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Wissenschaft
Nach einem ersten Probelauf im Jahr 2007 geht das Schülerlabor des Biozentrums der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg jetzt in die zweite Runde. Das Kooperationsprojekt zwischen dem Biozentrum und dem Verein weinberg campus e. V. hat sich zum Ziel gesetzt, naturwissenschaftlich begabte und interessierte Schüler zu fördern. Gruppen von zwei bis vier Schülern forschen im Rahmen eines Praktikums zu einem bestimmten Thema in ihrer ausgewählten Firma. Dadurch sollen sie wissenschaftliches und praktisches Arbeiten kennen lernen.
"Als sich in den vergangenen Jahren eine große Zahl von Firmen auf dem Weinberg Campus ansiedelte, sahen wir dort die Möglichkeit, das Projekt zu initiieren", sagt Dr. Reinhard Paschke, Geschäftsstellenleiter des Biozentrums. Mit Erfolg wurden die Unternehmen eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Paschke hat zusammen mit seinen Mitarbeitern das Projekt und die Themen der sechs beteiligten Firmen an fünf halleschen Gymnasien vorgestellt. Das Interesse dafür war auch dort groß.
So sind bei der Firma BEC GmbH - Biotechnic zurzeit zwei Schüler im Forschungseinsatz. Der Elftklässler Philipp Winkler vom Elisabeth-Gymnasium in Halle ist einer von ihnen. "Unsere Chemie-Lehrerin hat uns darauf aufmerksam gemacht", sagt der Schüler. Daraufhin habe er sich für das Algenprojekt der Firma BEC angemeldet.
Die Arbeitsgebiete der Firma erstrecken sich unter anderem über Bereiche der biologischen Abwasser- und Abluftbehandlung, der Produktion verschiedener Mikroorganismen, der Entwicklung biotechnologischer Verfahren und der Herstellung von Mikroalgen. Auf diesem Gebiet setzt Philipps Forschung an, denn wie Geschäftsführer Eyk Loettel erklärt, sei die Algenbiologie noch am Anfang.
Philipp hat sich einem Dauerversuch angenommen. Seine Aufgabe ist es, die Anzucht und Kultivierung von Algen zu untersuchen und zu klären, unter welchen Bedingungen die Algen am besten wachsen und welche das Algenwachstum vermindern. Er hat herausgefunden, dass beispielsweise ein geringer ph-Wert des Wachstumsmediums die Entwicklung vermindert. Die Algenbiomasse selbst, so erklärt Eyk Loettel, sei für viele Zwecke zu Gebrauchen. So zum Beispiel als Futtermittel, für die Kosmetikindustrie oder für die Pharmaindustrie.
Wenn Philipp im Labor ist, nimmt er Proben aus den Erlenmeyerkolben und analysiert diese unter einem Mikroskop, das mit einem Rechner verbunden ist. Digitale Fotos helfen ihm, zu einem späteren Zeitpunkt diese Proben in Hinblick auf Algendichte und anderen Veränderungen zu vergleichen. So hat er beim Mikroskopieren entdeckt, dass sich auch Bartalgen eingenistet haben.
So hilfreich Algen in der Pharmazie sind, so lästig sind sie für Aquarium-Freunde. Auch Philipp besitzt ein Aquarium und weiß, wie schnell sich dort die Algen vermehren. In seinem Schülerpraktikum lernt er auch, unter welchen Bedingungen Algen nicht wachsen und vermindert werden können. Vielleicht kann er seine Erkenntnisse einmal praktisch anwenden.
Auf den Aspekt der Nützlichkeit macht auch Dr. Reinhard Paschke aufmerksam: "Naturwissenschaft ist nicht nur Theorie, man kann sie auch tatsächlich anwenden und zum Beruf machen", sagt er. Auch Philipp denkt darüber nach, etwas entsprechendes zu studieren Seine Ergebnisse hält er in einer Quartalsarbeit fest, die er im Februar 2009 in seiner Schule abgeben muss. Wenn seine Ergebnisse neuartige, interessante Erkenntnisse bringen, möchte er bei "Jugend forscht" teilnehmen.
Text: Lisa Kühne
Ansprechpartner:
PD Dr. habil. Reinhard Paschke
Leiter der Geschäftsstelle des Biozentrums der Martin-Luther-Universität
Telefon: 0345 55 21601
E-Mail: reinhard.paschke@biozentrum.uni-halle.de
http://www.biozentrum.uni-halle.de/schuelerlabor
Philipp Winkler beschäftigt sich in seinem Projekt mit Algenwachstum.
Source: Foto: Martin-Luther-Universität, Paolo Schubert
Sind die Experimente in den Erlmeyerkolben erfolgreich, werden sie in einem solchen Bioreaktor fortg ...
Source: Foto: Martin-Luther-Universität, Paolo Schubert
Criteria of this press release:
Biology
regional
Studies and teaching
German

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