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26.10.2026 12:53

Wenn der Sensor sich selbst vermisst: automatisierte Kalibrierung macht kompakte Magnetfeldsensoren präzise

Susanne Frank Forschungsmarketing
INNOVENT e.V. Technologieentwicklung Jena

    Forschende der INNOVENT e.V. in Jena haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich preiswerte, kompakte Hall-Sensoren zu präzisen, temperaturkompensierten Magnetfeldmessgeräten aufwerten lassen. Die Methodik ist auf unterschiedliche Sensortypen übertragbar.

    Dreiachsige Hall-Sensoren sind klein, robust und günstig – doch für belastbare Absolutmessungen der magnetischen Flussdichte gelten sie als schwierig: Ihr Signal driftet mit der Temperatur, ihre drei Messachsen stehen fertigungsbedingt nicht exakt senkrecht zueinander, und ihre Empfindlichkeit verläuft nicht linear. Im Forschungsvorhaben „M-Gauss" hat die INNOVENT e.V. eine Charakterisierungs- und Kalibriermethodik erarbeitet, die diese Fehlerquellen systematisch erfasst und rechnerisch korrigiert.

    Charakterisieren statt schätzen
    Kern der Arbeit ist die vollständige messtechnische Vermessung des Sensorverhaltens: In einer dreiachsigen Helmholtz-Anordnung mit temperierbarer Messkammer sowie in einem Elektromagneten mit rückgeführten Referenzsonden wurde das Sensorsignal über Feldstärke und Temperatur (10–40 °C) erfasst. Aus diesen Daten leiteten die Forschenden mehrere Korrekturschritte ab: 3×3-Transformationsmatrizen, die die tatsächliche räumliche Lage der Sensorachsen orthogonalisieren, sowie ein Kompensationsmodell, das die Empfindlichkeitsvariation über Polynome dritten Grades beschreibt.
    Weil eine solche Kalibrierung von Hand kaum praktikabel ist, wurde sie in ein automatisiertes Verfahren überführt: Ein Zustandsautomat steuert Kalibrieraufbau und Messtechnik und bestimmt die erforderlichen Kompensationskonstanten selbstständig. In der Validierung erreichte das Verfahren eine Genauigkeit von unter 0,5 Prozent vom Messbereichsendwert über alle drei Achsen.

    Übertragbar über den Einzelfall hinaus
    Die entwickelte Methodik ist nicht auf einen bestimmten Sensor beschränkt, sondern grundsätzlich auf weitere dreiachsige Hall-Sensoren übertragbar – etwa auf die HallinOne-Sensoren des Fraunhofer-Instituts. Als weiteres Ergebnis konnten die Forschenden messtechnisch zeigen, wo die Grenzen der Hall-Sensorik liegen: Für die Bestimmung magnetischer Momente ist sie nur eingeschränkt geeignet; hier wurde eine alternative, AMR-basierte Herangehensweise charakterisiert.
    Die gewonnenen Erkenntnisse fließen bereits in weitere Forschungsvorhaben der Einrichtung ein. Vorgestellt wird die Methodik unter anderem auf der Magsense-Konferenz in Jena.
    Förderhinweis

    Das Vorhaben „M-Gauss" wurde im Rahmen der Richtlinie FTI-Thüringen TECHNOLOGIE als Verbundvorhaben (Verbundpartner: Matesy GmbH, Jena) durchgeführt und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie des Freistaats Thüringen kofinanziert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    INNOVENT e.V., Bereich Magnetische und Optische Systeme
    Michael Röder
    Telefon: 03641-889944
    E-Mail: m.roeder@innovent-jena.de


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    Forschende der INNOVENT e.V. in Jena haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich preiswerte, kompakte Hall-Sensoren zu präzisen, temperaturkompensierten Magnetfeldmessgeräten aufwerten lassen.
    Forschende der INNOVENT e.V. in Jena haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich preiswerte, kompak ...

    Copyright: INNOVENT e.V.


    Anhang
    attachment icon Handout M-GAUSS

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Elektrotechnik, Physik / Astronomie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

    Forschende der INNOVENT e.V. in Jena haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich preiswerte, kompakte Hall-Sensoren zu präzisen, temperaturkompensierten Magnetfeldmessgeräten aufwerten lassen.


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