Eine neue Studie zu transnationalen Geldwäscheströmen zeigt, dass die Bundesrepublik ein bevorzugtes Zielland für verdächtige Vermögenswerte ist.
Geldwäsche macht nicht vor Ländergrenzen halt: Besonders in der organisierten Kriminalität werden Erträge aus kriminellen Aktivitäten regelmäßig ins Ausland verschoben, um sie dem Zugriff nationaler Strafverfolgungsbehörden zu entziehen. Vor diesem Hintergrund untersucht das Trierer Institut für Geldwäsche- und Korruptions-Strafrecht (TrIGeKo) in einer neuen Studie systematisch die transnationale Dimension von Geldwäscheströmen aus und nach Deutschland. Grundlage sind anonymisierte statistische Daten aus Geldwäscheverdachtsmeldungen der Jahre 2020–2024.
Stabilität und Reputation auch für Kriminelle attraktiv
Die Studie zeigt, dass deutlich mehr verdächtige Vermögenswerte nach Deutschland fließen als aus Deutschland heraus. Dies kann als Hinweis gewertet werden, dass Deutschland aufgrund seiner Stabilität und Reputation auch für Kriminelle als attraktiver Finanzstandort wahrgenommen und genutzt wird. Bei der Anzahl transnationaler Transaktionen dominiert Europa sowohl als Herkunfts- als auch als Zielregion, jeweils mit deutlichem Abstand vor Asien. Bei den Volumina zeigt sich hingegen ein anderes Bild: Hier liegt Asien bei den Herkunftsländern vorne, während der Abstand bei den Zielländern geringer ausfällt. Bei Anzahl und Volumen transnationaler Transaktionen weisen einzelne Länder und Regionen überdurchschnittliche Werte auf, darunter u. a. die baltischen Staaten.
Die Studie verdeutlicht zudem, dass transnationale Geldwäscheströme maßgeblich durch Push- und Pull-Faktoren beeinflusst werden, darunter ökonomische Größe, geografische Nähe – einschließlich institutioneller Aspekte –, Diaspora-Netzwerke und Offshore-Finanzplätze.
Die Erkenntnisse sollen Ansatzpunkte für eine gezielte, risikoorientierte Bekämpfung von Geldwäsche bieten: Der Fokus staatlicher Maßnahmen kann auf Risikoländer und -regionen gelegt und Verpflichteten relevante Indikatoren für ein effektiveres Monitoring bereitgestellt werden.
Zur Studie: https://trigeko.uni-trier.de/studie-zu-transnationalen-geldwaeschestroemen-deuts...
Prof. Dr. Matthias Neuenkirch
TrIGeKo
Mail: neuenkirch@uni-trier.de
Tel. +49 651 201-4195
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter
Recht, Wirtschaft
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch

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