idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
05.03.2014 11:32

Antriebszentrum der Reformation: der Südwesten - Tagung zu den politischen Folgen von Luthers Wirken

Bernd Hegen Referat Öffentlichkeitsarbeit
Universität Koblenz-Landau

    Die Reformation zählt zu den geschichtlich und kulturell umfassendsten Umwälzungsprozessen des Abendlandes. Im Jubiläumsjahr 2017 jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers, des Beginns der deutschen Reformation. Gefördert von der Bundesregierung und unter Beteiligung mehrerer Bundesländer, darunter Rheinland-Pfalz, findet im Rahmen von „Luther 2017“ im Jahr 2014 der Themenschwerpunkt „Reformation und Politik“ bundesweit Aufmerksamkeit. Ein bedeutendes Zentrum der Antriebs- und Konfliktkräfte im Reformationsjahrhundert war der deutsch-elsässische Südwesten. Unter dem Titel „Kirche und Politik am Oberrhein im 16. Jahrhundert. Reformation und Macht im Südwesten des Reiches“ werden vom 2. bis 5. April 2014 an der Universität in Landau international renommierte Referenten in einer öffentlichen Fachtagung die zahlreichen Spektren dieses Umbruchs in der Region beleuchten.

    Schon seit Luthers Auftritt 1518 in Heidelberg und dann beim Reichstag in Worms 1521 strahlte die reformatorische Bewegung in den südwestdeutschen Raum aus. Luther fand zahlreiche Anhänger, die als Reformatoren in den Reichsstädten und in adligen Territorien zu wirken begannen. Dazu zählten auch Straßburg, Speyer, Landau und das Herzogtum Zweibrücken. Theologen und Politiker Straßburgs wie Martin Bucer und Jakob Sturm gehörten zu den bedeutenden Vertretern der seit dem Reichstag von Speyer 1529 sogenannten Protestanten in der Reichspolitik. Die reformatorische Bewegung im deutsch-elsässischen Südwesten gehört somit als Motor der Reformation zu den dynamischen Regionen in der Frühen Neuzeit.

    Der Themenschwerpunkt des ersten Tages der Tagung liegt auf den Machtverhältnissen in Reich und Region zur Reformationszeit, der am Vormittag des zweiten Tages fortgesetzt wird. Der zweite Nachmittag ist dem Themenkomplex „Politik(er), Medien und Bildung“ gewidmet. Die Referenten des dritten und vierten Tags beleuchten die Strategien und Konflikte innerhalb der Kirchenpolitik im 16. Jahrhundert. Die Tagung wird abgerundet durch zwei öffentliche Abendvorträge im Audimax der Universität, jeweils ab 19.15 Uhr. Am 2.04. spricht Eike Wolgast (Heidelberg) über „Die Einführung der Reformation im internationalen Vergleich“. Anton Schindlings (Tübingen) Thema am 03.04. ist „Ratsschulen, Magister und Magistrate – Gestaltung von Bildung in der Bürgerschaft“. Neben den Vorträgen steht eine Exkursion nach Wissembourg und Bad Bergzabern am Nachmittag des 05. April auf dem Programm.

    Die Tagung ist eine gemeinsame Veranstaltung der Universität Koblenz-Landau und des Historischen Vereins der Pfalz in Kooperation mit der Universität Tübingen und dem Verein für Pfälzische Kirchengeschichte sowie der Gesellschaft für Mittelrheinische Kirchengeschichte, was die überkonfessionelle Ausrichtung unterstreicht. Sie steht allen Interessierten offen. Die Teilnahme ist auch nur an einzelnen Tagen oder zu einzelnen Vorträgen möglich. Es wird keine Tagungsgebühr erhoben, lediglich für die Exkursion fällt eine Gebühr an. Eine Vorabanmeldung ist nötig. Nähere Informationen, Programm und Anmeldungsmöglichkeiten gibt es bei der Geschäftsstelle des Historischen Vereins der Pfalz, Tel.: 06232 132526, E-Mail: hv@museum.speyer.de und im Internet unter http://www.hist-verein-pfalz.de in der Rubrik „Aktuelles“.

