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07/30/2008 13:49

Imageanalyse: Guter Ruf in der Region, international noch mit Nachholbdarf

Dipl.-Journalist Tobias D. Höhn Pressestelle
Universität Leipzig

    Der Universität Leipzig wird in der Region ein guter Ruf beigemessen; sie gilt sowohl bei der Bevölkerung in Leipzig und den umgebenden Landkreisen als auch bei bundesweit befragten Führungskräften aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Medien sowie bei den Universitätsmitarbeitern, Studierenden und Absolventen als eine weltoffene, traditionsbewusste und ausländerfreundliche Lehr- und Forschungseinrichtung. Aspekte wie internationales Ansehen, Innovativität und Dynamik werden zurückhaltender bewertet.

    Das ist eine der Kernaussagen aus einer umfangreichen Befragung zum Image der Universität Leipzig, die im Vorfeld der 600-Jahr-Feier vom Rektorat in Auftrag gegeben worden war. Im Oktober 2007 waren durch das Marktforschungsinstitut "omniphon" eine repräsentative Bevölkerungsauswahl aus Leipzig und den umgebenden drei Landkreisen sowie bundesweit rund 300 Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Medien befragt worden. Bereits im Frühjahr und Sommer hatten sich 3.500 Studierende und Absolventen sowie im November etwa 2.000 Universitätsmitarbeiter zu denselben Fragen geäußert.

    "Wer seine Ziele bestimmen will, muss seine Ausgangslage kennen", so Rektor Prof. Dr. Franz Häuser. "Das Image einer Universität ist gleichsam ihre Visitenkarte. Es wird künftig noch stärker als schon bisher das erfolgreiche Werben um Studierende und Wissenschaftler beeinflussen. Wir wollten mit der Erhebung erfahren, wo wir stehen und wie wir sowohl von außen als auch von innen wahrgenommen werden. Jetzt kennen wir unsere Position und wissen, wo Nachholbedarf besteht."

    Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung ergänzt: "Die Entwicklung Leipzigs ist seit Jahrhunderten eng mit der Entwicklung unserer Universität verknüpft. Die Images der Uni - insbesondere hinsichtlich der Internationalität und Innovation - prägen maßgeblich das Außenbild Leipzigs. Die vorliegende Analyse stellt daher eine Chance dar, hier Stärken und Schwächen zu erkennen und gezielt Kommunikation für den Standort zu betreiben."

    Imagemerkmale:
    Zur Bewertung war den Befragten eine vierstufige Schätzskala von 1 (trifft zu) bis 4 (trifft nicht zu) vorgegeben. Die Bevölkerung verteilte die besten Noten. Mit Mittelwerten von 1,2 bis 1,6 wurden die Aspekte Ausländerfreundlichkeit, Weltoffenheit, guter regionaler Ruf, Traditionsbewusstheit, Dynamik, Innovativität, Studierendenfreundlichkeit und internationales Ansehen sehr gut beurteilt. Merkmale wie "konservativ" und "provinziell" wurden überwiegend abgelehnt.

    Auch die befragten Unternehmen vergaben sehr gute bis gute Noten. Dabei zeigte sich, dass regionale Nähe, bestehende Kooperationsbeziehungen und Kenntnis des Forschungsprofils mit günstigeren Bewertungen verbunden waren. Vertreter aus Politik, Verwaltung und Medien urteilten hinsichtlich der Aspekte Innovativität, Dynamik und internationales Ansehen verhaltener (Werte von 2,1 bis 2,3).
    Das zeigte sich noch deutlicher bei den befragten Wissenschaftlern der Universität (insbesondere aus den Fakultäten für Sozialwissenschaften und Philosophie, für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften sowie aus der Juristenfakultät), ebenso bei Studierenden und Absolventen, die hier mit ihren Urteilen merklich kritischer waren (Werte von 2,3 bis 2,7). In Begründungen wurde auf die unbefriedigende Personalsituation, Defizite in der Profilbildung, fehlende Visionen und ungenügende Arbeitsbedingungen verwiesen.

    In der Bilanz ist das Fremdbild der Universität damit positiver als das Selbstbild. Nachholbedarf hinsichtlich internationaler Reputation, Innovativität und Fortschrittsgerichtetheit wird besonders von Wissenschaftlern, Studierenden, tendenziell auch von den Führungskräften aus Politik, Verwaltung und Medien registriert.

    Auch das Merkmal "Studierendenfreundlichkeit" war einzuschätzen und erfuhr durch die an der Universität Lehrenden und Lernenden eine vergleichsweise kritische Bewertung. Genannt wurden überfüllte Seminare und Vorlesungen, ungenügende Vorbereitung der Umstellung auf Bachelor und Master und die angespannte Raumsituation im Zusammenhang mit dem Campus-Neubau.

