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars
    Philosophy / ethics, Social studies
    transregional, national
    Scientific conferences, Transfer of Science or Research
    German


     

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