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06/30/2026 10:00

Klimawandel lässt Meerestiere schrumpfen

Blandina Mangelkramer Presse und Kommunikation
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

    Internationale Studie identifiziert ein uraltes Muster als Warnsignal für die Folgen der heutigen Erderwärmung

    Ob Muscheln, Krebse oder Fische: Meerestiere reagieren seit Hunderten Millionen Jahren auf Umweltkrisen mit einem Rückgang ihrer Körpergröße. Eine neue Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) gemeinsam mit den Universitäten Warschau und Lille zeigt nun, dass dieser sogenannte „Lilliput-Effekt“ bei starken globalen Erwärmungsphasen besonders ausgeprägt ist. Die Forschenden sehen darin ein Warnsignal mit Blick auf den heutigen Klimawandel. Die Ergebnisse legen nahe, dass die aktuelle Erderwärmung die Meeresbewohner schrumpfen lassen wird.

    Für die Studie analysierte das Forschungsteam fast 9.000 Größenänderungen aus fossilen, historischen und modernen Untersuchungen. Dadurch konnten Veränderungen der Körpergröße bei Meerestieren über einen Zeitraum von rund 450 Millionen Jahren hinweg miteinander verglichen werden.

    „Unsere Daten belegen, dass die Abnahme der Körpergröße eine allgemeine Reaktion von Meerestieren auf Umweltkrisen ist“, sagt Dr. Paulina Nätscher, frühere Wissenschaftlerin am Lehrstuhl für Paläoumwelt an der FAU und Erstautorin der Studie. „Wir beobachten dieses Phänomen in sehr unterschiedlichen Tiergruppen, von Zwergwuchs in einzelnen Arten bis hin zu einer Dominanz kleinerer Arten in ganzen Lebensgemeinschaften. Er ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Ökosysteme unter Stress stehen.“

    Besonders stark seien die Veränderungen während Erwärmungsphasen gewesen. „Bei allen Umweltkrisen, ob sie durch Erwärmung herbeigeführt wurden oder nicht, liegt ein Rückgang der Körpergröße in Lebensgemeinschaften vor“, erklärt ihr Kollege Dr. Kenneth De Baets von der Universität Warschau. „Besonders ist jedoch, dass Krisen mir starker Erwärmung zu deutlich stärkeren und wechselhafteren Veränderungen direkt innerhalb der Arten führen; also zu einer echten Verzwergung. Im Durchschnitt fallen diese Effekte etwa doppelt so stark bei Erwärmung aus, wie bei anderen Krisen.“

    Auch der Zusammenhang mit der Temperaturentwicklung sei klar erkennbar, sagt Professor Wolfgang Kießling, Leiter des Lehrstuhls für Paläoumwelt an der FAU: „Je stärker die Temperatur steigt, desto ausgeprägter ist der Rückgang der Körpergröße. Die Erdgeschichte liefert damit ein deutliches Warnsignal für die Zukunft der Ozeane.“

    Folgen für marine Ökosysteme

    Die Studie legt nahe, dass der heute beobachtete Trend zu kleineren Fischen und wirbellosen Meerestieren kein kurzfristiges Phänomen ist, sondern einem langfristigen Muster folgt. Setzt sich die globale Erwärmung fort, könnten kleinere Körpergrößen in den Weltmeeren zunehmend zur Regel werden – mit weitreichenden Folgen für Nahrungsketten und Fischerei.

    Direkt zur Studie:
    https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2505564123

    Bildmaterial zum Download:
    https://www.fau.de/2026/06/news/forschung/klimawandel-laesst-meerestiere-schrump...

    Weitere Informationen:
    Prof. Dr. Wolfgang Kießling
    Lehrstuhl für Paläoumwelt
    Tel.: 09131/85-26959
    wolfgang.kiessling@fau.de


    Contact for scientific information:

    Prof. Dr. Wolfgang Kießling
    Lehrstuhl für Paläoumwelt
    Tel.: 09131/85-26959
    wolfgang.kiessling@fau.de


    Original publication:

    https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2505564123


    More information:

    https://www.fau.de/2026/06/news/forschung/klimawandel-laesst-meerestiere-schrump... Bildmaterial zum Download


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    Criteria of this press release:
    Journalists
    Biology, Environment / ecology, Geosciences, Oceanology / climate
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Research results
    German


     

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