Der diesjährige Paul-Martini-Preis geht an die Mediziner Dr. Christoph Engel von der Universität Leipzig und Prof. Frank Martin Brunkhorst vom Universitätsklinikum Jena. Sie wiesen in einer klinischen Studie nach, dass zwei gebräuchliche Behandlungsmaßnahmen bei Patienten mit Sepsis nicht nur unwirksam sind, sondern zusätzliche Komplikationen verursachen können.
Der diesjährige Paul-Martini-Preis geht an die Mediziner Dr. Christoph Engel von der Universität Leipzig und Prof. Frank Martin Brunkhorst vom Universitätsklinikum Jena. Sie wiesen in einer klinischen Studie nach, dass zwei gebräuchliche Behandlungsmaßnahmen bei Patienten mit Sepsis nicht nur unwirksam sind, sondern zusätzliche Komplikationen verursachen können.
Die Sepsis - oft auch "Blutvergiftung" genannt - ist eine lebensbedrohliche Komplikation von Infektionskrankheiten, die viele Organsysteme in Mitleidenschaft zieht. Dr. Christoph Engel vom Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie (IMISE) der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und Prof. Frank Martin Brunkhorst vom Universitätsklinikum Jena arbeiten im vom Bundesminsiterium für Bildung und Forschung geförderten "Kompetenznetz Sepsis" daran, verschiedene intensivmedizinische Behandlungsmaßnahmen in klinischen Studien auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit zu überprüfen, um dadurch die Therapie von Patienten mit Sepsis zu verbessern.
In der im renommierten "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie konnten Engel und Brunkhorst zeigen, dass Infusionen mit einer bestimmten Hydroxyethylstärke-Lösung und Insulininjektionen in besonders hoher Dosierung den Sepsispatienten keinen Überlebensvorteil bringen, jedoch die Rate von Komplikationen inakzeptabel erhöhen. Diese Ergebnisse haben seither weltweit die Behandlung von Sepsispatienten verändert.
In einer anderen Studie stellten die beiden Mediziner zudem fest, dass die Bedeutung der Sepsis in Deutschland um ein vielfaches unterschätzt worden ist: Mit ca. 60.000 Todesfällen jährlich, so ihr Ergebnis, ist Sepsis die dritthäufigste Todesursache.
"Die prämierten Arbeiten zeigen, dass klinische Forscher ebenso wertvolle Beiträge zur Medizin leisten können, wenn sie neuen Therapien den Weg ebnen, wie wenn sie bisher nicht abgesicherte therapeutische Maßnahmen auf den Prüfstand stellen", so Jurymitglied Prof. Dr. Dr. h.c. Peter C. Scriba von der Ludwig-Maximilians-Universität München in seiner Laudatio.
Die Verleihung fand am 20. April im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden statt. Der Preis wird jährlich von der Paul-Martini-Stiftung, Berlin, verliehen und ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Er zeichnet hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der klinisch-therapeutischen Arzneimittelforschung aus. In diesem Jahr teilten sich Engel/Brunkhorst den Preis mit einem Würzburger Mediziner.
weitere Informationen:
Dr. med. Christoph Engel
Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie
Tel.: 0341-9716124
Mail: christoph.engel@imise.uni-leipzig.de
Criteria of this press release:
Medicine
transregional, national
Personnel announcements, Scientific Publications
German

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