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02/24/2009 12:02

Industrielle Bierhefe mit neuem Enzym aufgerüstet

Dr. Anne Hardy Marketing und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main

    Pflanzenabfall Xylose wird von genetisch veränderten Hefen direkt zu Ethanol vergoren. Das verfahren ist zum Patent angemeldet.

    FRANKFURT. In industriellen Fermentationsprozessen wird Ethanol für gewöhnlich mit Bierhefe hergestellt. Allerdings können die Mikroorganismen von Natur aus nur hochwertige Glucose verdauen, während die ebenfalls in Pflanzen vorkommende D-Xylose und L-Arabinose als Abfälle anfallen. Eckhard Boles, Professor an der Goethe-Universität und Mitbegründer des Schweizer Biosprit-Entwicklers Butalco GmbH, ist es nun gelungen, industriell genutzte Hefe so zu modifizieren, dass sie Xylose durch Einfügen eines einzigen neuen Schrittes direkt zu Ethanol vergärt. Das Verfahren ist inzwischen zum Patent angemeldet. Nachdem Boles bereits Hefestämme entwickelt hat, die Arabinose zu Ethanol verarbeiten, zeichnet sich eine höchst effiziente Verwertung von Pflanzen für die Herstellung von Biosprit ab. Der Vorteil: sie ist nicht auf Pflanzen wie Mais oder Getreide angewiesen, die einen hohen Anteil an Glucose, Saccharose oder Stärke enthalten, und tritt daher nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.

    "Bisher galt es unter Genetikern als aussichtslos, Bierhefe mit einem bestimmten bakteriellen Enzym auszustatten, dass sie befähigt, Xylose zu fermentieren", erklärt Boles, "weil alle Versuche dazu fehlgeschlagen waren". Der Frankfurter Forscher ließ sich jedoch nicht abschrecken. Dawid Brat und Beate Wiedemann aus seiner Gruppe bauten nach und nach 12 in einer Gendatenbank verzeichnete Gene von Bakterien, die für das gewünschte Enzym (Xylose Isomerase) codieren, in Hefezellen ein - und wurden fündig. Die Hartnäckigkeit zahlte sich in doppelter Weise aus: Zum einen konnten die Forscher damit eine Alternative zu anderen bereits patentierten Verfahren finden. Zum anderen wird die Herstellung von Ethanol in dem neuen Verfahren nicht durch anfallende Nebenprodukte (Xylitol) gehemmt, die normalerweise die Effizienz von Industriehefen reduzieren. "Das ist ein wirklicher Durchbruch für die industrielle Herstellung von Ethanol aus Pflanzenabfällen", sagt Boles, der das Verfahren nun kommerzialisieren möchte.

    Informationen: Prof. Eckhard Boles, Physiologie und Genetik niederer Eukaryonten, Tel.: (069)-798-29513, e.boles@bio.uni-frankfurt.de

    Web link: http://aem.asm.org/cgi/content/abstract/AEM.02522-08v1

    Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigte sie sich als eine der forschungsstärksten Hochschulen.

    Herausgeber: Der Präsident
    Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
    60054 Frankfurt am Main
    Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation Telefon (069) 798 - 2 92 28, Telefax (069) 798 - 2 85 30, E-Mail hardy@pvw.uni-frankfurt.de
    Internet: www.uni-frankfurt.de


    More information:

    http://aem.asm.org/cgi/content/abstract/AEM.02522-08v1


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    Criteria of this press release:
    Biology, Environment / ecology
    transregional, national
    Research results
    German


     

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