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Wissenschaft
Das Alter des Empfängers beeinflusst den Erfolg
einer Leberzelltransplantation: das fanden Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg heraus. In den Versuchen konnte die Arbeitsgruppe um Dr. Stock und Professor Christ (Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I) feststellen, dass bei älteren Empfängern die Wachstumsrate der transplantierten Zellen im Vergleich mit jüngeren Empfängern um das Zehnfache geringer war.
Der Bedarf an Lebern für die Organtransplantation übersteigt die Nachfrage deutlich. Dabei werden das Organ eines verstorbenen Spenders beziehungsweise Teile einer Leber eines Lebendspenders verpflanzt. Zudem gilt das Verpflanzen einer Leber als eine der schwierigsten Organtransplantationen überhaupt. Weltweit wird daher nach einer Alternative dazu gesucht. Diese wird in der Transplantation von Leberzellen (Hepatozytentransplantation) gesehen. Doch bisher waren die Ergebnisse solcher Transplantationen oftmals nicht ausreichend. Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Medizinische Fakultät) haben nun herausgefunden, dass dies vor allem am Alter des Empfängers liegt. Ihre Forschungsergebnisse stellten am vergangenen Wochenende Dr. Peggy Stock und Professor Bruno Christ erstmals auf der Jahrestagung "Experimental Biology 2009" der "American Society for Investigative Pathology (ASIP) in New Orleans der Öffentlichkeit vor. Der hallesche Beitrag ist einer von zwei, der durch die ASIP publiziert wird.
Die transplantierten Zellen, welche durch eine Infusion oder Injektion verabreicht werden, sollen in die Leber wandern, sich dort vermehren und die Funktion der zerstörten Leberzellen übernehmen, so dass das Organ wieder die normalen Aufgaben wie das Herausfiltern von Schadstoffen übernehmen kann. Bisher ist diese Therapieform vor allem in Tierversuchen erfolgreich erprobt worden. Die Anwendung beim Menschen jedoch scheint bisher nur bedingt erfolgreich.
Die halleschen Forscher fanden in Versuchen mit Ratten nun heraus, dass nicht das Alter des Spenders, sondern das des Empfängers den großen Unterschied ausmacht, ob die transplantierten Zellen sich in der Leber vermehren und die Funktion übernehmen oder nicht. Ursache könnte das geringe Vorhandensein eines für das Zellwachstum wichtigen Wachstumsfaktors beim Empfänger sein. In den Versuchen konnte die Arbeitsgruppe um Dr. Stock und Professor Christ (Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin I) feststellen, dass bei älteren Empfängern die Wachstumsrate der transplantierten Zellen im Vergleich mit jüngeren Empfängern um das Zehnfache geringer war. Aber gerade ältere Patienten stehen auf der Warteliste für eine Lebertransplantation.
Das Alter des Spenders, fanden die halleschen Wissenschaftler heraus, hatte allerdings keinen Einfluss auf den Erfolg der Transplantation. Sie planen nun in weiteren Versuchen in Tiermodellen, durch die Gabe des Wachstumsfaktors den Erfolg einer Zelltransplantation bei älteren Empfängern - in diesem Fall Ratten - zu steigern. Die Forschung wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt.
Criteria of this press release:
Medicine
transregional, national
Research projects, Research results
German

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