idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
23.04.2009 14:53

Sepsis auf dem Prüfstand

Dr. Bärbel Adams Pressestelle
Universität Leipzig

    Der diesjährige Paul-Martini-Preis geht an die Mediziner Dr. Christoph Engel von der Universität Leipzig und Prof. Frank Martin Brunkhorst vom Universitätsklinikum Jena. Sie wiesen in einer klinischen Studie nach, dass zwei gebräuchliche Behandlungsmaßnahmen bei Patienten mit Sepsis nicht nur unwirksam sind, sondern zusätzliche Komplikationen verursachen können.

    Der diesjährige Paul-Martini-Preis geht an die Mediziner Dr. Christoph Engel von der Universität Leipzig und Prof. Frank Martin Brunkhorst vom Universitätsklinikum Jena. Sie wiesen in einer klinischen Studie nach, dass zwei gebräuchliche Behandlungsmaßnahmen bei Patienten mit Sepsis nicht nur unwirksam sind, sondern zusätzliche Komplikationen verursachen können.

    Die Sepsis - oft auch "Blutvergiftung" genannt - ist eine lebensbedrohliche Komplikation von Infektionskrankheiten, die viele Organsysteme in Mitleidenschaft zieht. Dr. Christoph Engel vom Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie (IMISE) der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und Prof. Frank Martin Brunkhorst vom Universitätsklinikum Jena arbeiten im vom Bundesminsiterium für Bildung und Forschung geförderten "Kompetenznetz Sepsis" daran, verschiedene intensivmedizinische Behandlungsmaßnahmen in klinischen Studien auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit zu überprüfen, um dadurch die Therapie von Patienten mit Sepsis zu verbessern.

    In der im renommierten "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie konnten Engel und Brunkhorst zeigen, dass Infusionen mit einer bestimmten Hydroxyethylstärke-Lösung und Insulininjektionen in besonders hoher Dosierung den Sepsispatienten keinen Überlebensvorteil bringen, jedoch die Rate von Komplikationen inakzeptabel erhöhen. Diese Ergebnisse haben seither weltweit die Behandlung von Sepsispatienten verändert.

    In einer anderen Studie stellten die beiden Mediziner zudem fest, dass die Bedeutung der Sepsis in Deutschland um ein vielfaches unterschätzt worden ist: Mit ca. 60.000 Todesfällen jährlich, so ihr Ergebnis, ist Sepsis die dritthäufigste Todesursache.

    "Die prämierten Arbeiten zeigen, dass klinische Forscher ebenso wertvolle Beiträge zur Medizin leisten können, wenn sie neuen Therapien den Weg ebnen, wie wenn sie bisher nicht abgesicherte therapeutische Maßnahmen auf den Prüfstand stellen", so Jurymitglied Prof. Dr. Dr. h.c. Peter C. Scriba von der Ludwig-Maximilians-Universität München in seiner Laudatio.

    Die Verleihung fand am 20. April im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden statt. Der Preis wird jährlich von der Paul-Martini-Stiftung, Berlin, verliehen und ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Er zeichnet hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der klinisch-therapeutischen Arzneimittelforschung aus. In diesem Jahr teilten sich Engel/Brunkhorst den Preis mit einem Würzburger Mediziner.

    weitere Informationen:

    Dr. med. Christoph Engel
    Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie
    Tel.: 0341-9716124
    Mail: christoph.engel@imise.uni-leipzig.de


    Bilder

    Dr. med. Christoph Engel
    Dr. med. Christoph Engel


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Medizin
    überregional
    Personalia, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

    Dr. med. Christoph Engel


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).