idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
03/27/2026 09:01

Deutschland attraktiver Finanzstandort für Kriminelle?

Dr. Simon Thijs Kommunikation & Marketing
Universität Trier

    Eine neue Studie zu transnationalen Geldwäscheströmen zeigt, dass die Bundesrepublik ein bevorzugtes Zielland für verdächtige Vermögenswerte ist.

    Geldwäsche macht nicht vor Ländergrenzen halt: Besonders in der organisierten Kriminalität werden Erträge aus kriminellen Aktivitäten regelmäßig ins Ausland verschoben, um sie dem Zugriff nationaler Strafverfolgungsbehörden zu entziehen. Vor diesem Hintergrund untersucht das Trierer Institut für Geldwäsche- und Korruptions-Strafrecht (TrIGeKo) in einer neuen Studie systematisch die transnationale Dimension von Geldwäscheströmen aus und nach Deutschland. Grundlage sind anonymisierte statistische Daten aus Geldwäscheverdachtsmeldungen der Jahre 2020–2024.

    Stabilität und Reputation auch für Kriminelle attraktiv

    Die Studie zeigt, dass deutlich mehr verdächtige Vermögenswerte nach Deutschland fließen als aus Deutschland heraus. Dies kann als Hinweis gewertet werden, dass Deutschland aufgrund seiner Stabilität und Reputation auch für Kriminelle als attraktiver Finanzstandort wahrgenommen und genutzt wird. Bei der Anzahl transnationaler Transaktionen dominiert Europa sowohl als Herkunfts- als auch als Zielregion, jeweils mit deutlichem Abstand vor Asien. Bei den Volumina zeigt sich hingegen ein anderes Bild: Hier liegt Asien bei den Herkunftsländern vorne, während der Abstand bei den Zielländern geringer ausfällt. Bei Anzahl und Volumen transnationaler Transaktionen weisen einzelne Länder und Regionen überdurchschnittliche Werte auf, darunter u. a. die baltischen Staaten.

    Die Studie verdeutlicht zudem, dass transnationale Geldwäscheströme maßgeblich durch Push- und Pull-Faktoren beeinflusst werden, darunter ökonomische Größe, geografische Nähe – einschließlich institutioneller Aspekte –, Diaspora-Netzwerke und Offshore-Finanzplätze.

    Die Erkenntnisse sollen Ansatzpunkte für eine gezielte, risikoorientierte Bekämpfung von Geldwäsche bieten: Der Fokus staatlicher Maßnahmen kann auf Risikoländer und -regionen gelegt und Verpflichteten relevante Indikatoren für ein effektiveres Monitoring bereitgestellt werden.

    Zur Studie: https://trigeko.uni-trier.de/studie-zu-transnationalen-geldwaeschestroemen-deuts...


    Contact for scientific information:

    Prof. Dr. Matthias Neuenkirch
    TrIGeKo
    Mail: neuenkirch@uni-trier.de
    Tel. +49 651 201-4195


    Images

    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists
    Economics / business administration, Law
    transregional, national
    Research results, Scientific Publications
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).