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Wissenschaft
Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wollen ab Donnerstag, 8. Mai 2008, einem breiten Publikum Ergebnisse und Probleme der Evolutionsbiologie in einer Vortragsreihe vorstellen. Die Reihe "EVOLUTION" findet vor dem Hintergrund öffentlicher Diskussionen und zunehmender Konfrontationen mit nicht-wissenschaftlichen Vorstellungen statt. Sie reicht bis ins Charles-Darwin-Jahr 2009. Dann jährt sich der Geburtstag des Naturforschers zum 200., seine Formulierung des modernen Evolutionsgedankens zum 150. Mal.
In den letzten Jahren hat unter Naturwissenschaftlern und in breiten Kreisen der Öffentlichkeit die Diskussion zu Fragen und Ergebnissen der Evolutionsforschung beträchtlich zugenommen. Dies widerspiegelt einerseits den rasanten Anstieg unseres Wissens über die Entstehung und Veränderbarkeit der Lebewesen, andererseits auch die zunehmende Konfrontation mit nicht-wissenschaftlichen Vorstellungen oder radikalen Glaubenssätzen. Die Folge sind Unsicherheiten in der öffentlichen Wahrnehmung der Lebenswissenschaften und die Gefährdung des Vertrauens in den Prozess der wissenschaftlichen Erkenntnis, mit nachteiligen Folgen für Bildung und Forschung.
Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität nehmen diese Situation zum Anlass, Ergebnisse und Probleme der Evolutionsbiologie in der öffentlichen Vortragsreihe "Evolution" einem breiten Publikum vorzustellen. Unterstützt werden sie dabei von kompetenten Wissenschaftlern anderer Universitäten. Den Anfang macht am Donnerstag, 8. Mai 2008, Prof. Dr. William Martin vom Institut für Botanik der Universität Düsseldorf mit seinem Vortrag zum Thema "Die Entstehung der Zelle - Mikroben am Ursprung des Lebens auf der Erde".
In den 150 Jahren nach der Formulierung des modernen Evolutionsgedankens durch Charles Darwin ("The origin of species by means of natural selection", 1859) wurden unwiderlegbare Beweise für die Entwicklung aller Lebewesen aus einem oder wenigen Typen einzelliger Ur-Organismen zusammengetragen. Neben den fossilen Zeugnissen hat vor allem die vergleichende Analyse der DNA- und Proteinmuster und der darauf beruhenden Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit rezenter Organismen die wesentlichen Grundlagen der Evolutionsbiologie geschaffen. Ihr Kernstück, die synthetische Theorie der Evolution, ist heute die wissenschaftlich gesicherte Plattform aller Lebenswissenschaften und vielfältiger Beziehungen zur Geologie und anderen Naturwissenschaften.
Die konsequente Anwendung naturwissenschaftlicher Kriterien und die stetige Erweiterung des Methodenarsenals hat dazu geführt, dass wir heute verifizierbares Wissen über die Wirkung der Evolutionskräfte, vor allem von Mutagenese, Rekombination und Selektion, sowie zahlreicher modifizierender Faktoren, bei der Entstehung der Vielfalt der Lebensformen besitzen. Dies äußert sich u.a. in einer immer exakteren Beschreibung der genetischen Verwandtschaft rezenter Lebewesen, ihrer elementaren biochemischen Vielfalt, z. B. in Gestalt hunderttausender Naturstoffe, und in der über Jahrtausende optimierten, zunehmend gezielten Anwendung dieses Wissens in der Züchtung von Tieren und Pflanzen.
Es zeigt sich auch, dass Evolutionsmechanismen nicht nur in Zeitskalen außerhalb unserer Vorstellungskraft wirken, sondern auch in biologischen Systemen mit hoher Reproduktionsrate und sehr rascher Veränderbarkeit, z.B. in Krebs- oder virusinfizierten Zelllinien, mit wesentlichen Konsequenzen für Diagnostik und Therapie.
Koordination und Ansprechpartner:
Prof. Dr. Werner Roos
Naturwissenschaftliche Fakultät I,
Institut für Pharmazie, Pharmazeutische Biologie
Tel.: 0345 55 25010
E-Mail: werner.roos@pharmazie.uni-halle.de
http://www.uni-halle.de/evolution
Criteria of this press release:
interdisciplinary
regional
Miscellaneous scientific news/publications
German

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