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12/03/2004 13:38

Leibniz-Preis für Historikerin der Universität Münster

Norbert Frie Stabsstelle Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

    Erneut geht der höchstdotierte deutsche Forschungspreis nach Münster an die Westfälische Wilhelms-Universität: Ausgezeichnet mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wird diesmal die Historikerin Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger. Der Preis ist mit 1,55 Millionen Euro dotiert und wird am 2. März in Berlin überreicht. Bisherige Leibniz-Preisträger an der Universität Münster sind die Mathematiker Joachim Cuntz, Christopher Deninger und Peter Schneider, der Zelllbiologe Dietmar Vestweber und der Theologe Hubert Wolf.

    Barbara Stollberg-Rilinger, Jahrgang 1955, hat Geschichte, Germanistik, Kunstgeschichte und Pädagogik in Köln studiert und wurde dort 1985 promoviert. 1994 habilitierte sie sich mit einer Arbeit zur politischen Theoriegeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts. 1996 wurde sie Hochschuldozentin an der Universität zu Köln und ein Jahr später Professorin am Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster für das Fach "Neuere Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Frühen Neuzeit".

    Prof. Stollberg-Rilinger ist in Münster seit dem Jahr 2003 Sprecherin des Sonderforschungsbereichs "Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution". Sie ist Mitglied des DFG-Senatsausschusses für die Graduiertenkollegs, der Historischen Kommission für Westfalen und seit wenigen Wochen stellvertretende Vorsitzende des Verbandes der Historikerinnen und Historiker Deutschlands.

    Ihr wissenschaftliches Interesse gilt den politischen und kulturellen Bewegungen in Europa im 17. und 18. Jahrhundert. Sie untersucht neben den großen ideen- und verfassungsgeschichtlichen Entwicklungen, wie etwa der Aufklärung, auch sozial- und kommunikationsgeschichtliche Innovationen. Dazu gehören religiöse Erneuerungsbewegungen ebenso wie neue Geselligkeits- und Familienformen. Ihre aktuellen Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die Frage, wie die Ordnung der Stände und Ränge in der frühen Neuzeit durch symbolisches Handeln - wie beispielsweise Rituale und Zeremonien - konstituiert wurden. Prof. Stollberg-Rilinger schlägt in ihrer Arbeit immer auch Brücken in die Neuzeit und versucht, Bezüge zwischen Entwicklungen der frühen Neuzeit und Fragen der Moderne herzustellen.


    Der Leibniz-Preis, offiziell "Förderpreis für deutsche Wissenschaftler im Gottfried Wilhelm-Leibniz-Programm", wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft jährlich für besonders herausragende Leistungen vergeben. Mit ihm sollen die Arbeitsmöglichkeiten einzelner Spitzenforscher und hervorragender Forschergruppen verbessert und die Mitarbeit besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erleichtert werden. Den Preisträgern werden für einen Zeitraum von fünf Jahren bis zu 1,55 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Über die Verwendung der Mittel im Rahmen ihrer Forschungsprojekte entscheiden die Preisträger selbst.

    Der Bewilligungsausschuss der DFG hat am Freitag, 3. Dezember 2004, in Bonn beschlossen, für 2005 insgesamt zehn Leibniz-Preise zu vergeben. Neben der Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger von der Universität Münster werden am 2. März 2005 in Berlin neun weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet: Peter B. Becker (Zellbiologe aus München), Immanuel F. Block (Experimentalphysiker aus Mainz), Stefanie Dimmeler (Kardiologin aus Frankfurt/Main), Jürgen Gauß (Chemiker aus Mainz), Günther G. Hasinger (Astrophysiker aus Garching), Christian Jung (Molekularbiologe aus Kiel), Axel Ockenfels (Wirtschaftsforscher aus Köln), Wolfgang Peukert (Verfahrenstechniker aus Erlangen-Nürnberg), Andreas Tünnermann (Mikrosystemtechniker aus Jena).


    Criteria of this press release:
    History / archaeology, Social studies
    transregional, national
    Personnel announcements, Research projects
    German


    Leibniz-Preisträgerin Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger


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