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Wissenschaft
75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim
Mannheim, Freitag, 17. April 2009 - Zur anhaltenden Diskussion darüber, ob bei einer Koronaren Herzkrankheit eine Katheterintervention samt Stent-Implantation oder eine Bypass-Operation sicherer und effektiver sind, habe auch die viel debattierte SYNTAX-Studie keine klare Präferenz für die eine oder andere Methode hervorgebracht. Es sei immer eine individuelle Entscheidung für die spezielle Konstellation eines Patienten zu treffen, so Experten heute auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim.
Von 16. bis 18. April 2009 findet in Mannheim die DGK-Jahrestagung statt, zu der mehr als 7000 aktive Teilnehmer aus 25 Ländern zusammentreffen.
In der "Synergy between PCI with Taxus and Cardiac Surgery" oder SYNTAX-Studie wurde in 85 Zentren in Europa (62) und den USA (23) an insgesamt mehr als 3000 Patienten mit Koronarer Herzkrankheit untersucht, ob ein Katheter-Eingriff, bei dem Stents eingesetzt werden (PCI), bei Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen (Koronare Herzkrankheit, KHK) bessere Gesamtergebnisse liefert als eine Bypass-Operation.
Differenzierte Patientenberatung
"In der Interpretation der Ergebnisse sollte nicht eine pauschale Überlegenheit oder Unterlegenheit einer der beiden Verfahren festgestellt werden", betonte bei der DGK-Jahrestagung Prof. Dr. Albert Schömig (Deutsches Herzzentrum München). "Vielmehr muss man in der Beratung von Patienten, die eine Koronare Herzerkrankungen haben, bei der alle drei großen Gefäße betroffen sind, oder Patienten mit einer Verengung des Abgangs der linken Koronararterie (Hauptstammstenose) das Ergebnis der SYNTAX-Studie differenziert darstellen." Bei beiden Verfahren sei das Risiko, innerhalb von zwölf Monaten einen Myokardinfarkt zu erleiden oder zu versterben, gleich hoch, so Prof. Schömig. "Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist bei einer Bypass-Operation signifikant erhöht. Falls sich der Patient für eine Katheterintervention mit Stent-Implantation entscheidet, muss er mit einer höheren Rate eines Zweiteingriffs rechnen, da die Rate an neuerlichen Gefäßverschlüssen bei der PCI signifikant erhöht ist. Unsere Patienten haben die Wahl."
Stents jetzt auch bei Hauptstammstenose
Ein wichtiges Ergebnis aus der SYNTAX-Studie für die interventionelle Kardiologie betreffe die Hauptstammstenose, betonte in Mannheim Prof. Dr. Christian W. Hamm (Herz- und Thoraxzentrum, Kerckhoff Klinik, Bad Nauheim). Bei dieser besonders lebensbedrohlichen Form der Erkrankung galt bisher die PCI als im Vergleich zur Bypass-Operation weniger geeignet. Das habe sich durch SYNTAX deutlich verändert, so Prof. Hamm: "Bei isolierten Hauptstammstenosen und Hauptstammstenosen mit Eingefäß-Erkrankungen hat tendenziell sogar die Katheterintervention mit Stents besser abgeschnitten. Dieser Befund steht in Übereinstimmung mit der generellen Erkenntnis aus der Studie, dass je ausgedehnter die Erkrankung ist, desto besser die Bypass-Ergebnisse und umgekehrt." Eine individuelle Therapieentscheidung sei auf jeden Fall für Patienten das Beste.
Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
Pressestelle
Prof. Dr. Eckart Fleck / Christiane Limberg
Achenbachstr. 43, 40237 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 600 692 - 61; E-Mail: limberg@dgk.org
Roland Bettschart, B&K
Pressezentrum am Kongress: 0612-41065003; mobil 0043 676 6356775
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.
Criteria of this press release:
Medicine
transregional, national
Research results, Scientific conferences
German

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