    Kontakt:

    Universität Koblenz-Landau
    Institut für Evangelische Theologie
    Dr. Ulrich Wien
    Tel.: 06341 280-32304
    E-Mail: wien@uni-landau.de

    Pressekontakt:
    Universität Koblenz-Landau
    Referat Öffentlichkeitsarbeit
    Kerstin Theilmann
    Tel.: 06341 280-32219
    E-Mail: theil@uni-koblenz-landau.de


    Das Programm

    Mittwoch, 2. April
    • 11:30 Eröffnungsvortrag Prof. Dr. Volker Leppin (Tübingen): Habsburger vor der Tür. Zu den Bedingungen der Reformation im Südwesten
    • 12:00 Helga Schnabel-Schüle (Trier): Stadtreformation und territoriale Reformation am Oberrhein
    • 14:30 Peter Blickle (Saarbrücken): Krieg für das „Heilige Evangelium“ und die „göttliche Gerechtigkeit“ die Feldartikel der oberrheinischen Bauern von 1525.
    • 15:00 Gerald Dörner (Heidelberg): Die Politik der Stadt Straßburg in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts
    • 16:20 Emidio Campi (Zürich): Kirche und Gemeinwesen bei Oekolampad, Bullinger, Bucer und Calvin
    • 16:50 Franz Brendle (Tübingen): Schwaben – Elsass – Mömpelgard: politische und theologische Wechselwirkungen
    • 18:10 Alfred Kohler (Wien): König Heinrich II. von Frankreich, Kurfürst Moritz von Sachsen und die Gefährdung der Integrität des Reiches während der letzten Regierungsjahre Kaiser Karls V.
    • 19.15 Öffentlicher Abendvortrag – Eike Wolgast (Heidelberg): Die Einführung der Reformation im internationalen Vergleich.

    Donnerstag, 3. April
    • 08:30 Paul Warmbrunn (Speyer): Hoch- und Niederadel in der Kurpfalz im Spannungsfeld von Reformation und Konfessionalisierung
    • 09:00 Walter Rummel (Speyer): Hexenverfolgungen in den pfälzischen Territorien
    • 09:30 Kurt Molitor (Landau): Religiöse Freiheit als Konfliktpotential und Handlungsoption der politischen Entscheidungsträger der Reichsstadt Landau
    • 11:00 Hermann Ehmer (Stuttgart): Adelssolidarität oder Opportunismus? Zwischen Gewissen und politischer Vernunft – Ritterschaft und Reformation in den Kantonen Kraichgau und Odenwald 1520-1580
    • 11:30 Frank Konersmann (Bielefeld): Soziale Lage und religiöse Bedürfnisse auf dem Land im linksrheinischen Südwesten (1466-1548)
    • 14:00 Susanne Schuster (Leipzig): „Durch viele Bücher täglich verbreitet“ – Flugschriften-Konjunktur
    • 14:30 Gury Schneider-Ludorff (Neuendettelsau): Bildung und Geschlecht
    • 16:00 Christoph Strohm (Heidelberg): Die Universität Heidelberg als Zentrum der späten Reformation
    • 16:30 Mihály Balázs (Szeged): Theologische Fernwirkungen (von Basel, Straßburg und Heidelberg) auf die Unitarier
    • 18:00 Johannes Schilling (Kiel): Katechismen zwischen Theologie und Macht
    • 19.15 Öffentlicher Abendvortrag – Anton Schindling (Tübingen): Ratsschulen, Magister und Magistrate – Gestaltung von Bildung in der Bürgerschaft

    Freitag, 4. April
    • 8:30 Thomas Wilhelmi (Heidelberg) Martin Bucer als Politiker
    • 09:00 Stephan Buckwalter (Heidelberg): Martin Bucers „politische Theologie“
    • 09:30 Norbert Haag (Stuttgart): Reformation als ordnungspolitische Aufgabe am Beispiel der Kirchenordnungen in Kurpfalz und Zweibrücken.
    • 11:00 Friedhelm Jürgensmeier (Mainz): Vehemente Abwehr? Die Mainzer Erzbischöfe und die Reformation im 16. und frühen 17. Jahrhundert
    • 11:30 Hans Ammerich (Speyer): Reaktion der oberrheinischen Bistümer (Speyer, Straßburg, Worms) auf die reformatorische Bewegung und beginnende Konfessionsbildung
    • Ab 13:00 Exkursion nach Wissembourg und Bad Bergzabern

    Samstag, 5. April
    • 8:30 Philippe Legin (Murbach): L’abbaye de Murbach, bastion du catholicisma
    • 9:00 Joachim Kemper (Speyer): Vogteirechte als Hebel der Reformation
    • 9:30 Andreas Neuburger (Karlsruhe): Die Hochstifte am Oberrhein am Scheideweg zwischen Reich und Eidgenossenschaft? Die Reformation in Basel und Konstanz
    • 11:00 Astrid von Schlachta (Regensburg): Das Täufermandat von Speyer 1529 und die territorialstaatliche Verrechtlichung der Täuferverfolgung
    • 11:30 Andrea Strübind (Oldenburg): Konvivenz und Konfrontation – die Täuferbewegung in protestantischen Gebieten am Oberrhein.
    • 12:00 Marc Lienhard (Straßburg): Religion und Politik in der Sicht von Jakob Sturm


    Weitere Informationen:

    http://www.hist-verein-pfalz.de Rubrik „Aktuelles“


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Religion
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).