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11.08.2011 - 12.08.2011 | Berlin

Öffentliche Tagung Friedrich Engels' "Geschichte Irlands" (1869/70)

Friedrich Engels' "Geschichte Irlands" (1869/70) im Kontext der Deutsch-Irischen Beziehungen im 19. Jahrhundert
Irland war im 19. Jahrhundert eine politische Symbolnation, die aus unterschiedlichen Perspektiven für deutsche Reformer und Arbeiterradikale paradigmatische Bedeutung hatten. Friedrich Engels unternahm 1869 eine Irland-Reise und begann anschließend eine deutschsprachige Geschichte Irlands zu schreiben. Intensiv studierte er Geschichte und Politik Irlands, selbst die irische Sprache.

Mit 49 Jahren zog sich Friedrich Engels 1869 aus dem Berufsleben zurück und erfüllte sich einen Jugendtraum: ein Leben als politisierender Privatgelehrter. Er unternahm mit seiner irischen Lebensgefährtin Lizzie Burns und Karl Marx‘ jüngster Tochter Eleanor eine Irland-Reise und begann anschließend eine deutschsprachige Geschichte Irlands zu schreiben, die er allerdings nach Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges 1870 nicht vollendete. Intensiv studierte er Geschichte und Politik Irlands, selbst die irische Sprache.

Irland war im 19. Jahrhundert – neben Polen – eine der beiden politischen Symbolnationen, die aus unterschiedlichen Perspektiven für deutsche Reformer und Arbeiterradikale, aber auch für den deutschen Katholizismus paradigmatische Bedeutung hatten. Engels und auch Marx beschäftigten sich zeit ihres Lebens mit Irland und der englischen Irland-Politik. Für Marx erhielt Irland in den 1860er Jahren eine wirtschaftswissenschaftliche und zunehmend auch eine revolutionsstrategische Bedeutung. Seine älteste Tochter Jenny kritisierte 1870 in französischen Zeitungsartikeln, die in Europa und den USA großes Aufsehen erregten, die Behandlung der irischen politischen Gefangenen in britischen Gefängnissen.

Die Tagung soll die Komplexität der politischen, wirtschaftsgeschichtlichen und kulturellen, aber auch persönlichen Beziehungen diskutieren, in denen Engels, aber auch Marx standen und aus denen heraus sie sich mit der Geschichte Irlands beschäftigten – als prominente Teilnehmer aber auch als Rezipienten der zeitgenössischen Debatten. Ihre Briefe, Schriften und Manuskripte, die bisher nur zu einem kleinen Teil veröffentlicht sind, geben wichtige Einblicke in die Diskurse und Kämpfe sowie in die Vermittlungsprozesse zwischen den politischen und wissenschaftlichen Kulturen, ähnlich wie die Beobachtungen anderer deutscher und europäischer Emigranten und Reisenden im 19. Jahrhundert.

Veranstalter:

Dr. Jürgen Herres
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Akademienvorhaben Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA)
herres@bbaw.de

Dr. Gisela Holfter
Centre for Irish-German Studies, University of Limerick
gisela.holfter@ul.ie

Dr. Eberhard Illner
Historisches Zentrum Wuppertal
Eberhard.Illner@stadt.wuppertal.de

Supported by the
Irish Embassy, Berlin

Zugleich:
13th Conference in Irish-German Studies
Centre for Irish-German Studies, Limerick

Wir danken für die Unterstützung durch den Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD), die Irische Botschaft, Berlin, das College of Humanities, University of Limerick, und den Förderverein Historisches Zentrum Wuppertal.

DONNERSTAG, 11. AUGUST 2011

13.30 Uhr
Begrüßung

14.00 Uhr
Einleitende Überlegungen
Friedrich Engels und die deutsch-irischen Beziehungen
Gisela Holfter
University of Limerick

14.45 Uhr
Marx und Engels über Irland
Ein Überblick
Artikel, Briefe, Manuskripte und Schriften
Jürgen Herres
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Marx-Engels-Gesamtausgabe

15.30 Uhr
Pause

16.00 Uhr
Aspects of 19th century German-Irish relations
Dan Mulhall
Ambassador, Embassy of Ireland, Berlin

16.45 Uhr
Deutsche Reiseberichte über Irland im 19. Jahrhundert
Eoin Bourke
National University of Ireland, Galway

17.30 Uhr
Rezeption Daniel O‘Connells und der irischen Emanzipationsbewegung im vormärzlichen Deutschland
James M. Brophy
University of Delaware, Newark

19.00 Uhr
Empfang der Irischen Botschaft Berlin

FREITAG, 12. AUGUST 2011

09.00 Uhr
Mary und Lizzie Burns
Irische Fabrikarbeiterinnen und Engels’ Lebensgefährtinnen
Gisela Mettele
Friedrich-Schiller-Universität Jena

09.45 Uhr
Das Textilunternehmen Engels in Manchester
Wirtschaftsbeziehungen und Arbeiterverhältnisse
Eberhard Illner
Historisches Zentrum Wuppertal

10.30 Uhr
Pause

11.00 Uhr
The situation of Irish political prisoners in Great Britain
Seán McConville
University of London, Queen Mary

11.45 Uhr
Irland und die englischen Arbeiter- und Reformbewegungen im 19. Jahrhundert
Detlev Mares
Technische Universität Darmstadt

12.30 Uhr
Engels‘ Irlandbild In seiner „Geschichte der Lage der arbeitenden Klassen in England“ von 1845
Regina Roth
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Marx-Engels-Gesamtausgabe

13.15 Uhr
Abschlussbemerkungen

Hinweise zur Teilnahme:
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Termin:

11.08.2011 ab 13:30 - 12.08.2011 14:00

Veranstaltungsort:

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt
Einstein-Saal
Jägerstraße 22/23
10117 Berlin
Berlin
Deutschland

Zielgruppe:

Wissenschaftler, jedermann

E-Mail-Adresse:

Relevanz:

überregional

Sachgebiete:

Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Politik, Sprache / Literatur

Arten:

Konferenz / Symposion / (Jahres-)Tagung

Eintrag:

28.06.2011

Absender:

Gisela Lerch

Abteilung:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Veranstaltung ist kostenlos:

ja

Textsprache:

Deutsch

URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event35932


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