idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
09/29/2022 13:39

Universität Leipzig an neuem Großforschungszentrum beteiligt

Susann Huster Stabsstelle Universitätskommunikation / Medienredaktion
Universität Leipzig

    Das „Center for the Transformation of Chemistry“ (CTC), an dem auch die Universität Leipzig beteiligt ist, soll in den kommenden Jahren zum Großforschungszentrum ausgebaut werden, das den Strukturwandel in Mitteldeutschland nach dem Kohleausstieg entscheidend mit prägen wird. Das gab Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger am Donnerstag (29. September 2022) in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Ministerpräsidenten Sachsens und Sachsen-Anhalts, Michael Kretschmer und Dr. Reiner Haseloff, bekannt.

    Federführend beim CTC sind Prof. Dr. Peter H. Seeberger, Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung (MPIKG) in Potsdam, gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Matthew Plutschack .Das Großforschungszentrum wird in einem transdisziplinären Ansatz und mit strukturierter Kooperation von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft die Chemie zu einer Kreislaufwirtschaft transformieren.

    Der Aufbau des CTC soll mit bis zu 170 Millionen Euro pro Jahr vom Bund und den Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt gefördert werden, wobei der Bund 90 Prozent der Mittel zur Verfügung stellt. „Die Universität Leipzig ist stolz, ein Partner dieses neu entstehenden Großforschungszentrums zu sein, denn das CTC ermöglicht im mitteldeutschen Revier eine nachhaltige Entwicklung der ehemaligen Braunkohleregionen.. Wir tragen dazu bei, die neue große Herausforderung für die chemische Industrie zu meistern: von fossilen Energie- und Rohstoffquellen weitgehend unabhängig zu werden“, sagt die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Eva Inés Obergfell.

    Stärke vor allem in Digitalisierung und KI

    Das Großforschungszentrum, in das unter anderem Prof. Dr. Roger Gläser und Prof. Dr. Detlev Belder von der Universität Leipzig ihre Expertise einbringen, soll im mitteldeutschen Revier die gesamte vom Strukturwandel betroffene Innovationsregion stärken und ihr eine neue und nachhaltige Entwicklungsperspektive bieten. Die Ansiedlung des CTC mit seiner Stärke im Bereich Forschung und Innovation vor allem auch in Bezug auf Digitalisierung und KI soll entsprechende Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung auf industrieller Seite voranbringen und durch Ausgründungen und Ansiedlungen den Standort zukunftssicherer gestalten. Als attraktives Arbeitsgebiet an der Schnittstelle von Technologie und Produktion soll das Revier zu einem Magneten für junge, gut ausgebildete Arbeitskräfte werden und damit der abnehmenden Anzahl von Menschen im erwerbsfähigen Alter in der Region entgegenwirken.

    Das CTC wird eine der drängendsten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts angehen und zugleich einen Ort der Spitzenforschung auf- und ausbauen, der für Fachkräfte wie Partnereinrichtungen aus Wissenschaft und Wirtschaft attraktiv ist, großes Potenzial für die Ansiedlung neuer Unternehmen bietet und damit in der Lage ist, den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier nachhaltig zu unterstützen. Das Großforschungszentrum im Mitteldeutschen Revier greift die lange Tradition im Chemiedreieck Halle-Merseburg-Bitterfeld auf und integriert die Wertschöpfungsketten sowie anwendungs- und nachfrageorientierte Forschungsansätze, die sehr wichtig sind für die Branchen Energiewirtschaft, Mobilität, Ernährungswirtschaft und Gesundheitswirtschaft sowie Landwirtschaft und Maschinen- und Anlagenbau. „Um die Versorgung und das Funktionieren der gesamten Wirtschaft am Standort Deutschland zu sichern, ist es dringend notwendig, Ausgangsstoffe, Prozesse und Produkte neu zu denken und die bisher linear geprägte chemische Industrie, die zudem große Mengen Kohlenstoffdioxid sowie giftige Abfälle und Abwässer produziert, langfristig als widerstandsfähige Kreislaufwirtschaft zu etablieren“, erklärt Peter H. Seeberger, Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung die Ziele des CTC.

    Aufgebaut wird das CTC in Delitzsch, rund 20 Kilometer nördlich von Leipzig. Auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik wird in den nächsten Jahren das CTC als bisher erste Forschungseinrichtung im Landkreis Nordsachsen etabliert.

    Enge Zusammenarbeit der Universitäten Leipzig und Halle

    In den Aufbau des CTC bringen die Universität Leipzig und die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg neben der Expertise zahlreicher Wissenschaftler:innen vor allem auch das Konzept für eine eigenständige Forschungs-, Lehr- und Organisationseinheit als institutionelle Brücke zum Großforschungszentrum ein. Die gemeinsame Struktur soll einen Beitrag zu transdisziplinärer, grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung und Karriereförderung leisten, aber auch Studium und Lehre sowie die akademische Weiterbildung fördern. Mit dem gemeinsamen Konzept beider Universitäten sollen wirtschaftliche Perspektiven für die Menschen und Kommunen im Mitteldeutschen Revier nach dem Ausstieg aus der Braunkohle geschaffen werden.

    Neben dem CTC hatte sich im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Wissen schafft Perspektiven für die Region!“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Freistaats Sachsen und des Landes Sachsen-Anhalt das Deutsche Zentrum für Astrophysik unter der Federführung von Astrophysiker Prof. Günther Hasinger als zweites Großforschungszentrum durchgesetzt, um den Strukturwandel in den Braunkohlegebieten der sächsischen Lausitz und im Mitteldeutschen Revier zu bewältigen. Insgesamt waren sechs Konzepte für die finale Runde um zwei Großforschungszentren eingereicht worden.


    Contact for scientific information:

    Medienredaktion der Universität Leipzig
    Telefon: +49 341 97-35022
    E-Mail: presse@uni-leipzig.de


    More information:

    https://ctc-concept.com/
    https://www.bmbf.de/bmbf/de/forschung/das-wissenschaftssystem/wissen-schafft-per...


    Images

    Das CTC soll auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in Delitzsch entstehen.
    Das CTC soll auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in Delitzsch entstehen.
    Foto: HDR GmbH


    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
    Chemistry
    transregional, national
    Cooperation agreements, Research projects
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).