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Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist angesichts des russischen Krieges gegen die Ukraine für eine Stärkung der nationalen Verteidigungsfähigkeit inklusive höherer Verteidigungsausgaben. Das ergab eine gerade auf den Seiten des ifo Instituts veröffentlichte Onlineumfrage von Forschenden der Universität Leipzig und der Technischen Universität München (TUM) unter 1.095 zufällig ausgewählten Deutschen. Die relative Mehrheit der Befragten befürwortete zudem die Wiedereinführung der Wehrpflicht, sagte Juniorprof. Dr. Sebastian Blesse von der Universität Leipzig.
Eine deutliche Mehrheit der Befragten ist den Angaben zufolge besorgt über die Möglichkeit eines militärischen Konflikts mit Russland und fordert eine stärkere Wehrhaftigkeit Deutschlands für den Fall äußerer Bedrohungen. „Es finden sich Mehrheiten in der Bevölkerung für einen personellen Ausbau der Bundeswehr, ein entschiedeneres Vorgehen gegen hybride Angriffe und eine gemeinsame europäische Armee“, erklärt Philipp Lergetporer.
Zur Finanzierung zusätzlicher Verteidigungsausgaben präferierten die Befragten die Umschichtung bestehender Staatsausgaben hin zu Ausgaben für Verteidigung und innere Sicherheit und weg von Sozialausgaben. Nahezu zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) befürchten einen militärischen Konflikt zwischen Russland und einem NATO-Mitgliedstaat. Knapp die Hälfte (42 Prozent) hat große Sorgen, dass es zu einem solchen Konflikt zwischen Deutschland und Russland auf deutschem Gebiet kommen könnte.
Die beschlossene Ausnahme der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben findet dagegen keine Bevölkerungsmehrheit. Zudem wird eine vertiefte europäische Zusammenarbeit im Rahmen von Verteidigungs- und Sicherheitspolitik, Zivilschutz, Außenpolitik und Wirtschaftspolitik befürwortet. „Insgesamt spiegeln die Ergebnisse einen klaren Reformwillen zur Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands wider und lassen Rückschlüsse auf mehrheitsfähige Verteidigungspolitiken in der Bevölkerung zu“, sagt Finanzwissenschaftler Sebastian Blesse.
Die Ergebnisse bestätigten bereits bestehende Erkenntnisse, wonach die deutsche Bevölkerung seit dem russischen Angriff auf die Ukraine eine deutlich gestiegene Bedrohungswahrnehmung und höhere Verteidigungsausgaben sowie eine Stärkung der Bundeswehr unterstützt. Neu ist nach Einschätzung der Forschenden, dass die Zustimmung nicht nur abstrakt, sondern auch für konkrete sicherheitspolitische Maßnahmen erfasst wurde und klaren Prioritäten und Finanzierungsbedingungen folgt.
Die Analyse basiert auf einer repräsentativen, quantitativen Online-Befragung der deutschen Bevölkerung, die zwischen Juli und September 2025 durchgeführt wurde. Die Stichprobe orientiert sich an amtlichen Bevölkerungsdaten.
Juniorprof. Dr. Sebastian Blesse
Universität Leipzig, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Institut für öffentliche Finanzen und Public Management
Telefon: +49 341 97 33626
blesse@wifa.uni-leipzig.de
Prof. Ph.D. Philipp Lergetporer
Technische Universität München, TUM Campus Heilbronn
philipp.lergetporer@tum.de
"Gefahr im Verzug: Was die deutsche Bevölkerung über Russlands militärische Aggression und deutsche Sicherheitspolitik denkt", https://www.ifo.de/publikationen/2026/aufsatz-zeitschrift/gefahr-im-verzug-was-d...
Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist angesichts des russischen Krieges gegen die Ukraine für e ...
Source: Colourbox
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Detaillierte Antworten aus der Bevölkerungsumfrage zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit.
Source: ifo Institut
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Criteria of this press release:
Journalists, all interested persons
Economics / business administration, Politics, Social studies
transregional, national
Research results
German

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