    Aufgabenerfüllung:
    Ebenfalls mit einer vierstufigen Schätzskala war die Bedeutsamkeit von Kernaufgaben der Universität (1 = wichtig; 4 = unwichtig) und deren Erfüllungsstand (1 = vollkommen; 4 = überhaupt nicht) zu beurteilen. Weitgehend übereinstimmend benannten die Befragten als wichtigste Aufgaben die Ausbildung und Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses, die Vorbereitung auf höher qualifizierte Berufe, die Ausbildung von Führungsnachwuchs, die Rolle der Universität als geistiges Zentrum der Region und die Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen (Mittelwerte von 1,1 bis 1,5). Diese Aufgaben erfüllt die Universität aus Sicht der Befragten weitgehend (Mittelwerte von 1,6 bis 2,4). Allerdings werden durchgängig noch Reserven gesehen. Aus Sicht der Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Medien liegen diese vornehmlich in der Kooperation mit der Wirtschaft, aus Sicht der Universitätsangehörigen im Ausbau der Position als geistiges Zentrum der Region.

    Position im deutschlandweiten Universitätsvergleich:
    Im Vergleich mit anderen deutschen Universitäten wird der Leipziger Universität überwiegend eine Position im vorderen Mittelfeld zugewiesen. Während 84 Prozent der Bevölkerung die Universität Leipzig zu den besten in Deutschland oder zum vorderen Mittelfeld rechnen, tun das 61 Prozent der Unternehmer, 53 Prozent der Führungskräfte aus Politik, Verwaltung und Medien, 60 Prozent des nichtwissenschaftlichen und 49 Prozent des wissenschaftlichen Personals der Universität. Standorte von Unternehmen in der Region sowie bestehende Kontakte/Kooperationen mit der Universität sind mit günstigeren Bewertungen verbunden. Im Rangvergleich mit ausgewählten deutschen Universitäten bleibt Leipzig deutlich hinter den Universitäten in München (LMU), Heidelberg, Berlin (HU) oder Freiburg zurück. Insgesamt wird der Universität Leipzig ein vorderer Platz in Deutschland zugewiesen, als Spitzen-Universität gilt sie allerdings sowohl bei den befragten Führungskräften als auch beim eigenen Personal nicht.

    Kenntnisstand zum Jubiläum und zu Forschungsschwerpunkten:
    Ein großer Teil der Befragten konnte im Sommer und Spätherbst 2007 das Leipziger Universitätsjubiläum nicht oder nicht genau benennen. Das betrifft auch die Bevölkerung in der Region. Am ehesten ist es noch bei den Befragten aus Politik, Verwaltung und Medien bekannt.
    Forschungsschwerpunkte der Universität Leipzig sind einem Fünftel der Unternehmen und einem Drittel der Führungskräfte aus Politik, Verwaltung und Medien bekannt.

    Kontakte zwischen Universität und Wirtschaft:
    38 Prozent der befragten regionalen sowie 30 Prozent der überregionalen Unternehmen haben Kontakte oder Kooperationsbeziehungen zur Universität Leipzig, unmittelbare Kooperationsbeziehungen betreffen zwölf Prozent der regionalen und sechs Prozent der nicht in der Region angesiedelten Unternehmen. 80 Prozent der Unternehmen mit Kontakten/Kooperationsbeziehungen waren mit diesen zufrieden.
    Die positive Imagebeurteilung durch die Unternehmen bietet eine gute Grundlage für die Intensivierung von Kontakten. Immerhin 43 Prozent der regionalen Unternehmen würden ihren Nachwuchs eher aus der Universität Leipzig als aus anderen Universitäten rekrutieren.

    Fazit:
    "Die Ergebnisse der Studie haben meine Erwartungen oder auch Befürchtungen im allgemeinen bestätigt", sagt Rektor Häuser. "Ich denke, hier geht es uns ähnlich wie der Stadt Leipzig. Merkmale wie Weltoffenheit, Traditionsbewusstheit und ein regional guter Ruf werden auch der Stadt zugemessen. Hinsichtlich der internationalen Geltung haben Stadt wie Universität andererseits noch Reserven. Daran müssen wir arbeiten. Dafür ist das Universitätsjubiläum eine hervorragende Gelegenheit." Auch auf die Urteile aus der Wirtschaft könne man aufbauen. Hier sei der Boden vorhanden für weitere nutzbringende Kooperationen. "Natürlich geben mir die kritischeren Einschätzungen aus dem Kreis der Professoren und der Studierenden zu denken", so der Rektor weiter. "Wir werden in der internen Kommunikation noch stärker auf Transparenz in den Diskussionen um hochschulpolitische Strukturänderungen, Personalsituation und Arbeitsbedingungen achten und die Möglichkeiten zur Identifikation mit der Universität befördern."

    Weitere Informationen:
    Rektor
    Prof. Dr. Franz Häuser
    Telefon: 0341 97-30000
    E-Mail: rektor@uni-leipzig.de
    www.uni-leipzig.de/rektorat/rektor.html


    More information:

    http://www.uni-leipzig.de/pdf/2008/imageanalyse2007.pdf - Ausgewählte Ergebnisse der Imageanalyse


    Images

    Criteria of this press release:
    interdisciplinary
    transregional, national
    Organisational matters, Research results
    German


     

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