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Wissenschaft
2 Millionen Euro erhielt das Doktorandenförderprogramm "Graduiertenkolleg: Funktion von Aufmerksamkeit bei kognitiven Prozessen" der Universität Leipzig von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und damit den Zuschlag für die Weiterführung bis mindestens 2014. Erforscht wird die Rolle von Aufmerksamkeit bei elementaren Gehirnleistungen wie beispielsweise bei der Wahrnehmung, bei der Verarbeitung von emotionalen Reizen und bei der Sprache.
"Wir wollen wissen wie unsere Wahrnehmung in allen Sinnesmodalitäten gesteuert wird und wie die Prozesse beim gleichzeitigen Eintreffen von Information aus mehreren Sinnen ablaufen, z.B. Sehen und Hören, wie dies im täglichen Leben immer geschieht." erklärt der Psychologe und Sprecher des Graduiertenkollegs Prof. Dr. Matthias Müller. "Wir möchten beispielsweise beantworten ob es tatsächlich so ist, dass emotionale Reize unwillkürlich Aufmerksamkeit auf sich ziehen - Lenken wir also beispielsweise unseren Blick auf die Szene eines Autounfalls, ob wir wollen oder nicht? Kann unser Gehirn ohne Fehler zu machen die Informationen mehrerer Sinnesmodalität gleichzeitig verarbeiten - Können wir uns also auf den Straßenverkehr konzentrieren, wenn wir gleichzeitig ein Telefongespräch über Freisprechanlage führen? Wie verändern sich die Prozesse der Wahrnehmung im Laufe des Lebens - Werden im Alter unangenehme Bilder und Nachrichten tatsächlich als weniger unangenehm empfunden und erhalten damit weniger Aufmerksamkeit als in jungen Jahren und woran liegt das?"
12 ganz unterschiedliche Arbeitsgruppen widmen sich diesen Fragen (vorwiegend Psychologie, Biologie und Medizin der Universität und des Max-Planck Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig) und ermöglichen nun 16 neuen Doktoranden aus den Fächern Psychologie, Biologie, Linguistik und Physik ihre Promotion. Im Graduiertenkolleg, das deutschlandweit das Einzige ist was sich diesen Forschungsfragen widmet, erhalten alle Promovierenten ein Stipendium und werden von mindestens 2 Betreuern aus jeweils unterschiedlichen Arbeitsgruppen begleitet und angeleitet. "Inwieweit die wissenschaftlichen Ergebnisse während der Laufzeit des Graduiertenkollegs schon umgesetzt werden, für die Anwendung etwa in der klinischen Psychologie oder aber auch in der Ausstattung und Gestaltung von Arbeitsplätzen und der Entwicklung von Produkten, bleibt offen", meint Professor Müller. "Wir hoffen aber, dass die Anwendungsfächer der Psychologie und der Ingenieurswissenschaften unsere Erkenntnisse schnell aufgegreifen. Interessant wäre z.B. die Entwicklung von Robotern, die nur über die Messung von Gehirnsignalen gesteuert werden. Das könnte Patienten die keine andere Möglichkeit zur Mitteilung mehr haben, sowohl Kommunikation als auch Beweglichkeit ermöglichen." Die Arbeiten aus dem Graduiertenkolleg liefern hierzu die nötigen Grundlagen.
Seit Start des Graduiertenkollegs vor drei Jahren konnten bereits 10 Doktoranden erfolgreich ihre Dissertation abschließen und 6 befinden sich in der Endphase ihrer Arbeit. Hierbei wurden viele Erkenntnisse erzielt auf welche die neuen Doktoranden aufbauen sollen. So konnte in einem Projekt z.B. gezeigt werden, dass emotionale Bilder im Vergleich zu neutralen Bildern in der Tat für einen gewissen Zeitraum die Aufmerksamkeit unwillkürlich auf sich ziehen. Die Ergebnisse deuten auf spezifische Gehirnprozesse hin die in den kommenden Jahren genauer erforscht werden sollen.
Sandra Hasse
weitere Informationen:
Prof. Dr. Matthias Müller
Telefon: +49 341 97-35960
E-Mail: m.mueller@uni-leipzig.de
http://www.uni-leipzig.de/~psycho
http://Mehr zum Graduiertenkolleg:
http://www.uni-leipzig.de/~gkattent
Criteria of this press release:
Psychology
transregional, national
Research projects
German

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