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Wissenschaft
Der französische Historiker Fernand Braudel (1902-1985) veröffentlicht vor 30 Jahren seine Weltgeschichte und revolutioniert damit die Geschichtsschreibung. Was macht Braudel heute wieder attraktiv? Antworten darauf sucht ein internationales Kolloquium der Universität Leipzig am 2. Oktober.
Das Erscheinen von Braudels Weltgeschichte 1979 nehmen das Global and European Studies Institute der Universität Leipzig und das Institut français d'histoire en Allemagne zum Anlass, um das Werk aus heutiger Sicht zu erörtern. Mit seiner dreibändigen Studie "Civilisation matérielle, économie et capitalisme" analysiert Braudel die Entstehung des Kapitalismus. Er nimmt dafür Wirtschaft und Kultur vom 15. bis zum 18. Jahrhundert in den Blick und löst sich dabei von der gewohnten Aneinanderreihung von Ereignissen. Der Historiker betrachtet stattdessen auch lange Zeiträume der Natur- und Menschheitsgeschichte. Dadurch gelangt er zu neuen, globalen Erzählmustern der Geschichtsschreibung und löst einen weitreichenden Wissenschaftlerstreit aus. Hier wollen Forscher aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland anknüpfen. Sie diskutieren, welches Potential heute noch in Braudels Studie steckt.
Braudel gehört zu den bekanntesten Vertretern seines Faches im 20. Jahrhundert. Bis heute gelten seine Publikationen zur Mittelmeerwelt und zur Weltgeschichte als vorbildlich. Als Schüler von Marc Bloch und Lucien Febvre führte er die französische Annales-Schule zu weltweiter Anerkennung.
Das Kolloquium wird unterstützt von der Research Academy Leipzig (RAL), dem Graduiertenzentrum der Universität.
Ansprechpartner für weitere Informationen:
Prof. Dr. Matthias Middell
Universität Leipzig
Global and European
Studies Institute
Tel. 0341 - 9730230
E-Mail: gesi@uni-leipzig.de
Veranstaltungsort:
Global and European Studies Institute
Raum 3.16
Emil-Fuchs-Straße 1
04105 Leipzig
http://www.uni-leipzig.de/gesi
Criteria of this press release:
Cultural sciences, History / archaeology, Social studies
transregional, national
Scientific conferences
German

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