idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
17.04.2009 12:05

Koronare Herzkrankheit: Bypass-Operation und Katheter-Intervention mit Stents gleichwertig

Christiane Limberg Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

    75. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim

    Mannheim, Freitag, 17. April 2009 - Zur anhaltenden Diskussion darüber, ob bei einer Koronaren Herzkrankheit eine Katheterintervention samt Stent-Implantation oder eine Bypass-Operation sicherer und effektiver sind, habe auch die viel debattierte SYNTAX-Studie keine klare Präferenz für die eine oder andere Methode hervorgebracht. Es sei immer eine individuelle Entscheidung für die spezielle Konstellation eines Patienten zu treffen, so Experten heute auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim.

    Von 16. bis 18. April 2009 findet in Mannheim die DGK-Jahrestagung statt, zu der mehr als 7000 aktive Teilnehmer aus 25 Ländern zusammentreffen.

    In der "Synergy between PCI with Taxus and Cardiac Surgery" oder SYNTAX-Studie wurde in 85 Zentren in Europa (62) und den USA (23) an insgesamt mehr als 3000 Patienten mit Koronarer Herzkrankheit untersucht, ob ein Katheter-Eingriff, bei dem Stents eingesetzt werden (PCI), bei Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen (Koronare Herzkrankheit, KHK) bessere Gesamtergebnisse liefert als eine Bypass-Operation.

    Differenzierte Patientenberatung

    "In der Interpretation der Ergebnisse sollte nicht eine pauschale Überlegenheit oder Unterlegenheit einer der beiden Verfahren festgestellt werden", betonte bei der DGK-Jahrestagung Prof. Dr. Albert Schömig (Deutsches Herzzentrum München). "Vielmehr muss man in der Beratung von Patienten, die eine Koronare Herzerkrankungen haben, bei der alle drei großen Gefäße betroffen sind, oder Patienten mit einer Verengung des Abgangs der linken Koronararterie (Hauptstammstenose) das Ergebnis der SYNTAX-Studie differenziert darstellen." Bei beiden Verfahren sei das Risiko, innerhalb von zwölf Monaten einen Myokardinfarkt zu erleiden oder zu versterben, gleich hoch, so Prof. Schömig. "Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist bei einer Bypass-Operation signifikant erhöht. Falls sich der Patient für eine Katheterintervention mit Stent-Implantation entscheidet, muss er mit einer höheren Rate eines Zweiteingriffs rechnen, da die Rate an neuerlichen Gefäßverschlüssen bei der PCI signifikant erhöht ist. Unsere Patienten haben die Wahl."

    Stents jetzt auch bei Hauptstammstenose

    Ein wichtiges Ergebnis aus der SYNTAX-Studie für die interventionelle Kardiologie betreffe die Hauptstammstenose, betonte in Mannheim Prof. Dr. Christian W. Hamm (Herz- und Thoraxzentrum, Kerckhoff Klinik, Bad Nauheim). Bei dieser besonders lebensbedrohlichen Form der Erkrankung galt bisher die PCI als im Vergleich zur Bypass-Operation weniger geeignet. Das habe sich durch SYNTAX deutlich verändert, so Prof. Hamm: "Bei isolierten Hauptstammstenosen und Hauptstammstenosen mit Eingefäß-Erkrankungen hat tendenziell sogar die Katheterintervention mit Stents besser abgeschnitten. Dieser Befund steht in Übereinstimmung mit der generellen Erkenntnis aus der Studie, dass je ausgedehnter die Erkrankung ist, desto besser die Bypass-Ergebnisse und umgekehrt." Eine individuelle Therapieentscheidung sei auf jeden Fall für Patienten das Beste.

    Kontakt:
    Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
    Pressestelle
    Prof. Dr. Eckart Fleck / Christiane Limberg
    Achenbachstr. 43, 40237 Düsseldorf
    Tel.: 0211 / 600 692 - 61; E-Mail: limberg@dgk.org
    Roland Bettschart, B&K
    Pressezentrum am Kongress: 0612-41065003; mobil 0043 676 6356775

    Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 7000 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa. Weitere Informationen unter www.dgk.org.


    Weitere Informationen:

    http://www.dgk.org


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).