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Wissenschaft
Das internationale Who is Who der Forschung zum Bakterium
Clostridium difficile trifft sich Ende September in
Leipzig. "Im Mittelpunkt der Diskussionen der etwa 150
Experten aus aller Welt wird das Auftreten hochpathogener
Stämme des Durchfallerregers in Europa stehen", so Prof.
Dr. Arne C. Rodloff, Direktor des Instituts für
Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie an
der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und
Präsident der Tagung. Die aus den USA und Kanada stammenden
Bakterien bilden extrem starke Giftstoffe und sind derart
aggressiv, dass bei Betroffenen unter Umständen der
Dickdarm komplett entfernt werden muss. Im Einzelfall kann
die Erkrankung laut Professor Rodloff einen tödlichen
Verlauf nehmen.
Wir möchten Sie zu unserer Pressekonferenz ganz herzlich
einladen.
Zeit: 26.09.2008, 11:30 Uhr
Ort: Renaissance Hotel Leipzig
Großer Brockhaus 3
Ihre Gesprächspartner während der Pressekonferenz werden
sein:
- Dale Gerding, MD
Hines VA Hopsital
ACOS/Research and Development
- Prof. Dr. Ed J. Kuijper
Leiden University Medical Center
Department of Medical Microbiology
- Prof. Dr. Martin Mielke
Robert-Koch-Institut Berlin
FG angewandte Infektionshygiene
- Prof. Dr. med. Arne C Rodloff
Universität Leipzig
Institut für Medizinische Mikrobiologie und
Infektionsepidemiologie
Wie der Tagungspräsident der ISC International Conference
"New Views on Clostridium difficile Infections" weiter
erklärt, hat die Zahl der Erkrankungen in letzter Zeit
erheblich zugenommen. Sorgen bereiten den Medizinern in
diesem Zusammenhang vor allem zwei Fakten: Zum einen bildet
der jetzt in Europa festgestellten Erreger drei
verschiedene Toxine, während bislang nur zwei Giftstoffe
bekannt waren. Zudem werden Infektionen mit Clostridium
difficile inzwischen auch außerhalb von Krankenhäusern
diagnostiziert und es treten Erkrankungen auf, obwohl die
Betroffenen zuvor nicht mit Antibiotika behandelt wurden.
Clostridium difficile zählt zu den bekanntesten und
häufigsten Krankenhauskeimen. Ist die Darmflora durch die
Gabe von Antibiotika so beeinflusst, dass andere
Bakterienarten zurückgedrängt wurden, kann sich der
sporenbildende Erreger stark vermehren und Gifte bilden,
die zu lebensbedrohenden Durchfällen führen können. "Die
Ausbreitung der Erreger wird dadurch begünstigt, dass die
Clostridien Sporen bilden können, die nicht von der
üblichen alkoholischen Handdesinfektion erfasst werden
können", erklärt Prof. Dr. Rodloff.
Festgestellt wurden die neuen Clostridium-Stämme bisher
unter anderem in Großbritannien, den Niederlanden,
Frankreich, Belgien und in Deutschland, wo die besonders
aggressiven Bakterien zunächst im Raum Trier identifiziert
wurden. "Wir werden bei der Konferenz drei thematische
Schwerpunkte ansprechen: Die Epidiomologie, also die Frage,
wo tritt was wie auf, den Pathomechanismus, also den Ablauf
des Krankheitsprozesses bei Infektion mit den neuen
Stämmen, und schließlich werden wir auch darüber reden, ob
und wenn ja welche neuen Therapeutika in Sicht sind", so
Rodloff. An der Veranstaltung sind eine ganze Reihe von
Fachgesellschaften sowie das Robert-Koch-Institut und die
Deutsche Forschungsgemeinschaft beteiligt, Ausdruck für die
erhebliche Brisanz des Themas. Das Leipziger Uni-Institut
ist das deutsche Konsiliarlabor für anaerobe
Infektionserreger und damit für die Ausrichtung des
Symposiums prädestiniert.
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Weitere Informationen:
Prof. Dr. med. Arne C. Rodloff
Telefon: 0341 97-15200
E-Mail: acr@medizin.uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/~mikrob
http://www.uni-leipzig.de/~mikrob - Institut für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie
Criteria of this press release:
Biology, Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
transregional, national
Press events, Scientific conferences
German

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