idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
23.05.2012 09:23

Konkrete Werke, geschützte Geheimnisse

Ellen Thun Pressestelle
Philipps-Universität Marburg

    Zwei am Fachbereich Rechtswissenschaften der Philipps-Universität Marburg entstandene Dissertationen sind jüngst mit Forschungspreisen ausgezeichnet worden.

    Dr. Christoph Matz, Doktorand am Fachbereich Rechtswissenschaften, erhielt am 11. Mai 2012 auf dem Deutschen Baugerichtstag in Hamm den baurechtlichen Forschungspreis in der Kategorie „Rechtswissenschaftliche Veröffentlichung“. Seine Dissertation zum Thema „Die Konkretisierung des Werks durch den Besteller“, zeichne sich durch ihr hohes wissenschaftliches Niveau sowie ihre Kreativität und Praxisnähe aus, heißt es in der Begründung. Der erstmals vergebene Preis soll die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis fördern und dazu beitragen, das Bau- und Vergaberecht in den Blickpunkt der Wissenschaft zu rücken.

    Ob einfacher Reparaturvertrag oder öffentliches Infrastrukturprojekt: Weil es kein gesetzliches Leitbild für nachträgliche Werkanpassungen gibt, wird über die Auslegung und die Wirksamkeit von Vertragsabsprachen häufig gestritten. Nach Ansicht von Matz steht jedoch nicht das Werk, sondern der Prozess der Werkherstellung im Mittelpunkt des Vertrags. Das Resultat der Werkleistung werde durch den Vertrag an sich noch nicht festgelegt. „Durch diese Sichtweise gelingt die Verbindung eines veränderbaren, vom Besteller steuerbaren Leistungsgegenstands mit der für den Werkvertrag typischen Erfolgshaftung“, erklärt Matz.

    Die Preisträger Dr. Judith Sawang und Dr. Lars Markert bei der Preisverleihung am 19. April 2012 in Bonn (Foto: Thomas Klich / DIS, v.re.)Dr. Judith Sawang, ehemalige Doktorandin am Fachbereich Rechtswissenschaften, wurde für ihre Dissertation zum Thema „Geheimhaltung und rechtliches Gehör im Schiedsverfahren nach deutschem Recht“ bereits im April mit einem DIS Förderpreis ausgezeichnet. Der alle zwei Jahre von der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit e.V. (DIS) vergebene Preis fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Gebiet der alternativen Streiterledigung.

    Die Intensivierung der internationalen Handelsbeziehungen und die damit verbundene Entwicklung des internationalen Wirtschaftsrechts haben zu einer erhöhten Akzeptanz von Schiedsverfahren geführt. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, welch große Bedeutung dem Schutz von Unternehmensgeheimnissen in einer Wissensgesellschaft zukommt. Dennoch werden Unternehmensgeheimnisse bislang weder im Zivilprozess noch im Schiedsverfahren effektiv geschützt. So gibt es keine oder nur unzureichende Mittel, Unternehmensgeheimnisse in den Prozess einzubringen, ohne sie zugleich dem Gegner, häufig einem unliebsamen Konkurrenten, preiszugeben. Dies kann bedeuten, dass die beweisbelastete Partei entweder ihr Geheimnis oder aber den Prozess verliert.

    Sawang untersucht in ihrer Arbeit, ob und wie ein Schiedsgericht nach deutschem Schiedsverfahrensrecht hier Abhilfe schaffen kann. Die Autorin berücksichtigt hierfür die höchstrichterliche Rechtsprechung und analysiert die Praxis in staatlichen Gerichtsverfahren und Schiedsverfahren in Deutschland und in der Schweiz.

    Beide Dissertationen wurden von Professor Dr. Wolfgang Voit, Inhaber der Professur für Bürgerliches Recht und Zivilverfahrensrecht am Institut für Verfahrensrecht der Philipps-Universität Marburg, betreut.

    Weitere Informationen:
    Professor Dr. Wolfgang Voit
    Fachbereich Rechtswissenschaften
    Tel.: 06421 28-21712,
    E-Mail: verfahrensrecht@jura.uni-marburg.de


    Bilder

    Der Vorsitzende des Preiskomittees Günther Jansen mit dem Preisträger Dr.  Christoph Matz und dem Geschäftsführer des Deutschen Baugerichtstages (DBGT e.V.) Roland Kandel bei der Preisverleihung am 11. Mai 2012 in Hamm
    Der Vorsitzende des Preiskomittees Günther Jansen mit dem Preisträger Dr. Christoph Matz und dem Ge ...
    Quelle: DBGT e. V.

    Dr. Lars Markert von der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit e.V. und die Preisträgerin Dr. Judith Sawang  bei der Preisverleihung am 19. April 2012 in Bonn
    Dr. Lars Markert von der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit e.V. und die Preisträgerin ...
    Quelle: Thomas Klich / DIS


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Bauwesen / Architektur, Recht
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

    Der Vorsitzende des Preiskomittees Günther Jansen mit dem Preisträger Dr. Christoph Matz und dem Geschäftsführer des Deutschen Baugerichtstages (DBGT e.V.) Roland Kandel bei der Preisverleihung am 11. Mai 2012 in Hamm


    Zum Download

    x

    Dr. Lars Markert von der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit e.V. und die Preisträgerin Dr. Judith Sawang bei der Preisverleihung am 19. April 2012 in Bonn


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).